„Die beste Entscheidung in den letzten Jahren“

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Augenoptikermeister Dirk Lohmann profitiert aktuell nicht nur von der hohen Frequenz durch den Modepark Röther, sondern vor allem durch die Kooperation mit einem bundesweit tätigen Brillenproduzenten.

Wie sieht der Handel der Zukunft aus? Und was macht das Internet als nächstes kaputt? Kaufen die Menschen denmächst nur noch online ein? Und wie gehen die Fachhändler vor Ort damit um? Dirk Lohmann, der mit seinem Bruder Jens das Geschäft Augenoptik/Hörgeräte Lohmann am Maiplatz betreibt, hat sich dazu entschieden, nicht gegen, sondern mit dem Internet und Online-Anbietern zu arbeiten.

„Wir kooperieren seit Ende Juli mit www.brillen.de zusammen und das war die beste Entscheidung, die ich in den letzten Jahren getroffen habe“, sagt Dirk Lohmann. Und er scheint recht zu haben, denn bevor er sich kurz Zeit für ein Gespräch nimmt, müssen erst jede Menge Kunden bedient werden.

„Es kommen dadurch Leute ins Geschäft, die wir sonst hier nicht gesehen haben“, sagt der Augenoptiker-Meister. „Die Kunden kamen früher rein und monierten, dass unsere hochqualitativen Gleitsichtbrillen von Zeiss und anderen Marken zwischen 500 und 1 200 Euro kosten. Bei Fielmann und Apollo würden sie andere Gleitsichtbrillen deutlich günstiger bekommen. Da konnten wir dann meist nicht viel machen“, erinnert sich Lohmann und erzählt, wie es heute läuft: „Es kam jetzt ein 82-Jähriger in den Laden, der sich im Internet informiert hat.“

Wenn der Interessent auf besagter Seite des Brillen-Großhändlers einen Termin bei einem Fachhändler in der Nähe machen wolle, würden ihm die nächsten drei Läden angezeigt. So gibt es einen in Lüdenscheid, in Werdohl und in Plettenberg.

„Der Termin wird nach der Auswahl automatisch in unser System eingepflegt und der Kunde dann ausführlich beraten“, erklärt Lohmann das Prinzip.

Sein Vorteil: „Ich habe Gebietsschutz und muss mich nicht um Werbung, Internet, Social Media oder die Termineingabe kümmern – das wird alles erledigt.“ Das in Berlin ansässige Unternehmen, das selbst keine Brillen vertreibt, sonden dazu bundesweit mit 620 Fachhändlern zusammenarbeitet, investiert jährlich rund 20 Millionen Euro in Werbung.

„Die Brillengestelle werden in Schweden oder Italien hergestellt, in Paris designt und in einer Fabrik in Shanghai zusammengebaut. Wenn wir hier den Sehtest gemacht haben und die Gläserstärke bestimmt haben, drücken wir auf einen Kopf und in China läuft die Produktion auf deutschen Maschinen an“, beschreibt Lohmann den Ablauf. Durch den Wegfall von Exporteuren, Groß- und Einzelhändlern könne man Preise bieten, die sonst undenkbar waren. „Und die Gleitsichtbrillen, die wir teilweise mit Steiner-Optik zwischen 120 und 500 Euro anbieten, sind qualitativ wirklich sehr gut. Wir tragen sie selber“, sagt Lohmann. Die Kunden würden damit vom Großeinkauf des derzeit viertgrößten deutschen Brillenproduzenten profitieren, hätten aber gleichzeitig ihren Fachhändler vor der Haustür.

„Das ist die Zukunft“, sagt Lohmann, ehe er sich um den nächsten Kunden im Geschäft kümmert.

Der Modepark Röther ist eröffnet. Mit ihm hat die Stadt Plettenberg eine große Einkaufsattraktion mehr. Die Kunden zeigen sich begeistert. Einerseits von der Auswahl, andererseits davon, dass das Modehaus wieder Leben in die Innenstadt bringt. Denn sonst hieß es immer: „Die Innenstadt ist tot“ oder „In Plettenberg ist nichts los“. Unzählige Male haben Nutzer im Internet kommentiert, es fehle an Shoppingmöglichkeiten. Die große Konkurrenz für den Einzelhandel, nicht nur in Plettenberg, ist wenig überraschend das Internet. Die Menschen bestellen immer mehr online. Wir würden gerne von ihnen wissen: Gehen Sie in der Innenstadt einkaufen? Nutzen Sie die Gelegenheiten vor Ort? Und wenn ja, wo gehen Sie am liebsten Shoppen? Oder bestellen Sie alles im Internet? Antworten schreiben Sie gerne per Mail an unsere E-Mail-Adresse st@mzv.net oder gerne auch per Post an die Adresse Offenbornstraße 1.

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