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Schildbürgerstreich: Parkschild blockiert Markise

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Von: Georg Dickopf

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Ana Maria Haape und Ralf Fox vor dem neuen Motorrad-Park-Schild, das die Markise blockiert.
Ana Maria Haape und Ralf Fox vor dem neuen Motorrad-Park-Schild, das die Markise blockiert. © Dickopf

Es wirkt wie ein Schildbürgerstreich und es hat passenderweise auch mit zwei Schildern zu tun, die seit Donnerstag auf dem Gehweg an der Zimmerstraße stehen.

Plettenberg - Die Schilder sind neu, sie sind hoch und sie markieren den ersten Motorradparkplatz im Innenstadtbereich. Eine Markierung auf der eigentlichen Stellplatzfläche fehlt, doch dafür gibt es ein zweites neues Schild, das das Ende der Stellplatzfläche für zwei Motorräder markiert. Da das alte Schild zu Beginn der Parkbucht demontiert wurde, ist die Parkzeitbegrenzung auf dem ersten Parkplatz faktisch aufgehoben, was die städtische Politesse laut Ralf Fox prompt vor Probleme stellte.

Ganz unabhängig davon, dass die beiden betroffenen Ladenbesitzer Ana Maria Haape und Fox im Vorfeld von der Stadt Plettenberg nicht über die Aufstellung informiert wurden, verhindern die neu aufgestellten Schilder nun auch das Ausfahren der großen Markise, die normalerweise bis zum Ende des Gehwegs reicht und den Laden für Computerbedarf vor direkter Sonneneinstrahlung schützen soll.

Keine offizielle Mitteilung

„Wir haben von der ganzen Sache eher zufällig durch einen Bericht im Süderländer erfahren“, sagt Fox, den aber nicht nur seine blockierte Markise stört. „Als Dankeschön, dass man in der Corona-Pandemie durchgehalten hat, wird einem jetzt ohne Rücksprache der Parkplatz direkt vor dem Laden weggenommen.“ Auf Nachfrage im Rathaus habe er zu hören bekommen, dass im Parkhaus des Modeparks Röther 80 Parkplätze genutzt werden könnten. „Meine Kunden sind zum Teil auch schon älter und bringen ihren defekten Drucker oder Rechner vorbei. Für die ist das eine Katastrophe“, sagt Fox.

Ähnlich verärgert ist Friseurmeisterin Ana Maria Haape, die nebenan einen Friseursalon betreibt. „Ich habe mal bei der Stadt nachgefragt, ob man die Parkzeit hier nicht auf zwei Stunden verlängern kann, was vielen Kundinnen entgegenkäme.“ Doch das sei seinerzeit abgelehnt worden. Stattdessen werde nun ein wertvoller Parklatz exklusiv für Motorräder reserviert.

Wenig Wertschätzung

Beide fühlen sich wenig gewertschätzt und verstehen die Regelung nicht, zumal schräg gegenüber genug Platz sei für Motorräder oder Roller. Und das auch noch direkt neben dem Stammlokal des Vespa-Clubs, der die Parkplatz-Einrichtung mit seiner Anfrage ins Rollen brachte. Ebensowenig verstehen können die beiden Ladenbesitzer, dass sie seit Monaten direkt gegenüber auf eine Bank schauen, die offenbar für größere Menschen gedacht ist und auf den Einbau wartet.

„Die Bank wird trotz ihrer Höhe intuitiv gut angenommen“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt Plettenberg. Der Standort war für die Bank ursprünglich nicht vorgesehen und muss noch überprüft werden.
„Die Bank wird trotz ihrer Höhe intuitiv gut angenommen“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Der Standort war für die Bank ursprünglich nicht vorgesehen und muss noch überprüft werden. © Dickopf

„Vielleicht sollte man sich auch einmal mit so viel Elan darum kümmern, dass die Bank in Sichtweite zum Märcheneis endlich einmal installiert wird“, sagt Fox, der sich mit seiner Beschwerde an die Heimatzeitung wandte. Noch am Donnerstag bekam die Stadtverwaltung einen Fragenkatalog. Darin hieß es unter anderem, dass der Standort „nicht in Stein gemeißelt“ sei. Am Wochenende verfasste die CDU einen Antrag an die Stadtverwaltung, der in den sozialen Medien vielfach diskutiert wurde.

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