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„Sind mit den Nerven am Ende“: Wut auf rücksichtslose Holzlaster

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Von: Georg Dickopf

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Christa Wagner befürchtet, dass einer der Container-Lkw ihr demnächst den Balkon abreißt.
Christa Wagner befürchtet, dass einer der Container-Lkw ihr demnächst den Balkon abreißt. © Dickopf

Christa und Dieter Wagner sind genervt. Regelmäßig donnern voll beladene Lastwagen – meist aus Litauen oder Rumänien – mit riesigen Schiffscontainern nur wenige Zentimeter an ihrem Balkon am Humberg vorbei.

Plettenberg – Der Inhalt der Frachtcontainer: Borkenkäferholz aus der Region rund um den Sonneborn, das nach Übersee verschifft wird und von den Fahrern auf dem bequemsten und kürzesten Weg aus dem Wald gefahren wird.

Und die großen Lastzüge hinterlassen sprichwörtlich eine Spur der Verwüstung, denn die nicht für solche Fahrzeuge ausgelegte Straßenbreite reicht oft nicht aus und dann drücken sich die Räder der Lastzüge tief in das vom Regen aufgeweichte Erdreich.

Nur für Anlieger frei

„Am Humberg gilt das Schild Anlieger frei, doch daran hält sich von denen keiner. Manche winken sogar dreist zurück, obwohl sie wissen, dass die Durchfahrt nicht erlaubt ist“, sagt Wagner und ergänzt: „Wir sind mit den Nerven am Ende.“ Doch nachdem am Mittwoch gleich drei Einsatzfahrzeuge der Polizei sowie Mitarbeiter des Ordnungsamtes und des Baubetriebshofes vor Ort waren, habe sich die Situation etwas entspannt.

„Das, was dort passiert, ist ein Problem, mit dem wir es im ganzen Märkischen Kreis zu tun haben“, betonte Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel auf Anfrage. Die explosionsartige Zunahme von Lkw-Fahrten im Wald bekomme man kaum eingedämmt.

Der Grundstücksrand  am Humberg leidet unter den Forst-Lkw.
Der Grundstücksrand am Humberg leidet unter den Forst-Lkw. © Dickopf

Oft würde das Holz von Drittanbietern gekauft oder verladen. „Die Fahrer bekommen dazu teilweise nur Geodaten und müssen dann zusehen, woher sie fahren“, so Spiegel. Noch dazu führe das Navi die Fahrer dann auch fälschlicherweise über den Humberg.

„Wenn wir so etwas mitbekommen, fahren wir raus“, stellte Spiegel klar. Allerdings dürfe das Ordnungsamt nur den ruhenden Verkehr sanktionieren. Man stimme sich diesbezüglich aber gut mit der heimischen Polizei ab. Noch dazu habe man zusätzliche Schilder aufgestellt, um die Durchfahrt im Bereich Humberg zu verhindern.

Unterstützung der Behörden

Auch Christa Wagner zeigte sich erleichtert über die Unterstützung der Behörden, die nun auch endlich Wirkung zeige. So habe der Bauhof bereits die beschädigten Randstreifen wiederhergestellt. Und die Polizei habe einige Knöllchen über 35 Euro verhängt.

Das bestätigte auch der Plettenberger Polizeichef Jörg Teicher. „Wenn wir dort jemanden erwischen, dann sanktionieren wir natürlich auch.“ Wenn der Fahrer beispielsweise die Grundstücksränder beschädige, könne man ihn auch für den entstandenen Schaden haftbar machen.

Christa Wagner ist dankbar, dass sie mit dem Problem nicht allein gelassen wird. Nicht noch einmal erleben möchte sie eine Havarie wie am 2. Juli, als die Feuerwehr einen in Polen zugelassenen Lkw direkt in Hausnähe vor dem Umkippen sichern musste. Es war laut Wagner der Einsatz von drei Schwerlastkränen erforderlich, um den Lkw wieder in die Spur zu bringen.

„Ich hoffe, dass die Maßnahmen von Polizei und Ordnungsamt jetzt Wirkung zeigen und mein Balkon nicht demnächst noch vom Haus abgerissen wird“, sagte Christa Wagner abschließend.

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