Umsatzeinbruch um 70 Prozent

+
Die Firma Schürholz, die weltweit vier Standorte hat, verzeichnet aktuell hohe Umsatzverluste.

Plettenberg – Die Gewerbesteuervorauszahlungen der heimischen Industriebetriebe sprechen eine deutliche Sprache. Statt der für 2020 anvisierten 21,5 Millionen Euro kann die Stadt Plettenberg derzeit nur mit gut 10 Millionen Euro rechnen. Eines der Unternehmen, das derzeit deutlich weniger Umsätze erzielt und entsprechend weniger Gewerbesteuern zahlt, ist die Firma Schürholz.

„Wir haben aktuell einen Umsatzrückgang von 70 Prozent“, sagt Geschäftsführer Angelo Castrignano. „Bis zum 20. März lief noch alles fast normal, doch dann war es wie abgeschnitten. Jetzt geht es ganz langsam wieder aufwärts“, so der Plettenberger, der nun auf ein starkes drittes und viertes Quartal hofft. Der heimische Automobilzulieferer, der unter anderem Teile für den Kraftstofftank, das Interieur und den Elektrik- und Elektronikbereich produziert, hat weltweit insgesamt 380 Mitarbeiter. Die 180 Beschäftigten in Plettenberg arbeiteten in Spitzenzeiten im Drei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen die Woche. Von 2017 bis 2018 sogar an sieben Tagen.

 „Jetzt fahren wir eine Schicht an fünf Tagen“, zeigt Castrignano die Unterschiede auf und verbuchte allein im Monat Mai über 8 000 Stunden Kurzarbeit. „Das ist in jedem Fall ein gutes Instrument der Bundesregierung und unterstützt uns ein bisschen.“ Dennoch sei die Lage dramatischer als in der Wirtschaftskrise 2008/09. Während die Situation in den Werken in Plettenberg und Polen (70 Mitarbeiter) schwierig sei, könne er mit der Auftragslage in den Werken in Kirchhundem (90 Mitarbeiter) und China (40 Mitarbeiter) zufrieden sein. 

„In China laufen wir seit Mitte März wieder unter Volllast, als wenn dort nichts gewesen wäre“, sagt Castrignano. Die Coronakrise, die im chinesischen Wuhan ihren Ursprung hatte und die dortige Wirtschaft in den ersten drei Monaten des Jahres lähmte, wirke sich dort nicht mehr auf die Wirtschaft aus. In Plettenberg sei die Situation eine andere. Die ursprünglich drei Wochen Produktionsstopp bei den Automobilherstellern hätten sich auf sechs bis sieben Wochen ausgedehnt. Castrignano, der für 2020 einen Umsatz deutlich über 100 Millionen Euro für die gesamte Gruppe angepeilt hatte, rechnet nun mit nur noch rund 80 Millionen Euro. „Wir hoffen auf ein stabiles drittes Quartal und eine verlässliche US-Politik“, so der Schürholz-Geschäftsführer mit Blick auf die von Donald Trump verhängten Strafzölle. In jedem Fall werde es angesichts der Coronakrise eine Herausforderung, in Zukunft alle Arbeitsplätze bei der Schürholz-Gruppe zu erhalten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare