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Schenkung an Museum: Holthaus-Werke künftig in Hamm zu sehen

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Von: Georg Dickopf

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Im Beisein von Johanna Winkelgrund (li.) überreichte Andrea Küster drei Werke von Bildhauer Heinrich Holthaus als Schenkung an Dr. Diana Lenz-Weber (re.), stellvertretende Direktorin des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm.
Im Beisein von Johanna Winkelgrund (li.) überreichte Andrea Küster drei Werke von Bildhauer Heinrich Holthaus als Schenkung an Dr. Diana Lenz-Weber (re.), stellvertretende Direktorin des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm. © Dickopf

Drei Kunstwerke eines bekannten Bildhauers aus Hagen, der auch in Plettenberg wirkte und dessen Werke dort in einem Museum zu sehen sind, gehen jetzt als Schenkung an ein Museum aus Hamm.

Plettenberg – Einige kunstinteressierte Plettenberger dürften das Holthaus-Museum in Plettenberg kennen, doch längst nicht alle Bürger dürften wissen, wie groß das Museum zu Ehren des Bildhauers im Obergeschoss des ehemaligen D.W.Schulte-Komplexes an der Bahnhofstraße ist. Der Eingang liegt etwas versteckt hinter der VW-Ausstellungshalle und dem Bürogebäude der Familie Schauerte, die auch Eigentümer der rund 200 Quadratmeter großen Museumsräumlichkeiten ist.

Die Räume wurden dem jüngst verstorbenen Architekten Helmut Teichert vor vielen Jahren für einen geringen Obolus-Betrag als Museumsfläche zu Verfügung gestellt. Seit dem Jahr 2015 findet sich dort eine große Sammlung der Werke von Heinrich Holthaus, der 1903 in Hagen geboren wurde und von 1946 bis 1952 in Plettenberg lebte. Danach bezog er ein Atelier in Hagen und lebte und wirkte vor allem dort. Insofern ist er auch als Hagener Künstler bekannt und konnte dort neben seiner Lehrtätigkeit auch viele Plastiken im öffentlichen Raum platzieren. Heinrich Holthaus verstarb 1980.

Sehr vielfältig sind die Werke des 1980 verstorbenen Künstlers Heinrich Holthaus.
Sehr vielfältig sind die Werke des 1980 verstorbenen Künstlers Heinrich Holthaus. © Dickopf

Nach dem Tod von Helmut Teichert, der den Nachlass des in Westfalen renommierten figürlichen Bildhauers restaurierte und die Ausstellung bis ins hohe Alter regelmäßig für interessierte Besucher zugänglich machte, kümmert sich nun Witwe Andrea Küster um das Holthaus-Museum.

Um die Bedeutung der dort ausgestellten Werke hervorzuheben, lud sie kürzlich Dr. Diana Lenz-Weber ein, die stellvertretende Direktorin des Gustav-Lübcke-Museums in Hamm.

Nach einem Rundgang durch die verschiedenen Ausstellungsräume freute sich Dr. Lenz-Weber über die Schenkung von drei Plastiken des Bildhauers Heinrich Holthaus an das Museum in Hamm. Ihre Auswahl fiel dabei auf drei sehr unterschiedliche Werke, um damit das Werk von Holthaus etwas breiter zu präsentieren: eine figürliche Bronze – der Don Quichote und Sancho Pansa aus dem Jahre 1967, ein abstraktes Relief in Gips mit dem Titel „Vegetative Strukturen“ (1978) und eine kleine vollplastische Vorskizze (1960) zu der in Hagen im öffentlichen Raum aufgestellten Plastik „Große Schraube“.

Zahlreiche Skulpturen aus Gips können in dem Museum an der Bahnhofstraße 57 bewundert werden.
Zahlreiche Skulpturen aus Gips können in dem Museum an der Bahnhofstraße 57 bewundert werden. © Dickopf, Georg

Dr. Lenz-Weber zeigte sich positiv überrascht von der Vielfalt des Schaffens. Dass Andrea Küster das Museum für die Nachwelt erhalten will, sei sehr lobenswert.

Zu finden sind wenige Werke von Heinrich Holthaus auch in der Eiringhauser Johanniskirche. Neben der Inschrift auf der Rückseite des Altarraumes stammen auch das Taufbecken und die Johannes-Skulptur aus dem Atelier des Bildhauers, der mit Helmut Teichert gut befreundet war.

Nächste Öffnung im Februar

Wer sich für die vielfältigen Skulpturen, Relief-Werke und sonstigen Kunstwerke interessiert, hat das nächste Mal am Freitag, 3. und 17. Februar, jeweils von 15 bis 18 Uhr Gelegenheit. Die ehemalige Werkstatt-Stipendiatin Johanna Winkelgrund steht dabei für Erläuterungen zur Verfügung.

Mittelfristig schwebt Andrea Küster vor, das Holthaus-Museum in die Hände der Stadt Plettenberg zu übergeben. Auch in dem Fall würde sich der eher obligatorische Obolus für die Räume nicht wesentlich ändern.

Bürgermeister Ulrich Schulte, der sich die Räume mit Vertretern der Ratsfraktionen ansah, hielt sich auf Anfrage in Sachen Museumsübernahme bedeckt. Die Entscheidung darüber müsse von den Politikern gefällt werden.

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