Plettenberger Wetterhahn-Duplikat zeigt kein Wetter an

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Kunstschmied Roland Bongert bestreicht unter den Augen von Pfarrer Dietmar Auner (li.) und Presbyter Bernd Paulus die Aufhängung des Hahns mit Spezialfett

Plettenberg – Zwei geklaute Wetterhähne und ein Duplikat, das sich nicht dreht. So stellt sich die Situation an der Christuskirche in Plettenberg dar. Anwohner Friedrich Gohmann bemängelt, dass der Wetterhahn festsitzt und Leser Jürgen Schütz schrieb: „Leider dreht sich der Wetterhahn nicht mehr und zeigt deshalb nur selten die korrekte Windrichtung an.“

Pfarrer Dietmar Auner bestätigte dies auf Anfrage unserer Zeitung. „Vielleicht hat das damals verwendet Fett etwas damit zu tun, denn im Jahr danach hatten wir einen extrem heißen Sommer“, vermutet Auner, der selbst auch bedauert, dass sich der imposante Hahn nicht mehr dreht und laut Friedrich Gohmann stur in Richtung Südwest zeigt. Um das Rätsel zu lösen, fragten wir bei Kunstschmied Roland Bongert nach, der den Nachbau des Wetterhahnes im Jahr 2014 auf der Kirchturmspitze befestigte und dabei die Halterung für den Wetterhahn tatsächlich mit Fett einschmierte.

 „Dieses Spezialfett ist für Temperaturen von -80 bis 180 Grad Celsius gedacht – daran kann es nicht liegen. Und grundsätzlich ist Fett immer positiv“, sagt Bongert, der dies in den letzten 25 Jahren bei der Installation von Wetterhähnen verwendet. „Das ist definitiv der einzige Fall, wo sich der Hahn nicht mehr dreht“, bedauert Bongert, der bereits zahlreiche ähnliche Hähne in luftiger Höhe installierte. 

Dass der Wetterhahn einer Kirche gleich zweimal geklaut werde, sei schon mehr als ungewöhnlich. Der Hahn aus dem Jahre 1864 war bekanntlich erst vor kurzem von Telekom-Mitarbeitern unweit der Christuskirche gefunden wurden. Kunstschmied Bongert hatte diesen Hahn vor seinem zweiten Diebstahl noch eigenhändig mit zwei Lagen Blattgold versehen. Deshalb sei es verwunderlich, dass der Wetterhahn einfach achtlos weggeworfen wurde. 

Den wiederaufgetauchten Ur-Hahn, der zum Museumsstück werden soll, soll Bongert erneut auffrischen. Zudem ist er gerne bereit dabei zu helfen, den Hahn, der das Wetter nicht mehr anzeigen will, wieder gängig zu machen. „Die Zusammenarbeit in Plettenberg war toll, deshalb bin ich zur Stelle, um zu helfen“, sagte Bongert. Allerdings, und das ist laut Pfarrer Auner das Problem, gibt es kein Gerüst mehr zur Installation und für eine Kranlösung fehle aktuell das Geld.

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