Ausstellung in der Sparkassse

Wie schütze ich mich vor einem Einbruch? Polizei gibt Tipps

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Michael Hugnagel zeigte bei einer Ausstellung zum Thema Einbruchschutz in der Sparkasse, wie sicher bzw. unsicher ein Fenster sein kann.

Die dunkle Jahreszeit hat begonnen. Gerade in dieser Zeit steigt bei vielen Bürgern die Angst vor einem Einbruch. Doch ist mein Zuhause wirklich sicher vor dem Eindringen von Fremden? Die Kriminalpolizei gibt simple Tipps zum Schutz der eigenen vier Wände.

„Mit dem richtigen Verhalten fängt es an“, sagt Kriminalhauptkommissar Michael Hufnagel. Das A und O sei, die Wohnungstür abzuschließen, wenn man die Wohnung verlasse und die Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren zu schließen – denn auch gekippte Fenster sind offene Fenster.

Außerdem sollte der Eindruck vermittelt werden, dass noch jemand Zuhause ist. „In der dunklen, dämmrigen Phase sollte das Licht angelassen werden beziehungsweise eine Zeitschaltuhr für die Beleuchtung eingerichtet werden“, erklärt Michael Hufnagel.

Doch wenn ein Einbrecher einmal den Entschluss gefasst hat einzubrechen, helfe nur eine technische Sicherung. Dies zeigte Michael Hufnagel auch gemeinsam mit seinem Kollegen Michael Schneider kürzlich in der Filiale der Sparkasse im Umlauf bei einer Ausstellung der Provinzial-Versicherung zu diesem Thema.

„Rund 80 Prozent der Einbrüche passieren über Fenster. Dazu zählen auch Terrassen- und Balkontüren“, berichtet Hufnagel. Der Grund dafür sei, dass Fensterbau in Deutschland ein Massengeschäft sei und vieles vom Preis abhängig sei. Wichtig sei, dass das Beschlagsband des Fensters sogenannte „Zapfen“ als Schließelemente hat und die dazugehörigen Schließteile, um zu verhindern, dass das Fenster einfach ausgehebelt werden kann. Lediglich ein abschließbarer Fenstergriff bewirke bei der Einbruchsicherung wenig, da dieser nur dazu diene, den Griff zu blockieren. Nur mit der richtigen Beschlagstechnik würde der abgeschlossene Griff verhindern, dass der „Zapfen“ – das Schließelement – nicht rausgeschoben, also ausgehebelt, werden könne. Das Beschlagsband und andere Sicherheitsmaßnahmen wie Zusatzschlösser ließen sich jedoch einfach nachrüsten.

Micheal Schneider (li.) und Michael Hufnagel (re.) machen auch individuelle Beratungen.

In den seltensten Fällen werde eine Scheibe eingeschlagen. Das führe zum einen zu Lärm und zum anderen sei die Verletzungsgefahr groß, wodurch die Polizei durch hinterlassene DNA-Spuren den Täter zu fassen bekommen könnte.

ekommen könnte. Was die Haus- und Wohnungstüren betrifft, sei es wichtig, dass diese abgeschlossen werden, da sie sonst mit einem Hilfsmittel einfach aufzudrücken seien. „Entscheidend ist dabei aber ebenfalls die Aufnahme des Riegels“, sagt der Experte. Zudem sollte der Zylinder des Türschlosses nicht freigelegt sein, damit dieser nicht beschädigt werden kann. „Der Zylinder besteht aus zwei Teilen und wenn er bricht, fällt ein Teil in den Rahmen“, erklärt Michael Hufnagel. Dadurch sei die Tür dann einfach zu öffnen.

Eine weitere Schwachstelle an den Türen seien die Einbohrbänder, das heißt die Wandseite der Tür. Diese sollte von innen extra gesichert werden.

Damit sich ältere Menschen sicher fühlen, empfiehlt Michael Hufnagel ihnen eine Sperrbügelfunktion. Diese sei von innen und außen verschließbar und würde ermöglichen, dass die Bewohner die Tür von innen öffnen können, aber die Tür dabei nicht von einem Eindringling aufgedrückt werden könne. Der Einbruchschutz fange allerdings schon an der Grundstücksgrenze an. „Grundstücke, die von einem zwei Meter hohen Zaun und mit einem abschließbaren Tor umgeben sind, werden zum Beispiel kaum für Einbrüche ausgewählt. Dort ist die Wahrscheinlichkeit für den Täter höher, erwischt zu werden und nicht fliehen zu können. Das Entdeckungs- und Ergreifungsrisiko spielen eine große Rolle“, erklärt der Experte. Außerdem könnten aufmerksame Nachbarn Einbrüche verhindern.

Individuelle Beratung:

Die Polizei bietet auch eine individuelle und kostenlose Beratung an. „Da wir viel unterwegs sind, läuft häufig ein Band. Einfach darauf eine Nachricht hinterlassen und wir melden uns, um einen Termin zu vereinbaren“, sagt Michael Hufnagel. Zu erreichen sind die Experten unter der Rufnummer (0 23 72) 90 99 55 11 oder -55 12. Die KFW-Bank fördert übrigens auch Maßnahmen zum Einbruchschutz, informiert Schneider.

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