Fotografieren, posten, verstecken

#Sauerlandstones: Bunt bemalte Steine auf Reisen

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Be happy – sei glücklich: Der Fantasie sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. Je nach Form und Größe verziert Sandra Laurenz ihre Steine mit bunten Fabelwesen, afrikanischen Motiven, Teddybären, gelben Minions-Figuren oder bunten Mandalas.

Plettenberg/ Herscheid -  Sie will einen Stein ins Rollen bringen – diese Redewendung hat sich Sandra Laurenz in mehrfacher Hinsicht zu Herzen genommen. Die Herscheiderin möchte vor Ort eine Freizeitbeschäftigung bekannter machen, die andernorts schon viele Anhänger gefunden hat: das Bemalen von Steinen. 

Finden, freuen, posten – so lautet dabei die Devise. Die bunten Steine werden überall ausgelegt, wo sie von Fußgängern gefunden werden können. In den Dorfwiesen, am Ebbekreisel, entlang von Wanderwegen oder auch am Supermarkt: Überall dort hinterlässt Sandra Laurenz ihre kleinen Gemälde. Diese sind zwar auf der Rückseite mit dem Kürzel SL, einem Herzen und einem Gruppennamen versehen. 

Die Kennzeichnung soll aber nicht davon abhalten, die Steine mitzunehmen, sondern hilft bei der Wiedererkennung. „In erster Linie möchte ich anderen damit eine Freude bereiten“, erklärt die Herscheiderin. Im Optimalfall sollten die gefundenen Steine noch vor Ort fotografiert werden, um ein entsprechendes Bild im Internet hochzuladen, und später an anderen Stellen wieder öffentlich auffindbar abgelegt werden. Auf Facebook gibt es inzwischen über 100 verschiedene lokale Gruppen, die sich mit dem Trend befassen.

Nicht versteckt, sondern öffentlich sichtbar: In ihrem heimischen Garten zeigt Sandra Laurenz, wie sie ihre Stein-Kunstwerke platziert, damit diese auch gefunden werden.

 Woher dieser stammt, darüber gibt es unterschiedliche Angaben. Doch ganz gleich, ob nun aus Amerika oder von der See kommend – das Hobby ist längst weit verbreitet. In der Gruppe „Sauerland Stones“ sind inzwischen über 6 100 Mitglieder registriert – eine davon ist Sandra Laurenz, die seit jeher eine kreative Ader besitzt. Schon als Kind habe sie gern Ohrringe aus Perlen angefertigt und gemalt. 

Als Ausstellerin der erster Stunde bereicherte sie viele Weihnachtsmärkte in Herscheid, etwa mit Seidenmalerei. Und mit selbstgebastelten Lesezeichen sammelte sie im letzten Jahr Spenden für ein afrikanisches Jungenhaus. Finanzielle Aspekte sind mit dem Steinemalen nicht verbunden. „Das macht einfach nur Spaß“, erzählt die Herscheiderin, die bereits über 100 Steine gestaltet hat. Ihrer Fantasie lässt sie dabei freien Lauf, wie sie bei einem Griff in die Vorratskiste zeigt: Darin sind unter anderem Teddybären, bunte Mandalas, ein Leuchtturm, die Sendung mit der Maus, ein VW Bulli, Pinguine, afrikanische Motiven und mehr zu sehen. 

Manchmal gebe die Form und die Beschaffenheit des Steines die Inspiration für ein stimmiges Motiv: „Hier musste einfach ein Gesicht hin“, zeigt die Herscheiderin auf einen länglichen Stein mit nasenähnlichem Hubbel. Weil sie häufig rund und flach sind, seien Steine von der See ideal. Doch auch Steine aus Herscheider Wäldern eignen sich durchaus zum Verzieren. 

Um die Farbe gleichmäßig auftragen zu können, verwendet die Künstlerin zunächst eine Grundierung aus Acrylfarbe. Mit Acrylstiften werden die unterschiedlichen Motive gestaltet, die abschließend durch einen Klarlack wetterfest werden. „Ich könnte mir vorstellen, dass insbesondere Kinder und Familien viel Freude am gemeinsamen Malen haben“, meint Sandra Laurenz. Sie hofft auf möglichst viele Nachahmer in Herscheid, in erster Linie, damit die Gemeinde ein wenig bunter wird, aber auch aus Eigeninteresse, denn: „Ich würde auch so gerne einen bunten Stein in Herscheid finden.“

Jannette und Leonie Böer werden hin und wieder von Patrick Vogt unterstützt.

Leonie Böer hat ein neues Lieblingshobby. Die Schülerin der 3a der Martin-Luther-Schule liebt es nämlich, Steine zu bemalen – und da machen ihre Mutter Jannette und deren Lebensgefährte Patrick Vogt gerne mit. Schon seit dem vergangenen Jahr sind die Böers Stein-Bemaler und legen ihre fertigen Werke wie Hunderte andere Stein-Bemaler, in der Natur aus. Dann gilt es für die Finder, die Steine zu fotografieren und mit dem Hashtag #sauerlandstones in der gleichnamigen Facebook-Gruppe hochzuladen. 

„Wir haben auch schon einmal einen Stein in Plettenberg im Bereich Hechmecker Weg gefunden“, erzählt Leonie Böer. Dennoch habe man nicht genau identifizieren können, ob der Stein einfach so bemalt und ausgelegt wurde oder aber bewusst für die Facebook-Gruppe angefertigt wurde. Generell kennen die Böers aber nicht so viele Stein-Bemaler, denn in der Vier-Täler-Stadt scheinen sich nur wenige mit dem kreativen Hobby zu beschäftigten. 

Leonie Böer findet aber, dass das Malen sehr viel Spaß macht und ihre Mutter findet, dass es durchaus schlechtere Freizeitbeschäftigungen gebe: „Somit sind wir viel draußen in der Natur unterwegs, um unsere Steine auszulegen und eventuell neue zu finden. Dann sind wir an der frischen Luft und sitzen nicht nur im Haus“, findet sie. 

Angestoßen habe die Idee mit den Sauerland Stones übrigens Leonies Klassenlehrerin – Simone Fischer. Die Lehrerin sei sehr kreativ und würde gerne neue Ideen mit in ihren Unterricht einfließen lassen – so also auch die Aktion des Steine-Bemalens.

 Einmal in der Woche geht Leonie Böer reiten. Das mache ihr ebenfalls Spaß. Dennoch zählen Pferde nicht unbedingt zu ihren Lieblingsmotiven, die sie auf die Steine zaubert. „Ich male eigentlich alles, jetzt gerade übrigens ein paar Bäume. Ist mir so eingefallen“, erzählt die Schülerin.

 Ab und zu würde auch der Freund ihrer Mutter, Patrick Vogt, mitmalen. Er sei allerdings nicht ganz so kreativ und habe bis jetzt auch erst einen Stein bemalt. Die Grundlage für die Steinkunst nimmt Familie Böer übrigens direkt aus dem Garten. „Wir haben hier so viele Steine vor dem Haus, da findet man alle Größen und Formen“, erklärt Jannette Böer.

Stein-Bemaler gesucht

Wenn auch Sie sich am Projekt #sauerlandstones beteiligen, schicken Sie uns gerne Fotos an unsere Mailadresse st@mzv.net.

Die Regeln 

In der Facebook-Gruppe „Sauerland Stones“ wird die Idee hinter der Freizeitbeschäftigung so beschrieben: „Wir bemalen Steine und setzen sie aus, irgendwo in der Stadt. Andere finden diese, freuen sich und legen sie an anderer Stelle später wieder aus.“ Es gibt nur drei Regeln: 

 1. Bitte nichts auf die Steine kleben, das könnte Tieren und der Umwelt schaden! 

2. Legt keine Steine auf Autos. Das ist gefährlich und kann sehr teuer werden! 

3. Keine Steine in Lebensmittel- oder Kühlregale legen!

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