Wechselunterricht startet

Schulen vor dem Wiederbeginn: Wie sieht es in Plettenberg aus?

Albert-Schweitzer-Gymnasium
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An den weiterführenden Schulen in Plettenberg – hier das Albert-Schweitzer-Gymnasium – beginnt für einige Klassen wieder Präsenzunterricht.

Plettenberg – Ab dem 22. Februar kehren nicht nur die Grundschüler im Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurück. Auch die weiterführenden Schulen steigen mit einigen Jahrgängen wieder in den Unterricht vor Ort in der Schule ein, verfolgen dabei aber unterschiedliche Modelle.

Realschule

Für die Klassen 5 bis 9 an der Geschwister-Scholl- Realschule geht es ab Montag erst einmal wie gehabt mit Distanzunterricht weiter, wobei laut Mitteilung auf der Schulwebseite für Schüler der Klassen 5 und 6 auf Antrag der Eltern weiterhin eine pädagogische Betreuung möglich ist. Für die Klasse 10 beginnt dagegen wieder der Präsenzunterricht.

„Alle Zehner kommen jeden Tag in die Schule, aber wir teilen die Klassen, sodass wir nur halbe Klassen in den Unterrichtsräumen haben“, erklärt Schulleiterin Monika Storm. Da die Lehrer sowohl im Präsenz- als auch im Distanzunterricht Lernstoff vermitteln, musste allerdings umgeplant werden. „Mit dem normalen Stundenplan würde das nicht funktionieren, deshalb bekommen die Zehner einen neuen Stundenplan, damit wir es gut organisiert kriegen“, so Storm. Aber die Zehntklässler werden nicht jeden Tag sechs Stunden Präsenzunterricht in der Schule haben, sondern vor allem im Nachmittagsbereich auch Distanzunterricht.

Auf Distanz unterrichtet werden klassenübergreifende Fächer, in denen normalerweise Schüler verschiedener Klassen zusammenkommen, was momentan auf jeden Fall vermieden werden soll. Das heißt, dass in den Differenzierungsfächern Geschichte und Physik sowie die Wahlpflichtfächer – Französisch, Biologie, Sozialwissenschaft, Informatik und Technik – Distanzunterricht angesagt ist.

Trotz der Einschränkungen gehe es darum, guten Unterricht zu machen, sagt Schulleiterin Storm. „Wir freuen uns, dass die Zehner wieder da sind, aber es schwingt auch ein wenig Sorge mit.“ Deswegen sei man sehr auf Sicherheit bedacht. So gebe es für die einzelnen Klassen unterschiedliche Ein- und Ausgänge und auch der Schulhof werde unterteilt, um die Klassen in den Pausen möglichst weit auseinander zu halten. Außerdem sollen die Schüler mit FFP2- oder medizinischen Masken zum Unterricht erscheinen und auch eine Ersatzmaske mitbringen.

Zeppelinschule

„Wir werden die Schülergruppen teilen und diese werden dann im täglichen Wechsel in die Schule kommen“, sagt Sandra Noltsch, Leiterin der Zeppelinschule. Die Rückkehr in den tageweisen Präsenzunterricht gilt erst einmal nur für die Schüler der Jahrgangsstufe 10. Die Klassen 5 bis 9 erhalten, wie vom Schulministerium vorgesehen, erst einmal weiterhin Distanzunterricht. Den Start des Wechselmodells begrüßt Noltsch. Dies sei auf jeden Fall der richtige Schritt. „Die Kinder brauchen den persönlichen Kontakt zu den Lehrern, um zielgerichteter fragen zu können. Und auch die Lehrer können ihnen so zielgerichteter antworten. Der Distanzunterricht kann den persönlichen Kontakt nicht ersetzen.“

Auch das Kollegium stehe der Rückkehr zum Präsenzunterricht positiv gegenüber. „Mit den geteilten Lerngruppen fühlen sie sich ein Stück weit sicherer, als wenn sie gleich wieder in kompletten Klassen unterrichten müssten.“ Der Vorlauf von mehr als einer Woche zwischen Ankündigung des Schulministeriums und Start des Wechselmodells habe aus Noltschs Sicht ausgereicht, sei aber auch notwendig gewesen, um alles vorzubereiten und mit allen schulischen Mitwirkungsgremien abzustimmen.

ASG

Am Albert-Schweitzer-Gymnasium ändert sich für die meisten Jahrgänge ab Montag wenig. Von Klasse 5 bis zur Einführungsphase (EF) der Oberstufe wird der Distanzunterricht weitergehen. ab Montag in den meisten Jahrgängen weiterhin Distanzunterricht erteilt. In den Oberstufen-Jahrgängen Q1 und Q2 (Qualifikationsphase) wird dagegen der Präsenzunterricht wieder aufgenommen. Ein täglicher Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht würde allerdings bei den differenzierten Kursen der Oberstufe nicht funktionieren, erklärt Schulleiterin Elisabeth Minner. Einige Kurse bleiben zusammen und werden jeweils in einem Klassenraum unterrichtet, wofür die größeren Räume, aber auch die ASG-Aula genutzt werden sollen. Das ist das Modell A.

Bei größeren Kursen würde Modell B greifen. „Bei 28 Schülern würden wir dann zwei 14er-Lerngruppen bilden und in benachbarten Räumen unterbringen“, erklärt Minner. Der Kurslehrer soll diese dann im Wechsel betreuen. Bei einigen geteilten Kursen gebe es zudem die Möglichkeit – das wäre Modell C – aus einem Raum in den anderen zu streamen. Das Equipment und die Leitungskapazität, um das in größerem Umfang zu tun oder gar den Unterricht komplett nach außen zu streamen, habe man aber nicht. „Wir schauen uns an, wie diese drei Varianten funktionieren und werden nachsteuern, wenn sie es nicht tun“, so Minner. Der Plan für den Präsenzunterricht gilt ohnehin vorerst nur für die nächsten zwei Wochen, bis nach erneuten Bund-Länder-Beratungen möglicherweise wieder etwas geändert werden muss.

Angesichts der weiter gegebenen Ansteckungsgefahr und der Ausbreitung von Mutationen ist die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts auch mit Bedenken verbunden. „Es gibt durchaus Sorgen“, bestätigt Minner. Mit den getroffenen Schutzmaßnahmen – separate Eingänge, zahlreiche Infektionsmittelspender, Mindestabstände und zuletzt einer großzügigen Maskenspende – seien aber die Voraussetzungen dafür da, den Präsenzunterricht so sicher wie möglich durchzuführen. Dabei werde man auch vom Schulträger sehr gut unterstützt, sagt Minner. Pädagogisch sei die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts sinnvoll, sagt die Leiterin des ASG. „Der Distanzunterricht hat zwar gut funktioniert, aber einiger Schüler verliert man da schon etwas.“

GBBK

Am Gertrud-Bäumer-Berufskolleg ist für einen Teil der Schüler ab heute auch wieder Präsenzunterricht angesagt, und zwar für die Klassen, die im Frühjahr schriftliche Abschlussprüfungen haben, sagt Schulleiterin Ursula Wortmann-Mielke. „Die werden in Klassenstärke da sein und jeden Tag Präsenzunterricht haben.“ Die Klassen sind je nach Ausbildungsgang unterschiedlich groß, meist aber kleiner als die Klassen etwa an einer Realschule. Da die Klassen, die keine Abschlussprüfungen schreiben, weiter Distanzunterricht erhalten, können die Präsenzklassen auch jeweils in den größten Räumen unterrichtet werden, sodass die Hygienemaßnahmen gut umsetzbar seien, erklärt die Schulleiterin. Zu den Klassen, die wieder in die Schule kommen, gehören auch die internationalen Förderklassen. „Weil die Schüler in den Förderklassen noch im Spracherwerb sind, fanden wir es besonders wichtig, sie in den Präsenzunterricht zurückzuholen.“

Insgesamt habe der Distanzunterricht am GBBK gut funktioniert, viel besser als im ersten Lockdown, sagt Wortmann-Mielke. Trotzdem sei es wichtig, dass die Schüler vor den schriftlichen Prüfungen noch einmal Präsenzunterricht haben, damit sie dort gezielter Fragen stellen und sich vorbereiten können. Auch die direkte Beziehung zu den Lehrern sei von Bedeutung, um den Schülern Sicherheit für die anstehenden Prüfungen zu geben.

Grundschulen

An den Plettenberger Grundschulen findet der Unterricht im Wechsel statt. Dabei werden alle Klassen in zwei Lerngruppen eingeteilt, die im Wechsel in der Schule unterrichtet werden oder Distanzunterricht haben. An einem Tag wären dann beispielsweise alle Lerngruppen A in der Schule, an einem anderen alle Lerngruppen B. Der Wechselmodus ist dabei von Schule zu Schule unterschiedlich. An der Hallenschule und an der Martin-Luther-Schule findet ein täglicher Wechsel von Präsenz- und Distanzunterricht statt. An der Grundschule Holthausen haben die jeweiligen Lerngruppen ebenfalls im täglichen Wechsel Unterricht, allerdings immer an den gleichen Wochentagen, also montags und mittwochs bzw. dienstags und donnerstags. Welche Gruppe außerdem am Freitag Präsenzunterricht hat, wechselt von Woche zu Woche. An der Eschenschule haben die Schüler einer Lerngruppe zwei oder drei Tage am Stück Präsenzunterricht, in der darauffolgenden Woche wird gewechselt.

Maskenplicht

Zum Wiedereinstieg in Präsenz- oder Wechselunterricht wurde die Coronaschutzverordnung erneut angepasst. Wegen der Virusmutationen gelten hohe Infektionsschutzanforderungen. Feste Gruppen und Maskenschutz haben dabei eine erhöhte Bedeutung. Daher muss überall im Schulgebäude grundsätzlich eine medizinische Maske getragen werden. Kinder bis einschließlich Klasse 8 können eine Alltagsmaske anziehen, wenn die medizinische Maske wegen der Größe nicht passt.

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