Sicherheitskräfte setzen beim Oktoberfest in Plettenberg Bodycams ein

+
Der Plettenberger Sicherheitsfachmann Rolf Wilmink (r.) und Wiesn-Wirt Ludwig Hagn zeigen die Bodycams, die unter anderem in Hagns Löwenbräu-Zelt auf dem Münchner Oktoberfest im Einsatz sind.

Plettenberg - Ob im Löwenbräu-Festzelt, bei Fischer Vroni oder im Hofbräu-Festzelt – auf dem Münchner Oktoberfest nutzen zahlreiche Sicherheitskräfte die sogenannten Bodycams. Die kleinen, an der Uniform getragenen Kameras kommen am heutigen Samstag auch erstmalig in Plettenberg zum Einsatz.

Wenn sich heute um 15 Uhr die Türen zum Oktoberfest in der Schützenhalle öffnen, dann sind auch die Sicherheitsleute des MK Wirtschaftsdienstes gerüstet. Chef Rolf Wilmink hat seine Mitarbeiter mit den Kameras vertraut gemacht und ausgestattet.

Im Optimalfall werden die Monitore der Kameras während der ganzen Veranstaltung schwarz bleiben. Erst wenn es zu Ausschreitungen kommen sollte, schalten die Sicherheitskräfte ihre Bodycams ein. Der Ablauf geht so: Bei Pöbeleien oder Schlägereien versuchen die ‘Security’ zunächst mit ausgeschalteter Kamera zu schlichten. Sollte das nichts helfen, schalten sie, nachdem sie vorher darauf hingewiesen haben, die Kamera ein. Der Pöbler sieht sich dann wie in einem Spiegel auf dem Monitor. „Allein das wirkt nachweislich deeskalierend“, sagt Wilmink.

Er muss es wissen. Er ist nicht nur der Chef der Plettenberger Sicherheitsfirma MKW, sondern auch der Vertriebsleiter des Kameraherstellers ‘Reveal’. Seine Kameras bewähren sich in diesen Tagen nicht nur in fünf Festzelten auf dem Münchner Oktoberfest, sondern sie werden bereits regelmäßig von Polizisten in ganz Deutschland erprobt. Ebenso verwenden viele Sicherheitsdienste die Bodycams. Sie bestätigen: Kameraträger werden kaum angegriffen.

Auch rechtlich ist der Einsatz inzwischen abgedeckt. Wiesn-Wirte wie Ludwig Hagn vom Löwenbräu-Zelt haben sich für letztes Jahr die Bodycams gewünscht, aber aus datenschutzrechtlichen Gründen war der Einsatz nur für die Polizei möglich. Das neue Videoüberwachungsverbesserungsgesetz schafft nun Abhilfe.

Die Videos sind auf der Bodycam verschlüsselt und werden erst durch Rolf Wilminks – von Behörden geprüfte – Software auf dem Rechner entschlüsselt und dann entweder als Beweismaterial verwendet oder gelöscht.

Der Plettenberger Oktoberfest-Organisator Florian König blickt dem Einsatz der Bodycams heute positiv entgegen. „Auch wenn es in den letzten Jahren sehr ruhig auf unseren Veranstaltungen geblieben ist, können die Kameras nicht schaden“, sagt König.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare