Arbeiten verzögern sich

Modepark Röther verschiebt Eröffnung in Plettenberg

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Jede Menge Handarbeit ist bei der Sanierung des alten Real-Parkdecks gefragt. Möglichst bis Ende November soll das obere Parkdeck saniert sein.

Plettenberg - Der Boden rund um das ehemalige Real-Parkhaus vibriert, während die Bobcats auf dem Parkdeck die Oberfläche abfräsen. Staub liegt in der Luft, wenn man die oberste Etage betritt. An allen Ecken wird dort gearbeitet, gefräst, geflext und gehämmert, denn bis Ostern soll die aufwändige Sanierung der beiden Parkdecks abgeschlossen sein. Die ursprünglich für diesen Zeitraum geplante Neueröffnung des Modeparks Röther wurde allerdings verschoben – zu ungewiss ist die Dauer der noch ausstehenden Arbeiten am Parkdeck und im Inneren des Komplexes.

Im nächsten Jahr sind zudem drei weitere Modepark-Eröffnungen geplant – unter anderem in Rohrbach und Neu-Ulm. Ob die Neueröffnung in Plettenberg nun möglicherweise auf August oder gar in den Herbst verlegt wird, ließ Marketing-Leiterin Danica Gnamm gestern offen. „Wir haben heute eine Neueröffnung in Wien, deshalb erreiche ich die zuständigen Mitarbeiter gerade nicht“, sagte Gnamm, die in den nächsten Wochen auf eine neue Terminierung für die Neueröffnung in Plettenberg hofft.

Dort sind die Entkernungsarbeiten im Keller- und Erdgeschoss in der Endphase und auch mit der Elektro-Neuinstallation wurde schon begonnen. Viel Arbeit haben auch die Mitarbeiter der auf Betonsanierung spezialisierten Firma Geiger. „Das Gebäude war schon schwer runtergerockt“, befand Polier Rene Groß im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Mit seinem Team entfernte er zunächst die Schicht aus Epoxidharz. Fast unmittelbar darunter kam ihm dann schon der Bewehrungsstahl aus der Betondecke entgegen. Da dieser einige Korrosionsschäden hat, kommt der kathodische Korrosionsschutz zum Einsatz. Dabei wird auf die abgefräste und gesäuberte Betondecke zunächst ein leitfähiger „Überdeckungsmörtel“ aufgebracht. Auf dem werden dann im Abstand von 25 Zentimetern insgesamt 12 000 Meter (!) Titanband verlegt – ähnlich wie bei einer Fußbodenheizung. 

Das Band-Anodensystem wird dann unter Niederspannung gesetzt (acht Ohm) und getestet und dann in sogenannten „Einbettmörtel“ eingebracht. Per Gleichrichter kann das ganze System überprüft werden. Durch die permanente Niedrigspannung wird eine weitere Korrosion des in der Betondecke liegend Stahls unterbunden. Zum Abschluss wird dann noch ein sogenanter Triflex-Flüssigkunststoffbelag aufgebracht.

 Das gleiche Verfahren kommt auch ein Stockwerk tiefer zum Einsatz. Komplett erneuert wurden zudem alle Wasserabläufe, die mit dem gleichen System verbunden sind. Und auch die große Schneerutsche auf dem Oberdeck bekommt einen kathodischen Korrosionsschutz, um den Rostfraß zu stoppen. Insgesamt belaufen sich allein die Sanierungskosten für die Parkdecks auf rund drei Millionen Euro.

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