Ein aufregender erster Tag für Tom Hagemann und seine Mitschüler

Schlaflose Nächte, bunte Schultüten und stolze Eltern

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Toms erste Schulstunde.

Plettenberg -  Das Einzige, das an diesem tristen Spätsommertag den bewölkten Regenhimmel über Holthausen erhellt, sind die vielen kunterbunten Schultüten und das fröhliche Geplapper der Erstklässler. In Scharen ziehen sie Richtung Grundschul-Festsaal. Auch wenn jedes der Kinder unterschiedlich aussieht – sie alle haben eines gemeinsam, denn alle sind aufgeregt; die einen etwas mehr, die anderen etwas weniger.

Der sechsjährige Tom Hagemann gehört sicherlich zur ersten Gruppe. „Er hat schon die ganze Nacht vor Nervosität nicht geschlafen“, erzählt seine Mutter Nina Hagemann, die mittlerweile neben ihm im prall gefüllten Festsaal der Grundschule Holthausen sitzt. Selbstverständlich „sitzt“ auch der gelb-blau gestreifte Tornister mit Tom auf dem Platz – der gehört nämlich ab heute fest mit dazu.

 Nach einer kurzen Andacht in der Martin-Luther-Kirche nebenan geht im Festsaal der offizielle Teil weiter. „Alle Erstklässler nach vorne“, heißt es von Seiten der Schulleiterin und Tom verschwindet in Windeseile in dem Meer aus kleinen Köpfen in Richtung Bühne. Zurück in den Sitzreihen lässt er Mama Nina, Papa Olaf und weitere Familienmitglieder, die allesamt gekommen sind, um diesen besonderen Tag mit Tom gemeinsam zu verbringen. Von nun an ein fester Teil der Klasse Ab jetzt ist der Sechsjährige genauso wie die anderen 20 Kinder ein fester Teil der Klasse „1a“, die Klassenlehrerin Corinna Stöcklein betreut. Nach einem kleinen Theaterstück und Liedern der Zweit- und Viertklässler geht es für die „I-Dötzchen“ mit der Klassenlehrerin zum ersten Mal in den Klassenraum. Dort treffen Tom und seine Mitschüler auf die kleine Zauberin „Lola“ in Form einer Handpuppe. „Herzlich willkommen in meiner Klasse. Nach und nach werde ich euch mit meinem Zauberstab antippen und dann sagt ihr euren Namen“, fordert die umherschwebende Handpuppe die Schüler auf. Tom ist einer der letzten, der angetippt wird. „Tom“, sagt er laut und deutlich, schnappt sich sein Namensschild und läuft in Richtung Tafel. „Hmm, wo soll ich sitzen?“, fragt er etwas irritiert, bevor Lehrerin Corinna Stöcklein ihm erklärt, dass er sich seinen Platz aussuchen darf. „Okay, dann gehe ich ganz nach vorne“, sagt er entschlossen und hebt seinen Stuhl vom vorderen seitlich angeordneten Tisch und setzt den Tornister ab. 

 Corinna Stöcklein erklärt den Kids, worauf es in der Schule ankommt und wie der tägliche Ablauf zukünftig in etwa aussehen wird. Natürlich gibt es auch die eine oder anderen Erklärungen zu Verhaltensregeln, denn: „Wenn ihr mitarbeitet, werden wir eine tolle Schulzeit haben!“, verspricht sie den Schülern, die ihr aufmerksam zuhören und auch die gestellten Fragen erst beantworten, nachdem sie dazu aufgefordert worden sind. Die erste Arbeitsanweisung lautet, eine vorgezeichnete Hand in den Lieblingsfarben anzumalen und den Namen hinein zu schreiben. Tom hat schon alles bereitgelegt – das blau-gelb gestreifte Etui (passend zum Tornister) und auch die Wachsmalstifte und Pinsel liegen bereit. Nachdem Corinna Stöcklein erklärt, dass erst einmal nur Buntstifte gebraucht werden, ist Tom etwas geknickt und packt seine anderen Stifte wieder ein. Er ist schließlich super gut ausgestattet...

 Einen roten Buntstift hält er jedoch die ganze Zeit fest umklammert. „Rot ist die Feuerwehr, deshalb wird meine Hand auch rot ausgemalt!“, erklärt er bestimmt und lässt sich auch beim Ausmalen durch nichts aus der Ruhe bringen. „Mein Papa ist Feuerwehrmann und meine Mama ist auch bei der Feuerwehr – und ich werde auch Feuerwehrmann“, sagt der Sechsjährige stolz. Kein Wunder, dass die Schultüte natürlich auch in roter und blauer Farbe erstrahlt. „Die mit den Feuerwehrfahrzeugen musste es sein – da gab es keine große Diskussion“, berichtet Papa Olaf dazu. Nach dem Ausmalen des Handabdrucks wartet auf die Kinder eine weitere Aufgabe: Nachdem sich die „I-Dötzchen“ mit einem anderen Malbild beschäftigen dürfen, teilt Corinna Stöcklein die erste Hausaufgabe für die Schüler aus – ein weiteres Bild, in dem Linien nachgezeichnet werden sollen. „Müssen wir jetzt immer Hausaufgaben machen?“, fragt der kleine Damian. Oder: „Müssen wir das Bild dann morgen wieder mitbringen?“, fragt Erstklässlerin Meva. Fragen über Fragen, die die Lehrerin gerne beantwortet, bis schließlich der Gong ertönt, der das Ende der Schulstunde ankündigt. Jetzt ist es an der Zeit, die Eltern hereinzuholen; schließlich will jeder an diesem besonderen Tag seinen Schützling auch direkt auf der Schulbank fotografieren. Tom grinst über das ganze Gesicht. Er ist sichtlich stolz, seinen Eltern und Verwandten seinen Platz in der Klasse zu zeigen und ihnen seine Sitznachbarn vorzustellen. Ere kannte bislang nur wenige der Mitschüler aus dem Holthauser Kindergarten. Dieses „Problem“ ist jedoch schnell beseitigt, denn innerhalb von zwei Minuten hat er Emilia, Leon Maximilian und seine anderen Tischnachbarn schon kennengelernt und mit ihnen Buntstifte ausgetauscht – man versteht sich auf Anhieb. 

Zu Beginn der nächsten Schulstunde ertönt erneut der Gong. „Pause!“ ruft Tom und reißt die Fäuste in die Luft, was für einige Lacher im Klassenraum sorgt. „Hast du denn jetzt schon keine Lust mehr“, fragt Papa Olaf. „Doch – aber ich möchte gerne die Schultüte auspacken“, sagt Tom freudestrahlend und nach dem Aufstellen zum großen Gruppenfoto geht es dann endlich nach Hause. Es war sicherlich ein anstrengender erster Schultag für Tom und die anderen Kinder. Eines steht aber jetzt schon fest: Der Schlaf wird in der kommenden Nacht sicherlich besser sein – und die Nervosität ist sicherlich mittlerweile auch verflogen.

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