„Die Raser-Zeiten sind vorbei“

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Der Plettenberger Sascha Wißen in seinem neuen Ferrari 488 Spider, der 200 km/h schneller fährt, als es ein mögliches Tempolimit 130 erlauben würde.

Plettenberg – Es gibt Autos und es gibt den Ferrari 488 Spider. Der Plettenberger Unternehmer Sascha Wißen ist stolzer Besitzer eines solchen Exemplars in der Farbe Grigio Silverstone. Weil der 44-Jährige als Organisator von Audi R8-Treffen in der Sportwagen-Szene kein Unbekannter ist, wollten wir von dem Plettenberger wissen, was er von einem Tempolimit auf deutschen Autobahnen hält. 

 „Auf vielen Autobahnabschnitten in Deutschland darf man wegen Baustellen oder schlechter Straßen ohnehin nicht schneller als 130 fahren. Aber da, wo man fahren kann, sollte das auch weiterhin erlaubt sein“, sagt der Freund von schnellen Sportwagen. „Es passieren sicherlich mehr Unfälle wegen Unaufmerksamkeit und nicht wegen des hohen Tempos“, sagt Wißen. Während man bei schnellen Fahrten sehr konzentriert unterwegs sei, lasse bei ihm die Konzentration schlagartig nach, wenn er in Nachbarländern wie Belgien oder Holland mit 120 oder 130 km/h unterwegs sei. 

Christiane Bauckhage sieht Vor- und Nachteile eines Limits: "Es hindert ja niemanden, wenn er Tempo 130 fährt. In Holland finde ich es aber entspannter, wenn beim Spurwechsel niemand von hinten angerast kommt. Manchmal fahre ich aber auch selbst gerne schnell."

Dabei stellt der Besitzer eines 670 PS starken Ferraris (Höchstgeschwindigkeit über 330 km/h; 0 auf 100 km/h in 3,0 Sekunden; 0 auf 200 km/h in 8,3 Sekunden) klar, dass er selbst gar kein Raser sei. „Ich bin früher schon gerne mal sehr schnell gefahren, aber die Zeiten sind vorbei. Ich habe vier Kinder und bin gerne so zwischen 160 und 180 km/h unterwegs“, sagt Wißen, der seine letzten Autos so gut wie nie „ausgefahren“ hat. „Aber trotzdem ist es ein tolles Gefühl, es zu können und entsprechend beschleunigen zu können“, sagte der Plettenberger, der die Firma Wißen Messtechnik vor 18 Jahren gründete und ein Labor für Technische Sauberkeit sowie eine Immobiliengesellschaft betreibt. Zudem ist Wißen Waffensachverständiger und entwickelt Bauteile für die Automobilindustrie. 

Dennis Schemmel, Inhaber von DS Automobile in Ohle: "Von einem Tempolimit auf den Autobahnen halte ich persönlich gar nichts und bin dagegen. Ich fahre selbst auch gerne schnell. Haben Sie schon einmal einen Autohändler gesehen, der langsam fährt?"

Dass man in einer Stadt wie Plettenberg mit Sportwagen wie einem Audi R8 oder einem Ferrari auffalle, sei nicht zu verhindern – daran habe er sich gewöhnt. „In Düsseldorf ist das ganz normal. Aber ich stehe dazu. Das ist mein Hobby. Es gibt viele andere Plettenberger, die auch solche Autos haben. Aber die stehen dann meist an der Finca im Ausland. In Plettenberg fährt man dann lieber mit einem Audi A6, damit nicht getuschelt wird“, sagt Wißen, der sich beim Kauf seines Ferrari 488 Spider über die Dreijahresgarantie und die siebenjährige Übernahme der Inspektionskosten freute. Und auch die Vollkasko-Versicherung falle mit 1 600 Euro im Jahr recht moderat aus – für ein Auto, das den Wert eines ansehnlichen Einfamilienhauses hat und so schnell ist wie ein ICE 3. 

Fahrlehrer Martin Fellmer: "Ich bin definitiv gegen ein Tempolimit, denn die meisten Verkehrsteilnehmer verhalten sich schon ordentlich. Allerdings sollten die Strafen für Raser drastisch erhöht werden, denn die lachen über die Strafen."

Was andere Plettenberger zum Tempolimit sagen, zeigt die Umfrage.

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