1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Jetzt ist amtlich: Rat beschließt Schließung von Schul-Standorten

Erstellt:

Von: Johannes Opfermann

Kommentare

Mit breiter Mehrheit stimmte der Rat für die Veränderungen im Plettenberger Grundschulbereich, auch wenn diese den unpopulären Schritt beinhalten, die Teilstandorte in Ohle und im Oestertal aufzugeben.
Mit breiter Mehrheit stimmte der Rat für die Veränderungen im Plettenberger Grundschulbereich, auch wenn diese den unpopulären Schritt beinhalten, die Teilstandorte in Ohle und im Oestertal aufzugeben. © Opfermann

Die weitreichenden Veränderungen in der Grundschul-Landschaft der Vier-Täler-Stadt, die auch die Schließung der Teilstandorte in Ohle und im Oestertal beinhaltet, beschäftigten am Dienstagabend den Rat der Stadt. Wie schon im Bildungs- und Sportausschuss fand sich eine große Mehrheit für die Pläne, doch mehrere Ausschussmitglieder machten noch einmal ihre Ablehnung deutlich.

Plettenberg - 26 Ratsmitglieder stimmten am Dienstag für die Pläne zur Optimierung der Grundschullandschaft, je drei stimmten dagegen beziehungsweise enthielten sich. Damit spiegelte sich gewissermaßen das Votum des Bildungsausschusses in der vergangenen Woche wider – sieben Ja-, eine Nein-Stimme, zwei Enthaltungen. Seitdem hatten auch die Schulkonferenzen der Hallenschule und der Martin-Luther-Schule stattgefunden, wie Bürgermeister Ulrich Schulte dem Rat mitteilte.

Beschluss nicht für alle Ratsmitglieder tragbar

Während die Konferenz an der Hallenschule mehrheitlich für die Zusammenlegungen der Standorte stimmte, votierte die Schulkonferenz der Martin-Luther-Schule mehrheitlich dagegen. „Beides sind letztlich aber nur Stellungnahmen im Verfahren und blockieren nicht die Entscheidung des Schulträgers“, verdeutlichte Schulte. Ein Stimmungsbild dafür, wie umstritten die Frage ist, war es dennoch. Das zeigten auch die Wortmeldungen einiger Ratsmitglieder.

„Als politischer Vertreter von Ohle kann ich mich diesem Beschluss nicht anschließen und werde nicht dafür stimmen“, sagt Uwe Boese (SPD), auch wenn es möglich sei, dass er damit falsch liege. Er kündigte an, sich in den nächsten Jahren anzusehen, ob der eingeschlagene Weg – der für seinen Stadtteil den Verlust des Schulstandortes bedeutet – das richtige Konzept sei.

Auch Jürgen Beine (SPD), der als Vorsitzender des Bildungsausschusses dessen Votum dem Rat mitgeteilt hatte, begründete seine Ablehnung: „Ich denke, die finanziellen Dimensionen des Projekts sind noch nicht ausgelotet.“ Insbesondere durch einen Erhalt des Standorts Oestertal könne es Einsparungen geben, weswegen er dafür plädierte, die Entscheidung ins nächste Jahr zu verschieben.

SPD-Fraktionschef Stefan Langenbach betonte, dass die Ängste der Eltern in den von Standortschließungen betroffenen Stadtteilen berücksichtigt werden müssten. Dem schloss sich Patrick Hansmann (CDU) an: „Wir müssen dafür sorgen, dass die Stadtteile nicht veröden.“ Er wies auch auf die Tragweite der Veränderungen im Grundschulbereich hin. „Wir treffen hier eine Entscheidung für die nächsten 30 bis 50 Jahre.“ Die Pläne der Verwaltung würden den Grundschulbereich zukunftsfähig machen und für eine gute Ausstattung sorgen.

Carina Hennecke von den Grünen – die sich in der Abstimmung enthielten – monierte, dass eine frühzeitigere Einbindung der Bürger und aller Beteiligten gefehlt habe. „Die Eltern hatten nur sehr kurz Zeit sich zu beteiligen“, sagte sie. Was die Kosten der Grundschulpläne anging, sah Hennecke noch Spielraum, um stärker von Förderungen für energetische Sanierungen und Neubauten zu profitieren.

Allseits gelobt wurde von allen Fraktionen die Vorarbeit der Verwaltung, insbesondere des Bauamts, bei der detaillierten Ausarbeitung der Pläne für die angedachten Veränderungen im Grundschulbereich.

Keine populäre Entscheidung

Carsten Hellwig (FDP) bezweifelte, dass sich diese „fundierte Datenbasis“ für die Entscheidung in den nächsten drei oder vier Monaten ändern werde, sodass ein weiterer Aufschub keinen Sinn ergebe. „Mit Schulschließungen kann man nie in der Bevölkerung punkten“, verwies er darauf, dass es eine unpopuläre Entscheidung bleibe, aber man müsse „die Eier in der Hose haben“, um auch solche zu fällen. Er erinnerte an die finanzielle Verantwortung und das Fehlen eines Plan B, um die Schulen so zu erhalten. Vielmehr könne man durch die ausgearbeiteten Pläne, insbesondere für die Martin-Luther-Schule, erhebliche Verbesserungen erreichen.

„Wir haben überlegt, was das Beste für die Stadt und unsere Kinder ist“, meinte Klaus Salscheider (PWG) zu der schwierigen Grundsatzentscheidung. Die PWG befürworte die von der Verwaltung vorgeschlagenen Pläne, so Salscheider, der unter anderem auf den Rechtsanspruch auf OGS-Betreuung ab 2026 verwies. Die Entscheidung im Grundschulbereich sei allerdings nur die erste Baustelle, die zweite betreffe den Kitabereich, in dem auch wichtige Entscheidungen anstehen würden.

Das sind die Pläne zur Optimierung der Grundschullandschaft

Wie schon im Bildungs- und Sportausschuss fand sich im Rat eine breite Mehrheit (26 Ja-Stimmen, drei Nein, drei Enthaltungen) für die von der Verwaltung ausgearbeiteten Pläne.  Diese sehen Folgendes vor:

Das Gebäude der Zeppelinschule nach dem Auszug der Hauptschule in eine Grundschule umzubauen und dort die Martin-Luther-Schule mit den Teilstandorten an der Königstraße und im Oestertal vierzügig unterzubringen.

Die Hallenschule am Standort Halle zu einer dreizügigen Grundschule auszubauen und dort den bisherigen Teilstandort in Ohle unterzubringen.

 Die Grundschule Holthausen auf dem Grundstück der ehemaligen Vier-Täler-Schule zweizügig neuzubauen.

Die Standorte Königsstraße, Oestertal und Ohle zu schließen.

Auch interessant

Kommentare