In der Oesterhalle

Spendenbereitschaft für Hochwasser-Opfer weiterhin riesig: Dieser Flohmarkt zeigt es

Die Verkaufstafeln in der Oesterhalle sind gut gefüllt. Die Kleidung wurde von den Ehrenamtlichen nach der Größe sortiert.
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Die Verkaufstafeln in der Oesterhalle sind gut gefüllt. Die Kleidung wurde von den Ehrenamtlichen nach der Größe sortiert.

Auch am Wochenende findet in der Oesterhalle ein Flohmarkt statt. Ehrenamtliche Helfer verkaufen dort zugunsten der Hochwasser-Opfer in Altena und anderen Katastrophengebieten Produkte, die ihnen zuvor gespendet wurden. Am Donnerstag fand der Verkauf zum ersten Mal statt. So lief der Auftakt.

Plettenberg – Jenni Dorr ist mehr als zufrieden. „Der Flohmarkt wird von den Leuten so geil angenommen. Ich bin richtig happy!“, sagt die Plettenbergerin, die eine der Hauptorganisatorinnen des Flohmarktes in der Oesterhalle ist. Dieser soll auch am Samstag und Sonntag noch stattfinden.

Verkauft werden dort Sachen, die für Flutopfer gespendet wurden, die jedoch in den Katastrophenregionen derzeit nicht benötigt werden. Von Geschirr und Besteck bis hin zu Kleidung und Schuhen: Das Angebot ist vielfältig. Der Erlös aus den Verkäufen wird verwendet, um zum Beispiel Hygieneartikel zu kaufen, die in den Katastrophengebieten im Augenblick dringend gebraucht werden.

Am Donnerstag, dem ersten Öffnungstag, liefen die Verkäufe bereits kräftig an. Direkt im Eingangsbereich der Oesterhalle ist eine Ecke mit Spielsachen aufgebaut. Plüschtiere liegen dort säckeweise und warten auf neue Besitzer. „Es war eine gute Idee, diese Sachen direkt hier vorne aufzubauen“, sagt Jenni Dorr. Bei diesen Artikeln werde gut zugegriffen.

Verkaufen und Kartons packen: Das erledigen die Helfer parallel. Der Aufwand ist groß, die Bereitschaft den Hochwasser-Betroffenen zu helfen aber größer.

Auch wenn die Verkäufe im Spielzeugbereich gut laufen: Herzstück des Flohmarktes ist der große Veranstaltungssaal der Oesterhalle. Dort wuseln weitere Helfer. Ausnahmslos alle wirken gut gelaunt, flachsen mit den Besuchern, haben Spaß an der Arbeit. „Viele Leute, die hier helfen, sind voll berufstätig“, hebt Jenni Dorr das große Engagement hervor. Der Aufwand sei enorm. Parallel zu den Verkäufen packen Helfer Kartons zusammen, die später in die Katastrophenregionen geliefert werden: Zahnbürsten, Tampons, Spülmittel und Schwämme sind mit dabei.

Die Kunden sehen sich indes an den Ständen um. Auf langen Tafeln ist Kleidung für Frauen und Herren nach Größe vorsortiert. Auch das ist ein Werk der Ehrenamtlichen. Hinter den Tischen stehen Helfer und beraten oder zeigen Kleidungsstücke. Eine von ihnen ist Noreen Gärtner. Sie sei auch mit im Katastrophengebiet in Altena gewesen, um dort Pakete abzuliefern.

Die Eindrücke werde sie so schnell nicht wieder vergessen, sagt die 22-Jährige. „Zum Teil werden dort gerade provisorische Straßen gebaut, um Regionen überhaupt erreichen zu können. Das ist Wahnsinn.“ Ihr Vater Wolfgang Gärtner, der sich unter den Besuchern befindet, beobachtet mit etwas Abstand das Geschehen: „Man kann schon stolz sein, dass sich so viele Leute hier so stark einbringen.“

Trotz des Aufwands und der bleibenden Eindrücke ist das Helferteam guter Dinge. Immer wieder bilden sich in der Oesterhalle kleinere Gesprächsgruppen, in denen man sich austauscht. Es wird gescherzt und gelacht. „Das ist das wichtigste“, unterstreicht Helferin Simone. Hilfsbereitschaft besteht nicht nur gegenüber den Hochwasser-Betroffenen.

Haushaltshelfer wie Wasch- und Reinigungsmittel werden in Katastrophengebieten gebraucht.

Auch die Besucher in der Oesterhalle dürfen auf das Team zählen. Kundin Kerstin Borgas zum Beispiel hat Schuhe gefunden, die ihrem Mann gefallen könnten. Aber passen sie ihm auch? Jörg Neumann, der zum Team gehört, hält seinen Fuß zum Vergleich her. Er hat Größe 43, ihm ist der Schuh etwas zu klein – dann sollte er dem neuen Besitzer mit einer etwas kleineren Schuhgröße passen.

Der Flohmarkt in der Oesterhalle soll am Samstag und Sonntag jeweils von 10 bis 14 Uhr erneut stattfinden. Langweilig werde es nicht, denn es gibt immer neue Ausstellungsstücke, betont Jenni Dorr. Bis Donnerstag wurden immer noch neue Sachen abgeliefert. Den Betrag, den die Besucher für die erworbenen Sachen spenden möchten, dürfen sie selbst wählen.

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