Mit Handy, Tablet und PC zu einer besseren Sprache

Stadtbücherei und zwei Kitas starten Pilotprojekt

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„Sprachschatz“ heißt das neue Projekt von der Bücherei und zwei Plettenberger Kindergärten. Mit Hilfe moderner Medien soll die Sprache besser entwickelt werden. 

Plettenberg - Ohne Handy, Tablet und Laptop geht heute nichts mehr. Auch im Kindergarten werden diese Medien immer wichtiger und können zum Beispiel bei der Sprachförderung eingesetzt werden, weshalb sich die Bücherei, der Ohler DRK-Kindergarten, das Familienzentrum Oestertal und das kommunale Integrationszentrum zusammengeschlossen und das Pilotprojekt „Sprachschatz - Bibliothek und Kita Hand in Hand“ gestartet haben.

Sechs Kommunen wurden vom Land ausgewählt – die Bewerbung der Plettenberger hatte Erfolg. Nach und nach soll jetzt zusammen mit Medienpädagoge Johannes Wentzel aus Münster ein Konzept erarbeitet werden, wie genau die „neue“ Sprachentwicklung aussehen soll. „Mit einem Mikrofon können die Kinder ein Interview führen und dieses aufzeichnen“, nennt Wentzel ein Beispiel. 

Vorstellen konnten sich die Anwesenden aber auch sogenannte Stop-Motion-Filme. Dabei werden Figuren nach kleinen Bewegungen immer wieder fotografiert; so entsteht ein Zeitraffer-Film. „Die Kinder sollen nicht nur konsumieren, sondern vor allem produzieren.“ Ebenso sei die Arbeit mit einem Green-screen attraktiv. Das ist eine grüne Wand, die mit entsprechendem Programm in diverse Hintergründe verwandelt werden kann. 

Das Pilotprojekt soll die Vermittlung von Sprachbildung und Medienkompetenz unter der besonderen Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit in den Blick nehmen. Digitale Medien eröffneten dabei gerade bei der Förderung der Mehrsprachigkeit neue Möglichkeiten. Laut einer Vorlesestudie sind Kinderbuch-Apps eine gute Ergänzung zum gedruckten Buch. 

Mit einer solchen App hatte die Stadtbücherei vor einigen Wochen erste erfolgreiche Erfahrungen gemacht. Digitale Vorleseangebote böten neue Möglichkeiten, Familien zu erreichen, bei denen das Vorlesen einen geringen Stellenwert hat. Besonders Väter griffen eher zu einem elektronischen Gerät, als aus Büchern vorzulesen. Digitale Medien eröffneten also auch Möglichkeiten, Väter zu erreichen, sagen die Initiatoren.

Sprachförderung wichtig

• In den nächsten zwei Jahren will die Gruppe des Pilotprojekts „Sprachschatz – Bibliothek und Kita Hand in Hand“ ein Konzept zur Sprachförderung und Medienentwicklung erarbeiten.

• Gute sprachliche Fähigkeiten sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme an der Gesellschaft und eine positive Entwicklung der Lesekompetenz. Die entscheidenden Weichen werden bereits in den ersten Lebensjahren gestellt. 

• In Nordrhein Westfalen leben Menschen aus 190 Ländern. Ebenso viele Sprachen gehörten damit zur Alltagswelt der Kinder. Gerade die Kindergärten müssten die Mehrsprachigkeit fördern. Denn dies erleichtere das Lernen der deutschen Sprache.

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