Lenneroute könnte Kersmecke mit dem Haltepunkt Hestenberg verbinden

Schwer den Radweg umzusetzen: Viele Privatgrundstücke und Angst vor Einbrechern

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Plettenberg - Die Stadt Plettenberg plant einen Radweg, der die Lenneroute über die Kersmecke mit dem bereits vorhandenen Weg am Plettenberger Haltepunkt verbindet; wohlgemerkt ist diese Planung derzeit noch sehr vage und bei weitem nicht verbindlich. 

Denn die Sache hat einen Haken: Viele Stücke dieses möglichen Radweges sind in Privatbesitz. Kommt es zu keiner Einigung mit der Stadt, könnten wichtige Puzzleteile fehlen.

Der Planungsausschuss hatte am Freitag zu einer Begehung des Geländes eingeladen. Rund 30 Interessierte waren gekommen, um sich ein Bild zu machen. „Wir wollen die Rad- und Wanderwege attraktiver machen“, erklärte Matthias Schröder vom Sachgebiet Stadt- und Umweltplanung. Die Verbindung von Lenneroute und Haltepunkt über die ehemalige Bahntrasse sei immer wieder ein Schlüsselpunkt. Aber: „Es geht hier erst mal nur um die Vorplanung“, sagte Schröder.

Die Begehung startete Am Werkshagen, schräg gegenüber des Bommecke-Viadukts. Dieser Bereich ist zurzeit mit Baustellenzäunen abgesperrt. „Ich fahre hier jeden Tag her; es ist fürchterlich, sich das anzuschauen“, monierte ein Anwohner. Bürgermeister Ulrich Schulte erklärte, dass es sich um einen Übergangszustand handele und man nach einer Lösung suche. Von der Lenneroute könnte der Weg über den Werkshagen in Richtung Kersmecke geführt werden. Problematisch sei der Verkehr auf der Ohler Straße, die überquert werden müsste. „Tempo 100 ist normal“, erklärte ein anderer Anwohner. Hier stellte sich die Frage, wie dies gelöst werden solle.

Der Höhenunterschied von der Lenne zum Werkshagen könnte bei einer sechsprozentigen Steigung mit Serpentinen bewältigt werden; wie genau das umgesetzt werden kann, ist bislang unklar. Auf Nachfrage eines Bürgers versicherte die Stadt aber, dass das Bommecke-Viadukt vollständig mit eingeplant wird. Es sei einfach zu schade, dieses abzureißen oder zu vernachlässigen.

Am Werkshagen wurden in den letzten Jahren bereits tausende Tonnen Erde vom Gewerbegebiet Osterloh aufgeschüttet – gut 50 000 Kubikmeter würden nach Rechnungen der Stadt noch fehlen, um eine einheitliche Höhe zu haben. Damit könnte der Weg theoretisch gebaut und für die Öffentlichkeit geöffnet werden. Einige Anwohner äußerten ihre Zweifel und nannten Einbrecher als ernst zunehmende Gefahr. „Bis jetzt hatten wir immer Ruhe; aber wenn der Weg genutzt wird, kommen Einbrecher“, erklärte ein Anwohner, der der Stadt dieses Anliegen gerne auch „schriftlich“ geben wollte. Hierauf entbrannte die nächste Diskussion. Die von der Stadt vorgeschlagenen Büsche, die als Sichtschutz der Privatgrundstücke dienen sollen, sollten nach mehreren Anwohnern gegen Mauern ersetzt werden, um möglichen Diebstählen vorzubeugen. Die Gruppe ging anschließend weiter den Weg Im Maisel hinauf, bis hin zum „Philosophenweg“ – von dort hatten die Interessierten einen Blick auf die Wiesen, auf denen der neue Weg gebaut werden könnte. Doch mit jedem Meter in Richtung Haltepunkt, wuchsen die Zweifel der Anwesenden.

„Das wird so nichts“, mutmaßte ein Bürger, der das Problem, ähnlich wie viele andere, in den noch nicht geführten Gesprächen mit den Anwohnern sah. „Wir haben bisher nur mit einzelnen Betroffenen gesprochen“, erklärte Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier. Er erklärte auch, dass diese Gespräche maßgeblich für ein Gelingen des Weges seien – ohne die Zustimmung der Grundstückseigentümer, wäre der Weg schlichtweg nicht möglich.

Der Rundgang sollte nur die ersten groben Planungen zeigen. Konkretere Pläne, die dann auch mit den Bürgern diskutiert werden sollen, sollen in den nächsten Monaten folgen.

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