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Schilder herausgerissen: Vandalen suchen Naturschutzgebiet heim

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Von: Hartmut Damschen, Christos Christogeros

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Eines der Schilder, das kurz vor Silvester im Naturschutzgebiet Bommecke herausgerissen und einfach in die Natur geworfen wurde.
Eines der Schilder, das kurz vor Silvester im Naturschutzgebiet Bommecke herausgerissen und einfach in die Natur geworfen wurde. © Christogeros

Vandalen und Umweltsünder waren kurz vor dem Jahreswechsel in der heimischen Region aktiv. Während der Straßenrand der Affelner Straße als illegale Reifendeponie missbraucht worden ist, wurden im Naturschutzgebiet Bommecketal einfach Schilder aus dem Boden gerissen und in der Natur verteilt.

Plettenberg - Eigentlich ist es doch ganz einfach, Altreifen zu entsorgen. Nicht fachgerecht – aber eben einfach. Das dachte sich wohl auch ein Zeitgenosse, der den Abtransport und die Entsorgung der Allgemeinheit, also uns allen als Steuerzahler, überlassen möchte. Er hatte die abgefahrenen Reifen an der Affelner Straße nach der letzten scharfen Kurve Richtung Ausspann vor und hinter der Leitplanke abgeladen und sich dann aus dem Staub gemacht.

Altreifen, die illegal in der Natur abgeladen werden, beeinflussen nicht nur das Ökosystem negativ, sondern verschmutzen auch das Grundwasser. Darüber hinaus können sich auch krankheitsübertragende Schädlinge in den Reifen ansiedeln, die die Gesundheit der Menschen gefährden. Denn Altreifen verrotten nicht. Laut Experten dauert eine vollständige Zersetzung des Materials circa 2 000 Jahre. Außerdem können Gefahren von möglichen Bränden der Altreifenstapel ausgehen, da diese nur schwer zu kontrollieren sind. Reifen sind schnell entzündlich und wenn sie einmal Feuer gefangen haben, hilft einfaches Wasser meist nicht aus.

Diese illegale Reifendeponie entstand kurz vor dem Jahreswechsel an der Affelner Straße.
Diese illegale Reifendeponie entstand kurz vor dem Jahreswechsel an der Affelner Straße. © Damschen

Laut dem neuen Bußgeldkatalog droht jedem, der bis zu fünf Altreifen illegal entsorgt, ein Bußgel von 80 bis 200 Euro. Wer mehr Reifen einfach in die Natur wirft, muss mit einer Strafe von 200 bis 510 Euro rechnen.

Schilder im Naturschutzgebiet Bommecke herausgerissen

In der Bommecke hat dagegen ein Zeitgenosse seiner rohen Zerstörungswut freien Lauf gelassen. Direkt nach dem Aufgang in das Naturschutzgebiet, von Böddinghausen aus kommend, lagen am Silvestertag links und rechts des Waldweges Schilder, die offensichtlich einfach aus dem Boden gerissen worden waren.

Dabei muss rohe Gewalt angewandt worden sein: Das Schild, das darauf hinweist, dass die Bommecke ein Naturschutzgebiet ist, wurde mitsamt Fundament aus dem Boden gerissen. Ein hölzernes Schild, das auf einen gesperrten Forstweg hinweist, muss von anderer Stelle hier hin transportiert worden sein.

Seit 1985 ist das Bommecketal ein Naturschutzgebiet. Unweit der Lenne hat sich der Quellbach in den Fels eingeschnitten und damit eine kleine Welt mit bemerkenswerter Flora und Fauna geschaffen. Bekannt ist das Gebiet für seine beeindruckenden Felsen, zahlreichen Stromschnellen und kleinen Wasserfälle. Das Bommecketal hat auch eine reiche Tierwelt mit Feuersalamandern, Kleinspechten, Fröschen und mehr als 900 Käferarten zu bieten.

Bommecke heißt so viel wie „von Bäumen umstandener Bach“. Der oder die Vandalen, die hier zum Jahreswechsel unterwegs waren, hatten aber offensichtlich kein Auge für die landschaftlichen Reize.

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