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Wegen Asbest und PCB: Schulumzüge stehen bevor

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Von: Johannes Opfermann

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An der Geschwister-Scholl-Realschule ist eine Asbest- und PCB-Sanierung nötig. Für das kommende Schuljahr ziehen Teile der Schule daher ins KBOP.
An der Geschwister-Scholl-Realschule ist eine Asbest- und PCB-Sanierung nötig. Für das kommende Schuljahr ziehen Teile der Schule daher ins KBOP. © Jeide, Sabrina

Die Plettenberger Geschwister-Scholl-Realschule wird wegen Asbest- und PCB-Belastungen im Neubau-Trakt zum Teil ins KBOP der Zeppelinschule umziehen. Dieses wiederum wird zum Hauptstandort an der Zeppelinstraße verlegt. Die Umzüge stehen nun kurz bevor.

Plettenberg - Bereits im März hatte die Stadt in einem Elternbrief über die Belastung des Neubaus mit Asbest und PCB (Polychlorierte Biphenyle) informiert. Die beiden Stoffe, die als gesundheitsgefährdend gelten, wurden im Rahmen der Planung für die Brandschutzsanierung des Neubaus festgestellt. Obwohl laut den damaligen Messungen keine Gesundheitsgefahr für Kollegium und Schülerschaft besteht und das Gebäude weiterhin nutzbar ist, entschied man sich für eine Komplettsanierung in den Sommerferien.

PCB-Wert bei letzter Messung erhöht

Seit dem Befund wurden weitere Messungen durchgeführt, nach Auskunft der Stadt Plettenberg zuletzt Anfang Mai; die Ergebnisse lagen am 23. Mai vor. Wie Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen, mitteilt, sei die Messung für Asbest ohne Befund gewesen. Das gelte bis auf eine Ausnahme auch für die Messung auf PCB. In einem Flur war demzufolge einer der Messwerte etwas erhöht und lag oberhalb des Wertes, welcher laut PCB-Richtlinie langfristig noch als tolerabel gelte.

Um dies zu lösen, wurde nur zwei Tage später durch den Gutachter ein passendes Luftreinigungsgerät aufgestellt, welches die Raumluft kontinuierlich von PCB reinigt. Der Nachteil, dass der Flur schwer zu lüften ist – es fehlen Fenster und die vorhandenen Brandschutztüren sind geschlossen zu halten –, werde durch das Gerät wieder aufgehoben, heißt es aus dem Bauamt. Damit lägen die Werte wieder unterhalb der Schwelle. Dies sei die schnellste Lösung gewesen, Alternativen wie eine Entfernung des PCB schon vorab oder eine Beschichtung hätten demnach länger gedauert. Solange das Gebäude genutzt werde, würden aber weiterhin regelmäßige Messungen durchgeführt.

KBOP wird für Realschule freigezogen

Parallel laufen schon seit einigen Wochen die Umzugsvorbereitungen in den Schulen. „Wir packen das Material zusammen, das wir brauchen, damit wir nach den Sommerferien wieder starten können“, sagt Sandra Noltsch, Leiterin der Zeppelinschule. Die Stadt unterstütze die Schule beim Transport und sorge dafür, dass an der Zeppelinstraße dann wieder ein geordneter Schulbetrieb weitergehen kann.

Während die Schulen das nötige Material zusammenpacken, unterstützt die Stadt beim Transport. Der Auftrag für den Umzug aus dem KBOP an die Zeppelinstraße werde aktuell vergeben, teilt Christoph Wilk, Sachgebietsleiter Jugend, Schule und Sport mit. Danach gehe es dann an den Teilumzug der Realschule ins KBOP. „Wichtig ist, dass wir nach den Ferien direkt gut starten können.“

Sandra Noltsch ist da optimistisch: „Am Anfang ist es vielleicht erst mal ein bisschen ruckelig, aber ich denke, es wird uns gut gelingen.“ Die jetzigen Zehner betrifft der Umzug nicht mehr, sie werden am 17. Juni entlassen, aber den Jahrgang 9. Es seien etwa 60 Schülerinnen und Schüler, die dann aus dem KBOP an die Zeppelinstraße umziehen.

In der Realschule nebenan sitzt man noch nicht auf gepackten Kisten. Ans Packen soll es erst gehen, wenn das Schuljahr wirklich vorüber ist, sagt Realschulleiterin Monika Storm. Die Räumlichkeiten des KBOP habe man sich bereits vor eingier Zeit angesehen und in Abstimmung mit der Stadt einen Plan für den Umzug und die Nutzung der dortigen Räume erstellt. Welche Klassen der Realschule genau von dem Umzug betroffen sind, darüber sollten aber zunächst die Schüler und deren Eltern informiert werden. „Es ist nicht so, dass wir einen kompletten Jahrgang rüberbringen, sondern wir werden es mischen“, erklärt sie.

Klassenräume als Fachräume nutzen

Der Umzug werde aber viele Schüler betreffen, da sich in dem Neubau, der saniert werden müssen, Fachräume für Chemie, Physik, Kunst und Musik befinden. Im KBOP werde man dann die dortigen Klassenräume im kommenden Schuljahr als Fachräume nutzen.

Es sollen ausreichend Materialien mit herübergenommen werden, sodass auch im KBOP – etwa im Chemieunterricht – auch kleine Experimente durchgeführt werden können. „Aber natürlich nicht in dem Umfang wie hier, denn wir haben im KBOP keine vollständige Fachraumausstattung“, so Storm. Ein Beratungsraum, der sich ebenfalls im betroffenen Neubau-Trakt befindet, wird allerdings nicht ins KBOP, sondern in den Altbau der Realschule umziehen.

Gebäude wird komplett entkernt

Wenn dann der betroffene Realschul-Teil leer ist, kann es an die Asbest- und PCB-Sanierung gehen. Diese beinhaltet laut Bauamtsleiter Jülich das Entfernen der Asbestquellen (Brandschutzplatten) und PCB-Quellen (Fugenmaterialien). Das Gebäude werde dafür quasi komplett entkernt, stehen bleibe die eigentliche Gebäudehülle.

In dem Zuge werden die technischen Anlagen – von Elektronik und EDV über Wasser, Abwasser und Beleuchtung – sowie die Anlagen zum Brandschutz wie Brandschutztüren und auch Boden- und Wandbeläge komplett erneuert. Ebenso werde man sich um die älteren naturwissenschaftlichen Fachräume kümmern.

Eine genaue Prognose zur Zeit- und Kostenplanung ist nach Auskunft aus dem Bauamt wegen der allgemeinen Situation auf dem Baumarkt und vor allem auch bei spezieller Schulausstattung schwierig. Maßgeblich sei der Zeitpunkt, an dem mit der Sanierung gestartet werden kann. Ein externer Fachplaner erstelle das Leistungsverzeichnis, danach möchte die Stadt nach derzeitigem Stand in diesem Monat die Ausschreibung durchführen. Damit gebe es noch eine realistische Chance in diesem Jahr mit der Sanierung zu starten. Die reinen Sanierungskosten liegen grob geschätzt im Bereich von 850 000 bis 950 000 Euro brutto, dazu kommen die Kosten für die Wiederherstellung der Räume auf den heute aktuellen Stand.

Bevor der vorübergehende Umzug von KBOP und Realschule notwendig wurde, sahen die städtischen Planungen im Schulbereich eigentlich ganz andere Umzüge vor. Die Zeppelinschule sollte komplett zum KBOP-Standort und dieser durch einen Anbau ergänzt werden. Die Martin-Luther-Schule sollte in die dann leerstehende Zeppelinschule umziehen. Die Stadt geht im Moment davon, aus, dass sich diese Umzugspläne etwa um ein Jahr verschieben, wobei man sich am Schuljahr nicht am Kalenderjahr orientiere. Auch wenn sich die Maßnahmen nach hinten verschöben, könnte die Zeit gut für Planungen genutzt werden, teilt das Bauamt mit.

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