Weihnachten kommt diesmal in schwarzweiß

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Sie brauchen kein überschwängliches Bühnenbild: Die beiden Showpianisten David und Götz überzeugten in Finnentrop mit ihrem Spiel, mit ihren Stimmen und einer wohldosierten Mimik. Ansonsten reichten die Farben Schwarz und Weiß. 

Finnentrop - In diesem Jahr gibt es das Weihnachtsprogramm in schwarz-weiß. Denn Weihnachten ist (meist) gemeinschaftsstiftend. Musik ebenso, Singen noch viel mehr. Aber wie singt man in schwarz-weiß? 

In der Finnentroper Festhalle kam alles drei zusammen: Die Kulturgemeinde hatte die beiden Showpianisten David & Götz zur Adventsstunde eingeladen. Mit dabei: Zwei Flügel und zwei Weihnachtsbäume auf der Bühne und eine erfreulich große Besucherschar im gut gebuchten Haus.

Bereits zum zweiten Mal war das seit neun Jahren auftretende Pianistenduo am Freitag in Finnentrop. Ihr Programm heißt „So lang mal Träume noch leben kann“, aber eigentlich hätte man es auch einfach „Weihnachten mit David und Götz“ nennen können. 

Das Bühnenbild in Finnentrop ist, nun ja, sparsam. Schwarz und weiß stehen die beiden Flügel auf den Brettern und geben damit auch die Farbigkeit der beiden Musiker vor. Das hat Methode: David und Götz werden aus sich heraus in Erinnerung bleiben. So wie ihre CDs nicht über Amazon, sondern nur „live“ im Konzert verkauft werden („Wir wollen das nicht anders“), so wenig brauchen die beiden für ihre Kunst irgendwelche Hupfdohlen, schreiende Bühnendekoration oder Pyrotechnika auf der Bühne. 

Diese Künstler brauchen keine bunt angestrichenen Hupfdohlen

Schwarz und weiß – und diese beiden Weihnachtsbäume. David und Götz unternehmen mit den Plettenbergern und den Finnentropern eine Reise um die Welt und in die jüngere Musikgeschichte. Es gehr nach „New York, New York“, ins Vereinigte Königreich zu Queens „Bohemian Rhapsodie“ und in die Savanne zum „König der Löwen“. Da durfte es mal swingen mit „I got Rhythm“ und „Ich brauche keine Millionen“ – und Süßliches der Comedian Harmonists. „Veronika der Lenz ist da“ und der „kleine grüne Kaktus“ lassen die „Finnentroper Nachtigallen“ mitsingen, bevor David und Götz aus dem Publikum einen großen wohlklingenden Weihnachtschor formen. 

Da singt der vereinigte Weihnachtschor von Finnentrop und Plettenberg: Dr. Götz Östlind spitzt die Lauscher.

Nach der Pause setzt sich das Mitmachprogramm noch mehrfach fort, wenn es den Heiligabendkuchen als „aber bitte mit Sahne“ gibt. Starwars, Fluch der Karibik und das Phantom der Oper erklingen. Götz Östlind führt seine selbstkomponierte Sonate Nr. 5 auf, während David Harrington das Publikum wissen lässt „was wirklich wichtig ist“. Gemeinschaft nämlich, Menschen, Publikum. Und Weihnachten. „Oh du fröhliche“ singt der ganze Saal. Man singt in schwarzweiß, sehr analog, es ist ebenso schön wie unspektakulär. In Finnentrop geht das und es ist fein so. „Freue dich, oh Christenheit.“ Aber gerne!

Camilla und Stefan Aschauer-Hundt


Hier geht es zu "Bohemian Rhapsody", gespielt von den Showpianisten Davon und Götz:

https://www.youtube.com/watch?v=gIUGCjdPDLg

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