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Stadt im MK investiert fast 35 Millionen Euro in den Nachwuchs

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Von: Georg Dickopf

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 Christoph Wilk (li.) und Dirk Busch präsentieren den Grundrissplan für die neue Grundschule Holthausen, die fast 8 Millionen Euro kosten wird.
Christoph Wilk (li.) und Dirk Busch präsentieren den Grundrissplan für die neue Grundschule Holthausen, die fast 8 Millionen Euro kosten wird. © Grundmann

Noch nie wurde in Plettenberg in so kurzer Zeit so viel Geld verplant: Vorbehaltlich der Zustimmung der Kommunalpolitik sollen für den Um- und Neubau der Plettenberger Schullandschaft in den nächsten sechs Jahren rund 35 Millionen Euro investiert werden.

Plettenberg - Dabei wird eine Grundschule abgerissen, zwei bekommen großzügige Anbauten mit Mensen und in Böddinghausen entsteht auf dem Gelände der Hauptschule im Böddinghauser Feld ein großer Anbau für über 10 Millionen Euro.

Das sind die Eckpunkte des Bauprogramms, das auch die Schließung der Martin-Luther-Schule, der Grundschule Oesterau und der Grundschule Ohle vorsieht. Vor knapp einem Jahr stimmten 26 von 29 Ratsmitgliedern für die Pläne zur Optimierung der Grundschullandschaft.

Vorgesehen ist der Umbau der Zeppelinschule – nach dem Auszug der Hauptschule – in eine Grundschule, um dort die Martin-Luther-Schule mit den Teilstandorten an der Königstraße und im Oestertal vierzügig unterzubringen.

Die Hallenschule am Standort Halle soll zu einer dreizügigen Grundschule ausgebaut werden. Der bisherige Teilstandort in Ohle wird dort dann ebenfalls untergebracht.

Startschuss in Holthausen

Starten wird das große Bauprogramm jedoch in Holthausen, wo die Grundschule Holthausen auf dem Grundstück der ehemaligen Vier-Täler-Schule zweizügig neu gebaut wird. Damit möglicherweise schon im Frühjahr nächsten Jahres mit dem Neubau begonnen werden kann, müssen aber noch die bereits angelaufenen Abrissarbeiten an der Vier-Täler-Schulte beendet werden.

Wie Architekt und Bauamtsmitarbeiter Dirk Busch erklärte, müsse das dort ausgemachte Asbest in speziellen „Bigpacks“ entsorgt werden, die dann noch einmal versiegelt würden. Auch die Mineralwolle, die sich in dem Schulbau befand, werde entsorgt. Nicht abgerissen werden sollen das vorhandene Treppenhaus, die Kellerräume und nahezu sämtliche Fundamente, denn auf ihnen wird der Schulneubau in Massivbauweise errichtet, was aufwändige Erd- und Gründungsarbeiten überflüssig macht.

Die Ausschussmitglieder sollen am kommenden Donnerstag, 24. November, im Bau- und Liegenschaftsausschuss grünes Licht geben für den Bauentwurf, der vom beauftragten Ingenieurbüro Koch gemeinsam mit der Gebäudewirtschaft der Stadt und der Schulgemeinde erarbeitet und in zwei Sitzungen des Arbeitskreises Schulbau beraten wurde.

So soll die neue Holthauser Grundschule nach der Fertigstellung aussehen.
So soll die neue Holthauser Grundschule nach der Fertigstellung aussehen. © Stadt Plettenberg

Danach soll die Ausschreibung zeitnah veröffentlicht werden. „Das Ziel ist eine Fertigstellung der neuen Holthauser Grundschule bis Mitte 2025“, sagte Busch. Geplant ist ein größtenteils eingeschossiger Neubau mit begrünten Flachdächern und Photovoltaikanlagen auf dem Dach, einem Aufzug, Lichthöfen und einer Nutzfläche von 2 400 Quadratmetern. Viele kleine Nebenräume im Cluster-Prinzip werden bei der Neukonzeption der Grundschule rund um die Klassenräume angeordnet und sollen nach Unterrichtsende auch für die OGS-Betreuung genutzt werden.

Stichwort OGS: Mit dem Neubau und den weiteren Investitionen in Höhe von 35 Millionen Euro in die Schullandschaft reagiert die Stadt Plettenberg zum einen auf Baumängel (Asbest und PCB an Vier-Täler-Schule und Realschule), vor allem aber auf den Rechtsanspruch für OGS-Plätze, der ab 2026 schrittweise eingeführt wird. Wie Bauamtsleiter Sebastian Jülich betonte, „verfügt die Stadt Plettenberg derzeit über insgesamt 340 OGS-Plätze. Wir benötigen aber zwischen 700 und 930 Plätze an den Schulen“.

Bedauerlich sei, dass durch den Ukraine-Krieg die Baukosten und auch das Zinsniveau stark angestiegen seien. Angesichts der gewaltigen Investitionssummen müsse man womöglich auch über Pachtmodelle nachdenken. Allein für die Grundschule Holthausen liege die Preissteigerung bei fast zwei Millionen Euro.

Auch deshalb hofft der Leiter des Bauamtes auch auf zusätzliche Förderprogramme, die bisher nur Teilbereiche wie die Gestaltung der Schulhöfe oder die energetische Ausrichtung betreffen. In Sachen Energieversorgung werde man in jedem Fall neue Wege gehen und auf Erdwärme in Kombination mit einer PV-Anlage auf den Schuldächern setzen. Die Unterhaltungskosten könne man damit stark senken.

Nach der Fertigstellung des Neubaus in Holthausen soll die alte Grundschule zum wohl größten städtischen Kindergarten umgebaut werden. Nach der Fertigstellung im Jahr 2026 endet dann das Kita-Provisorium in der ehemaligen Bonifatiuskirche.

Über 10 Millionen Euro für Hauptschulanbau

Als nächstes Großprojekt wartet ein über 10 Millionen Euro teurer Anbau an der Böddinghauser Hauptschule. Laut Schulamtsleiter Christoph Wilk seien die Zahlen an der Plettenberger Hauptschule stabil. Noch dazu liege der Anbau im Böddinghauser Schulzentrum, wo derzeit fast 1 600 Schüler beschult würden. An der Hauptschule läuft der Schultag demnächst an vier Tagen von 7.55 Uhr bis 15.15 Uhr, was eine große Mensa unabdingbar mache.

An der alten Grundschule Holthausen wurden zur Lösung des OGS-Problems sogar Container aufgestellt.
An der alten Grundschule Holthausen wurden zur Lösung des OGS-Problems sogar Container aufgestellt. © Schulz

Nach dem Anbau in Böddinghausen wird ab 2026 der Umbau der Zeppelinschule zum doppelten Grundschulstandort vorangetrieben.

„Langeweile wird im Bauamt in den nächsten Jahren bestimmt nicht aufkommen“, betonte Dirk Busch angesichts des rekordverdächtigen Investitionsprogramms.

Noch offen ist derweil die zukünftige Nutzung der Grundschulstandorte in Ohle (leer ab 2026), Oesterau und Innenstadt (Martin-Luther-Schule, leer ab 2028).

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