Wenn die linke Hand nicht weiß, was die rechte tun soll

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So sieht es derzeit im Parkbereich unter der LWL-Klinik aus, wo sich seit Monaten nichts mehr tut.

 Plettenberg -  Am 7. Mai – also vor fast genau drei Monaten – berichtete die Heimatzeitung über die gelungene Fassadengestaltung der neuen LWL-Klinik an der Bahnhofstraße. Fenster und Geländer wurden montiert und alles schien so, als stünde die Eröffnung kurz bevor. Doch weit gefehlt. Wie Wolfgang Schulte, Geschäftsführer der Baufirma Mees Schlüsselfertigbau, auf Anfrage bestätigte, herrscht im Inneren des Gebäudes noch Rohbauzustand.

„Beim LWL ist man sich nicht so ganz einig, wie der Innenausbau aussehen soll. Die Pläne wurden zigmal geändert“, ärgert sich Schulte, dessen Unternehmen das rund drei Millionen Euro teure Bauprojekt errichtete und das Obergerschoss an den LWL weiterverkaufte. „Eigentlich wollten wir Ende April mit allem fertig sein, aber als sich die Entscheidungsfindung für den Ausbau über mehrere Monate hinzog, haben wir die Kolonne für den Innenausbau komplett abgezogen. 

Seit drei Monaten wurde dort kein Handschlag mehr getan“, sprach Schulte das aus, was man zuletzt vermuten konnte. Grund seien immer neue Sonderwünsche und Änderungen. „Das kostet alles unser Geld“, so Schulte, der Ende letzter Woche Hoffnung schöpfte, als man erneut über die Ausstattung beriet. Doch auch der dabei getroffene Entwurf sei nun schon wieder in Teilen hinfällig. Die Parkebene im Erdgeschoss habe man noch nicht fertiggestellt, weil der Bereich für die Estricharbeiten möglicherweise wieder verschmutzt werde.

 „Unser Bauleiter ist jetzt schon anderthalb Jahre für dieses Projekt gebunden, obwohl wir gerade nichts machen können“, ärgerte sich Schulte und fügte hinzu: „Das nervt alles ganz gewaltig.“ Auf die Frage, ob die Stadt Plettenberg eine Frist gesetzt habe für die Fertigstellung im Außenbereich, sagte der Geschäftsführer: „Die Stadt Plettenberg ist noch nicht auf uns zugekommen.“ Zum Hintergrund: Im Herbst ist der Startschuss zur Innenstadtsanierung geplant. Dabei soll ein durchgehender und farblich abgesetzter Fußweg das P-Center mit der Innenstadt verbinden. Doch genau dort, wo der Weg in Zukunft entlangführen soll, stehen wohl noch für längere Zeit Gerüste und Bauzäune. 

Warum beim LWL die linke Hand nicht weiß, was die rechte Hand tun soll, fragte das ST gestern Thomas Job, Abteilungsleiter für Wirtschaft, Technik und Versorgung an der LWL-Klinik in Hemer: „Eigentlich sind wir uns im Groben einig und ich bin guter Hoffnung, dass wir uns bald einig sind“, sagte Job. Mögliche Reibungsverluste begründete er mit der LWL-Satzung, die besage, dass die Hans-Prinzhorn-Klinik zwar Geldgeber für den Plettenberger Standort sei, die LWL-Zentrale Münster aber als Bauherr fungiere. Einiges drehe sich auch um die Frage, welche Ausstattung man für welches Geld bekomme.

 Aber aktuell sei „alles im Fluss“, so Job, der allerdings auch zugab, dass zuletzt „nicht alles rund gelaufen ist.“ Den Schwarzen Peter wolle er sich aber nicht zuschieben lassen. „Wenn überhaupt, haben alle drei Parteien die Hand am Schwarzen Peter“, so Job, der mit einer Eröffnung der LWL-Tagesklinik im ersten oder möglicherweise auch erst im zweiten Quartal 2019 rechnet.

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