„Für uns kein Tabuthema“

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Der Selbsthilfe-Bus, den es bisher nur als grafisches Modell gibt, wird im Juni auch in Plettenberg Halt machen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen werden selten öffentlich thematisiert – für viele Menschen sind Themen wie diese noch mit Tabus behaftet. Nicht so bei der Plettenberger Selbsthilfegruppe Crohn / Colitis, die sich bereits auf den Stopp des NRW-Selbsthilfe-Trucks im Juni in Plettenberg freut.

Dr. Beate Hüser, Vorsitzende der heimischen Gruppe, hatte jetzt alle Mitglieder im Rahmen des obligatorischen Gruppentreffens über die NRW-Selbsthilfe-Tour informiert. Zwischen April und Oktober tourt ein Truck durch NRW, der unter dem Motto „Selbsthilfe bewegt in NRW“ vor allem Werbung für die Selbsthilfegruppen in den jeweiligen Städten machen möchte.

An dem vielfältigen Programm, das am 22. Juni zwischen 10.00 und 15.00 Uhr auf dem Marktplatz am Wieden präsentiert wird, möchte auch die Crohn / Colitis-Gruppe neben weiteren heimischen Selbsthilfegruppen teilnehmen. Die Plettenberger erwartet hier nicht nur eine Vielzahl an Informationen zu den einzelnen Angeboten – auch Musik, Unterhaltung und Talkrunden sollen geboten werden.

Für Dr. Hüser und ihre Gruppe sei dies eine besondere Möglichkeit, ihre Arbeit stärker in das Licht der Öffentlichkeit zu rücken. Denn die Crohn / Colitis-Gruppe würde nicht nur aufgrund ihrer relativ kleinen Mitgliederzahl nicht allen Plettenbergern bekannt sein. Dr. Hüser wisse aus Erfahrung, dass gerade entzündliche Darmerkrankungen nicht gerne thematisiert würden – gerade auch wenn es um künstliche Darmausgänge ginge. „Für uns ist das aber kein Tabuthema“, erklärt Dr. Hüser. Es sei wichtig, das bei manchen herrschende Unverständnis zu überwinden.

Die ehemalige Internistin am heimischen Krankenhaus sei selbst von der Krankheit betroffen. Das macht sie zu einer besonders geeigneten Ansprechpartnerin für andere Betroffene.

Im Rahmen der Gruppentreffen soll aber nicht nur über Krankheiten gesprochen werden. Der rege Erfahrungsaustausch sei zwar wichtig, mindestens ebenso bedeutsam sei jedoch die gemeinsame Freizeitgestaltung. „Wir gehen zum Beispiel auch wandern, Eis essen oder grillen zusammen“, erklärt Dr. Hüser. Natürlich ginge es aber auch darum, mehr Sicherheit im Umgang mit der Erkrankung zu bekommen und mehr Lebensqualität zu erreichen.

Die Gruppe existiert bereits seit über 20 Jahren. Ihr „Maskottchen“, die Schnecke Crohnulce“ (abgeleitet aus der Bezeichnung für die beiden Darmerkrankungen), sei seinerzeit von Mitgliedern in enger Anlehnung an das Logo des Dachverbandes DCCV (Deutsche Morbus crohn / Colitis ulcerosa Vereinigung) entwickelt worden, in dem die Plettenberger Selbsthilfegruppe natürlich auch Mitglied ist.

Wer den Kontakt zur Gruppe suchen möchte, der kann sich an die Ansprechpartner wenden oder aber am 22. Juni zum Wieden kommen – wenn der NRW-Selbsthilfe-Truck auch in der Vier-Täler-Stadt Halt macht.

- Die Plettenberger Crohn / Colitis-Gruppe trifft sich jeden zweiten Dienstag im Monat um 19.30 Uhr.

- Üblicherweise finden diese Versammlungen im Gemeinschaftsraum des Seniorenzentrums am Krankenhaus Plettenberg statt.

- Die Beratungssprechstunde findet auf Nachfrage im Krankenhaus im Sockelgeschoss (Zimmer 57) statt.

- Die Plettenberger Selbsthilfegruppe hat nicht nur Mitglieder aus der Vier-Täler-Stadt, sondern auch aus Attendorn, Meinerzhagen und Lüdenscheid.

- Für eine Terminvereinbarung oder aber weitere Informationen können sich Interessierte an Dr. Beate Hüser unter der Telefonnummer (0 23 91) 509 63 oder an Brunhilde Nakajew unter der Telefonnummer (0 23 94) 10 17 wenden.

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