Der TuS Plettenberg hofft auf Besserung

"Schreckliche Zustände" in den Kabinen des Plettenberger Lennestadions 

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Plettenberg - Schimmel an den Wänden, Rost auf den Heizkörpern, Holzbänke, an denen sich Splitter gebildet haben, lose Halterungen an den Fliesen, an denen mal Spiegel, Waschbecken oder Duscharmaturen angebracht waren - so sieht es seit Monaten in den Kabinen im Lennestadion aus. 

Die Spieler und Trainer klagen über "schreckliche Zustände". „Das ist ja ekelig“, sagen Eltern und Fußballspieler. Jessica Kosch, die Vorsitzende des TuS Plettenberg, nimmt die Beschwerden zwar auf, kann aber nichts machen. Denn der Umkleidetrakt gehört ebenso wie das ganze Lennestadion nicht dem Verein, sondern der Stadt Plettenberg.

Das interessiert die Betroffenen aber nur wenig. Sie wünschen sich, dass sich etwas ändert. Vor allem die Fußballer müssen fast täglich die Zustände in den Kabinen ertragen und bringen ihren Frust bei den TuS-Plettenberg-Verantwortlichen vor.


Es ist nicht nur der Schimmel, der sich vor allem in den Kabinen für die Heimmannschaften immer weiter ausbreitet (den Gastmannschaften werden die etwas schimmelfreieren Kabinen zugewiesen). Weil die Heizungsanlage seit Jahren defekt ist und die beiden Boiler regelmäßig auf Störung stellen, müssen die Sportler des öfteren kalt duschen. Im Sommer mag das für den einen oder anderen erfrischend sein, im Winter sorgt das schon mal dafür, dass die Jugendlichen mit ihren Handtüchern in eine andere Kabine laufen, deren Duschen an der anderen Anlage angeschlossen sind, um warmes Wasser zu haben.

Gerade der Nachwuchs hat kein Verständnis für die Situation, wie zum Beispiel A-Jugend-Trainer Salih Öztürk bestätigt: „Die Kinder regen sich immer wieder darüber auf. Ich kann sie dann nur beruhigen mit den Worten: ‘Jungs, das wird gemacht!’“

Die Frage ist nur: wann?


Der Sportausschuss hat das Thema schon seit fast drei Jahren auf der Agenda. Um eindringendes Wasser und eine zu hohe Feuchtigkeit in dem Kabinentrakt ging es schon in der Sitzung am 18. November 2016 und auch in einem Mängelbericht, den der seinerzeitige TuS-Platzwart Reiner Fürth dem Sportausschuss Mitte Mai 2017 vorgelegt hat. Darin waren auch die Schimmelprobleme und das marode Mobiliar Thema. Daraufhin erarbeitete die Stadtverwaltung Pläne für ein Vordach über den Kabinen, für das gestern die Spezialglasplatten aufgebracht wurden.

Weil die Problematik in den Kabinen aber weiterhin bestand und auf das Angebot, eine Sanierung in Eigenregie durchzuführen, nie eine Rückmeldung aus dem Sportausschuss kam, sprach das TuS-Vorstandsmitglied Stefan Wegener das Thema erneut in der Sportausschusssitzung vom 21. November 2017 an. Die Verwaltung wolle eine Lösung finden, hieß es seinerzeit.


Was folgte, war im Frühjahr 2018 eine Sanierung, die die TuS-Verantwortlichen eher als „Verschlimmbesserung“ bezeichnen würden. Warum? Zum Beispiel wegen einer großflächigen Platte, die anstelle der weggebrochenen Fliesen in einer Dusche angebracht worden ist und so schlecht abgedichtet ist, dass munter Wasser hinter diese Platte läuft. Oder weil Duschköpfe oder -armaturen von den Wänden fielen.

Die Sanierung sorgte für Kopfschütteln bei den Fußballern, die über einen Zeitraum von zwei Monaten die Umkleidekabinen und Duschen in der benachbarten Turnhalle des Gymnasiums nutzen konnten und die sich nach der Sanierung wunderten, dass noch immer die Zustände von vor den Arbeiten herrschten.

Also startete die TuS-Fußball-Vorsitzende Jessica Kosch einen erneuten Anlauf. Sie machte den zuständigen Sportfachmann in der Stadtverwaltung, Frank-Ulrich Sohn, auf ein Förderprogramm des Landessportbundes aufmerksam, mit dem zum Beispiel Sanierungen von Umkleidekabinen gefördert werden. „Frank-Ulrich Sohn hat dieses Schreiben an Bürgermeister Ulrich Schulte, Bauamtsleiter Sebastian Jülich und Schulamtsleiter Christoph Wilk weitergeleitet, doch darauf gab es keine Reaktion“, sagt Jessica Kosch. Deshalb gab sie wenige Monate später, am 21. März dieses Jahres, persönlich einen Brief im Vorzimmer des Bürgermeisters ab, machte darin erneut auf die Probleme aufmerksam und legte Fotos von den maroden Heizkörpern oder den Schimmelstellen in den Kabinen bei. „Wieder gab es keine Antwort“, sagt Jessica Kosch.


Erst als das TuS-Vorstandsmitglied Stefan Wegener mit dem besagten Brief Anfang Juli persönlich den Bauamtsleiter Sebastian Jülich im Rathaus antraf, kam Bewegung in die Sache. Mitte Juli, also vor wenigen Wochen, machte sich Jülich gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Schmidt aus dem Bauamt ein Bild vor Ort. „Sie haben sich dafür entschuldigt, dass es keine Rückmeldung gegeben hat“, berichtet TuS-Vorstandsmitglied Jochem Ashoff, der persönlich bei dieser Begehung dabei war und positiv überrascht war, als Sebastian Jülich ihm plötzlich ein Angebot für eine neue Heizungsanlage vorlegte. Offenbar hatte das Bauamt dieses Angebot schon unmittelbar nach der Ankunft des Briefes im März eingeholt. Nur: Diese Information war nie bei den Vorstandsmitgliedern angekommen.

Generell haben die Verantwortlichen des TuS Plettenberg nach der Begehung neue Hoffnung geschöpft. Sebastian Jülich habe zugesichert, vordringlich die Heizung reparieren zu lassen und eine Dachentlüftung gegen den Schimmel herzustellen. Darüber hinaus sollen die Herren-Toilette, das Mobiliar und die defekte Außenbeleuchtung erneuert werden – „allerdings werde nicht alles in einem Jahr umzusetzen sein“, sagt Jochem Ashoff, der aber ebenso wie Kollegin Jessica Kosch guter Dinge ist, dass sich die Situation im Lennestadion tatsächlich bald verbessern wird und dass die Spieler und Eltern sehen, dass sich endlich etwas tut.

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