Silvesterdienst im Taxi: Für  Udo Göhausen und seine Kollegen beginnt um 0.30 Uhr die Stoßzeit

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Plettenberg - Udo Göhausen kann sich nichts Besseres vorstellen, als in der Silvesternacht zu arbeiten. Das zu tun, was er immer macht, Tag ein, Tag aus: Taxifahren. Und das schon seit 54 Jahren, immer auch an Silvester. „Es gehört einfach zum Leben dazu“, sagt er.

Natürlich ist der mittlerweile 72-jährige Seniorchef von Taxi Göhausen auch in der heutigen Silvester-Nacht unterwegs. Gemeinsam mit zehn anderen Kollegen wird Udo Göhausen die Plettenberger sicher nach Hause bringen.

Wie es ist, während des Jahreswechsels jeden Winkel Plettenbergs abzugrasen, von Himmelmert nach Pasel, von Ohle bis Landemert? „Die Leute sind immer in richtig guter Stimmung“, berichtet Göhausen, „deshalb macht mir die Arbeit an Silvester riesigen Spaß.“

Diese Meinung teilen freilich nicht alle Taxifahrer und ja, es werde immer schwieriger, Personal für den Einsatz in der Silvesternacht zu gewinnen. Deshalb ist man zu folgender Regelung gekommen: Wer eingestellt wird, egal ob Vollzeit oder als Aushilfe, hat ein Jahr an Silvester frei und muss im nächsten Jahr arbeiten – es sei denn, er erklärt sich bereit, auch zwei oder mehrere Jahre hintereinander an Silvester zu arbeiten. „Dass die Kollegen da so mitziehen, dafür kann ich mich nur bedanken“, sagt Göhausen.

Neben dem Seniorchef selbst stehen für die heutige Nachtschicht weitere zehn Fahrer bereit, darunter auch aus der Familie, die für das Taxiunternehmen ausschwärmen werden. Überhaupt versucht die Familie Göhausen, ihren Mitarbeitern den Dienst so angenehm wie möglich zu gestalten. Irene Göhausen lädt zum Beispiel alle Fahrer vor der Schicht in der Zentrale an der Breddestraße zum Abendessen ein. Heute serviert sie Rouladen. Kurz vor 0 Uhr gibt es dann Schnittchen und Kaffee, die Mitarbeiter sitzen zusammen, verfolgen das Feuerwerk am Plettenberger Nachthimmel – und dann geht es los. Die ersten Kunden wollen um 0.15 Uhr abgeholt werden. Die Vorbuchungslisten, die Udo Göhausen aus der Schublade zieht, zeigen: bis 3 Uhr nachts sind alle Taxis im Viertelstundentakt ausgebucht. „Den schwierigsten Job hat derjenige, der in unserer Zentrale die Fahrten planen muss“, weiß Seniorchef Göhausen. Schließlich wollen elf Taxis so koordiniert werden, dass möglichst wenige Kilometer als Leerfahrten zurückgelegt werden müssen. Über 40 Jahre lang hat Udo Göhausens Schwester Annelie Cronauge diesen Job übernommen, ehe sie sich im Alter von über 70 Jahren zurückgezogen hat.

Bis circa 6 Uhr dauert heute in der heutigen Nacht die Schicht der Silvester-Dienstler. Sie werden auf viele unterschiedliche Menschen treffen, viele Geschichten erleben, einige lustige Gespräche führen. Und sie werden sich womöglich gut etwas hinzuverdienen können. Udo Göhausen lacht: „Die Leute geben in der Silvesternacht gerne etwas mehr Trinkgeld, weil sie es zu schätzen wissen, dass es Leute gibt, die an Silvester arbeiten.“

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