„Digitalisierung hat Bücherei völlig verändert“

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Bücher haben an Bedeutung verloren – auch in der Plettenberger Stadtbücherei hat sich die Arbeit aufgrund der Digitalisierung stark verändert. So werden Kinder und Jugendliche unter anderem auch in der Nutzung von Apps geschult.

„Es wird so viel gelesen wie nie zuvor – nur anders“, erklärte Christiane Flick-Schöttler von der Plettenberger Stadtbücherei. Die Digitalisierung, aber auch der Demografische Wandel haben demnach die Arbeit in der Bücherei völlig verändert.

Denn die Plettenberger hätten ihr Medien-Nutzungsverhalten in den vergangenen Jahr stark geändert. „Das Internet ist zum Informations-Medium Nummer eins geworden“, sagte Flick-Schöttler im Rahmen der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses. Das Buch habe dagegen stark an Bedeutung verloren. „Wir sind mittlerweile keine bloße Bücher-Entleihststelle mehr“, ergänzte Flick-Schöttler.

Die Kernaufgaben der Stadtbücherei hätten sich dabei nicht verändert – deren Umsetzung allerdings schon gravierend. So dürfe sich die Förderung der Lese- und Medienkompetenz nicht mehr allein auf das Buch beschränken. Wichtig sei in diesem Zusammenhang, besonders den souveränen Umgang mit dem Internet zu schulen. Denn hier wird eine Fülle an Informationen angeboten – doch schnell geht der Überblick im Dschungel von „Fakenews“, niedlichen Katzenvideos und veralteten Nachrichten verloren.

„Wichtig ist auch, dass man Webseiten und Apps kennt und richtig beurteilt“, sagte Flick-Schöttler. Auch die kritische Nutzung der sozialen Medien gehöre mittlerweile zu den Aufgaben der Stadtbücherei. Damit die Mitarbeiter immer auf der Höhe sind, würden regelmäßig Schulungen durchgeführt. Auf diese Weise könnten KiTas, Schulen, aber zum Beispiel auch die Seniorenvertretung von den Angeboten der Bücherei profitieren. „Die Bücherei kann zum Ort des digitalen Wandels werden“, erklärte Flick-Schöttler.

Die Stadtbücherei habe sich aber auch als Ort des Lernens wandeln müssen. Denn schon längst würden Informationen nicht nur über Texte abgerufen werden. Podcasts, Filme und Spiele würden heutzutage ebenfalls als Info-Medien genutzt.

Aufgrund der Digitalisierung hat die Bücherei bereits vor einigen Jahren damit begonnen, ihr Angebot zu erweitern. Seit 2012 besteht bereits die Onleihe, mit der Bücher über das Internet ausgeliehen werden können. Zudem bietet die Bücherei eine Beratung bei der Nutzung von eBook-Readern an, besitzt einen Online-Katalog und ist auf diversen sozialen Plattformen vertreten.

Hörstifte (Ting oder Tiptoi) gehören ebenso bereits seit Längerem zum Angebot wie die Vorstellung von Kinderbuch-Apps und deren Test auf Tablets.

Trotz aller Veränderungen: Die Stadtbücherei sei auch weiterhin ein Ort der (kulturellen) Begegnung. Dieser sei für alle Menschen in Plettenberg gedacht und ermögliche kulturelle, soziale und digitale Teilhabe.

Renate Chowanetz (SPD) zeigte sich erfreut über den Wandel und die „deutliche Weiterentwicklung“ der Plettenberger Stadtbücherei. „Sie sind eine enorme Bereicherung für die Stadt!“

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