Behinderung von Rettungskräften

Diese Selfies gehen gar nicht! Plettenberg schließt sich dem Kampf gegen Gaffer an

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Zum Glück nur eine gestellte Szene - trotzdem aber bittere Realität: Überall werden Rettungskräfte regelmäßig in ihrer Arbeit durch Gaffer behindert.

Plettenberg - Während im Hintergrund die Rettungskräfte um das Leben eines Menschen kämpfen, hat der junge Mann nichts Besseres zu tun, als sich mitten ins Geschehen zu drängen, um das perfekte Selfie zu schießen. Dass er die Einsatzkräfte dabei behindert, scheint ihm völlig gleichgültig zu sein.

Szenen wie diese geschehen in ganz Deutschland und auch die Männer und Frauen der Plettenberger Feuer- und Rettungswache haben mit Gaffern schon das ein oder andere Mal schlechte Erfahrungen machen müssen. „Das ist die Realität“, sagen Peter Krieger und Peter Tillmann, die angesichts ihrer ehrenamtlichen Einsätze für das Deutsche Rote Kreuz und die Freiwillige Feuerwehr in Plettenberg wissen, wovon sie sprechen.

Das eingangs beschrieben Szenario und das dazugehörige Selfie sind glücklicherweise keine Realität, sondern nur für ein Werbevideo inszeniert worden. Den Film hat der Lüdenscheider Verein Soko Respekt in Auftrag gegeben. Deren Mitglieder setzen sich dafür ein, die Bevölkerung mehr für die Arbeit von Rettungskräften zu sensibilisieren, um auf diese Weise mehr Respekt zu schaffen. Peter Tillmann und Peter Krieger finden diese Intention so unterstützenswert, dass sie in ihrer Funktion als CDU-Fraktionsmitglieder für den Stadtrat einen Antrag gestellt hatten, dass die Stadt Plettenberg sich dem Verein anschließen möge.

Mehrheit des Stadtrats ist für den Beitritt

Alle Ratsmitglieder unterstützten den Antrag – bis auf Diethardt Küppers (parteilos). „Ich glaube nicht, dass der Verein etwas ändern kann“, sagte Küppers. Bürgermeister Schulte hielt dagegen: „Man muss einen ersten Schritt machen.“ Und Peter Krieger argumentierte: „Es geht hier nicht nur um die Partypeople, sondern auch um den 70-Jährigen, der einen Rettungsweg zuparkt oder die Rettungsgasse zustellt.“

Die Mehrheit des Stadtrats sprach sich dafür aus, dass die Stadt Plettenberg Mitglied im Verein wird. Statt einer einmaligen Spende in Höhe von 500 Euro, die Bürgermeister Ulrich Schulte vorgeschlagen hatten, entschied sich der Rat für eine jährliche Spende in Höhe von 150 Euro, denn „eine regelmäßige Spende hat einen höheren Wert“, sagte Peter Krieger.

Peter Tillmann wies zudem noch einmal darauf hin, dass nicht nur Städte, sondern jede Person die Möglichkeit hat, zur moralischen Unterstützung kostenfrei Mitglied zu werden.

Info Soko Respekt

In der Vereinssatzung heißt es zum Zweck des Vereins Soko Respekt, dass er „die Öffentlichkeit für den respektvollen Umgang mit Rettungs- und Einsatzkräften sowie sonstigen Personen, die für gemeinnützige Zwecke im Sinne des Paragraph 52 AO tätig sind, zu sensibilisieren, ferner die Bevölkerung auf die Gefahren durch Behinderungen an Unglücksstellen durch Unbeteiligte und so den Schutz der Privatsphäre der vorgenannten Personengruppen sowie Opfern von Unfällen, Unglücken etc. aufmerksam zu machen“. Dieses soll durch den „öffentlichen Eintritt durch Aufklärungs- und Präventionskampagnen geschehen“. Dafür hat der Verein zum Beispiel im Februar eine Podiumsdiskussion in Lüdenscheid veranstaltet. Mehrere Kommunen des Kreises haben sich dem Verein bereits angeschlossen.

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