Wer hat in seinem Garten das schönste Insekten-Paradies?

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Insektenfreund Uwe Meister und Bürgermeister Ulrich Schulte unterstützen Annette Maus vom Tierschutzverein bei dem Wettbewerb, für den die schönsten privaten insektenfreundlichsten Gärten gesucht werden.

Plettenberg - Jeder, der einen großen Garten hinterm Haus oder vielleicht nur einen kleinen Vorgarten vor der Tür hat, kann mitmachen: Der Tierschutzverein sucht das schönste Insekten-Paradies in Plettenberg und belohnt drei Hobbygärtner mit Geldpreisen.

Der Aufruf kommt pünktlich zum Beginn der Gartenzeit und richtet sich an alle Privatleute mit einem Garten in Plettenberg. Wer auf seiner Wiese schon seit Jahren viele Pflanzen für Insekten eingesät hat, kann ebenso teilnehmen wie diejenigen, die ihren Garten nun ganz aktuell umgestalten wollen. Der Wettbewerb könnte dafür ein zusätzlicher Ansporn sein. „Es kann jeder sagen: Ich nehme mir jetzt einen Spaten und streue Wildblumensamen in meinen Garten“, wirbt Bürgermeister Ulrich Schulte, der die Aktion unterstützt.

Selbst eine Wildblumenecke würde schon helfen. „Man kann ja auch einfach einige Quadratmeter des Gartens abtrennen und auf dieser Fläche etwas für Insekten pflanzen“, schlägt der Bürgermeister vor. Noch besser ist natürlich ein ganzer Wildblumen-Garten, der nicht nur den Insekten, sondern auch den Eigentümern Vorteile bringt, wie Ulrich Schulte betont: „Man muss nicht mehr alle zwei Wochen mit dem Rasenmäher drüber.“

Rund zwei Monate bleiben Zeit, denn bis spätestens dahin müsste sich Interessierte bei Annette Maus vom Tierschutzverein (Ruf 01 57/ 33 27 18 83) für den Wettbewerb anmelden, denn Mitte Juni wollen drei fachkundige Juroren die Gärten in Augenschein nehmen und die drei Gewinner küren. Dem Sieger winken 300 Euro in Form von P-Schecks, dem Zweiten 200 Euro und dem Dritten 100 Euro. Warum P-Schecks? „Damit die Bürger das Geld in Plettenberg ausgeben“, betonte Bürgermeister Schulte.

Uwe Meister, Mit-Initiator und Insektenfreund, hofft nicht nur, dass die Plettenberger Hobbygärtner sich zahlreich für den Wettbewerb bewerben, sondern dass andere Kommunen diesem Beispiel folgen und sich für insektenfreundlicherere Gärten einsetzen. „Denn zusammen kann man noch viel mehr bewegen als alleine.“

Zur Info:

Warum richtet der Plettenberger Tierschutzverein einen solchen Wettbewerb aus? Ganz einfach: Weil durch Studien, zum Beispiel aus Krefeld, nachgewiesen worden ist, dass die Zahl der Insekten massiv zurückgegangen ist. Über die Gründe kann man nur spekulieren. Eine umfangreiche Serie zu diesem Thema in der Heimatzeitung vom Juni letzten Jahres hat ergeben, dass im Wesentlichen einerseits Insektizide wie Neonicotinoide, die in der Landwirtschaft verwendet werden, Schuld sind, aber andererseits auch die immer weniger blühenden Gärten an den Häusern, in denen mittlerweile mehr Steine liegen als Blumen blühen.

Der Tierschutzverein hat reagiert und die Abteilung Insektenschutz ins Leben gerufen. Deren Leiterin Annette Maus will auf das Thema aufmerksam machen und kann sich dabei auch auf die Unterstützung des Imkervereins, der drei Plettenberger SGV-Abteilungen und des Denkmalschutzvereins verlassen.

Am PleWo-Sonntag, 6. Mai, wird Annette Maus auch an einem Stand vor Elektro Reingen vertreten sein, wo sie gemeinsam mit Insektenfreund Uwe Meister aufklären will und durch eine Verlosung Geld für den Insektenschutz sammeln wird. Ein Los soll 50 Cent kosten; für die Preise hoffen die Organisatoren noch auf die Unterstützung des örtlichen Einzelhandels.

Auch die Stadt Plettenberg reagiert auf den Insektenschwund. Bürgermeister Ulrich Schulte konnte gestern beim Pressetermin für den Wettbewerb ankündigen, dass in den nächsten Wochen eine Wildblumenwiese hinter dem Albert-Schweitzer-Gymnasium angelegt wird. Dort wird der Bauhof die Grasnarbe abfräsen, um danach Wildblumen auszusäen. Damit die Aktion gelingt, hat sich die Stadt extra Rat von Wildblumenexperten aus Lüdenscheid geholt. Damit sich niemand über den Wildblumenwuchs wundert und es keine Anrufe beim Bauhof gibt, in denen gefordert wird, die Wiese müsse gemäht werden, will die Stadt auch ein Schild mit dem Hinweise auf eine Wildblumenwiese anbringen.

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