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Mitarbeiter weiß offenbar nichts vom Naturschutzgebiet: Stadt muss Schäden beheben lassen

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Von: Georg Dickopf

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Im Naturschutzgebiet Bommecke sind Eingriffe in die Natur eigentlich nicht erlaubt. Doch hier wurde unter anderem tonnenweise Gesteinsmaterial wurde in das Bachbett geschoben.
Im Naturschutzgebiet Bommecke sind Eingriffe in die Natur eigentlich nicht erlaubt. Doch hier wurde unter anderem tonnenweise Gesteinsmaterial wurde in das Bachbett geschoben. © Christogeros

Der Märkische Kreis bezieht nun Stellung: Demnach fanden im Bommecketal im Juni und Juli dieses Jahres nicht genehmigte Bauarbeiten mit erheblichen Eingriffen in die dort geschützte Tier- und Pflanzenwelt statt. Der Grund: Einem Mitarbeiter der Stadt Plettenberg war offenbar nicht bewusst, dass es sich hier um ein Naturschutzgebiet handelt und so hatte er vor Beginn der Arbeiten auch nicht die Naturschutzbehörde des Kreises informiert.

Plettenberg - Im Nachgang arbeiten nun die Umweltbehörden des Kreises sowie die Stadt Plettenberg gemeinsam an Lösungen, heißt es in der Mitteilung.

Wie Kreissprecherin Ursula Erkens weiter schreibt, wurden bei den Eingriffen insbesondere Veränderungen des Bachverlaufes vorgenommen und die Böschungen teilweise neu modelliert. „Besonders nachteilig ist, dass das Gewässer nicht mehr auf voller Länge durchgängig ist, worunter etwa die Groppe (Fischart) zu leiden hat“, betont Erkens. Betroffen sind auch Rote-Liste-Arten wie die Gestreifte Quelljungfer (Libelle), der Alpenstrudelwurm und die Krustenrotalge.

Laut Erkens waren die seitens der Stadt Plettenberg in Auftrag gegebenen Arbeiten der Unteren Naturschutzbehörde und der Unteren Wasserbehörde des Märkischen Kreises im Vorfeld weder bekannt, noch wären sie genehmigungsfähig gewesen. Die Stadt, die Untere Naturschutz- und die Untere Wasserbehörde des Märkischen Kreises haben sich laut Erkens nunmehr auf das weitere Vorgehen zur möglichen Wiederherstellung und zur Kompensation nicht wiederherstellbarer Naturbestandteile verständigt.

„Die große Schwierigkeit besteht vorliegend darin, dass es sich um ein FFH-Gebiet handelt“, erklärt Johannes Osing, Fachdienstleiter Umwelt. Solche Flora-Fauna-Habitate dienen dem Schutz von europaweit bedrohten oder sehr seltenen, natürlichen Lebensräumen und wild lebenden Arten, um diese in einem „günstigen Erhaltungszustand“ zu bewahren oder diesen wiederherzustellen. Bei allen eventuellen Wiederherstellungsmaßnahmen muss die Naturschutzbehörde deshalb darauf achten, dass diese Schutzziele eingehalten werden.

„Wünschenswert wäre es natürlich, vor allem den Wasserlauf so schnell wie möglich wieder in Ordnung zu bringen“, so Osing weiter.

Arbeiten zur Behebung der Schäden können erst erfolgen, wenn ein Fachgutachterbüro eine entsprechende Planung vorgelegt hat. Die Stadt Plettenberg wird diese nun auf ihre Kosten und in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde in Auftrag geben. Die Beeinträchtigungen des FFH-Gebietes sollen beurteilt und ein Maßnahmenplan entwickelt werden. Der weitere Zeitplan für die durchzuführenden Arbeiten, für die ebenfalls die Stadt aufkommt, wird sich danach richten.

Kurzfristig wird die Stadt unter Begleitung der Naturschutzbehörde einige Sofortmaßnahmen zum Schutz des Gebietes vornehmen, zum Beispiel die Entfernung von Gehölzschnitt und der Einbau einer Sperre gegen unbefugtes Befahren.

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