Breitbandausbau

Glasfaserausbau für Einzellagen frühestens ab 2021

+
Breitbandausbau in Plettenberg: Neben dem selbstfinanzierten Ausbau der Telekom (orange) gibt es einen Ausbau von Gewerbegebieten im Rahmen der Wirtschaftsförderung (gelb), den 3. Call des Bundesförderprogramms für Wohngebiete (rot), den 6. Call für Einzellagen und „weiße Flecken“ (blau) und den Sonderaufruf bisher nicht berücksichtigter Gewerbegebiete (grün).

Plettenberg – Im Stadtgebiet werden momentan an verschiedenen Stellen Breitbandkabel verlegt. Es werden sowohl Gewerbe- als auch Hausanschlüsse hergestellt, allerdings nicht überall gleichzeitig. Zum aktuellen Stand äußern sich Vertreter der Stadt, des Märkischen Kreises und der Telekom.

Wie weit ist der Breitbandausbau in Plettenberg insgesamt?

Der Ausbau ist im Stadtgebiet insgesamt sehr unterschiedlich weit vorangeschritten, sagt Sebastian Jülich, Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt Plettenberg: „Im weiteren Innenstadtbereich hat die Telekom das Glasfasernetz gebaut, da ist die Versorgung, wenn dieses vollständig läuft, sehr gut. Die weiter außerhalb liegenden Gebiete werden durch die verschiedenen Förderprogramme jetzt nach und nach angeschlossen.“ Es gebe aber auch noch größere Ortsteile, zum Beispiel Pasel und Landemert, die schon länger auf einen Anschluss warteten.

Was ist der Stand beim Ausbau in Gewerbegebieten?

Der geförderte Glasfaserausbau findet in Plettenberg momentan im Rahmen des Regionalen Wirtschaftsförderprogramms in den Gewerbegebieten Ohle, Eiringhausen, Siesel und Himmelmert (Wiesenthal) statt, sagt Sergej Rudsinski, Breitbandbeauftragter des Märkischen Kreises. „Die Hausanschlüsse werden in diesen Gebieten nur nach Auftragserteilung des Eigentümers spätestens bis zum April 2020 fertig gestellt.“

Was passiert beim Ausbau der Wohngebiete?

Anfang November erhielt der Märkische Kreis einen Förderbescheid des Bundes über 30,2 Millionen für den Breitbandausbau. Noch ausstehend ist eine weitere Förderzusage des Landes über 28,2 Millionen Euro, um auch den Ausbau für Privathaushalte anzugehen. Die Förderung beim Land sei beantragt, erklärt Breitbandbeauftragter Rudsinski: „Erst im Anschluss kann das Vergabeverfahren offiziell abgeschlossen werden und die Ausbaureihenfolge durch den Netzbetreiber angekündigt werden.“ Bis Ende 2022 soll dieses Projekt fertiggestellt werden.

Bei diesem so genanten 3. Call des Bundesförderprogramms beträgt laut Rudsinski die Wirtschaftlichkeitslücke bzw. die Zuwendungssumme für Plettenberg rund 5,9 Millionen Euro. Dies betrifft die Anschlüsse für rund 2 000 Privatadressen bzw. 5 000 Haushalte, und zwar in folgenden Bereichen: Im Norden des Stadtgebiets unter anderem in Selscheid, Teindeln, Eiringhausen und Ohle; in Mitte in Holthausen, Bremcke, Köbbinghausen; und im Süden in Himmelmert, Kückelheim und Landemert.

Wann kommen auch Einzellagen zum Zuge?

Durch den sogenannten 6. Call kann auch die Anbindung von Einzellagen und Randbereichen gefördert werden. Dafür kommen auch Teile des Plettenberger Stadtgebiets infrage. Laut Breitbandkoordinator Rudsinski ist für den 6. Call ein Gesamtantrag für den Märkischen Kreis gestellt worden.

Auf Plettenberg entfielen dabei weitere 398 förderfähige Einzellagen, Privatadressen bzw. sogenannte „weiße Flecken“ sowie weitere 95 Adressen in denjenigen Gewerbegebieten, die die Mindestanforderungen des Bundesministeriums noch nicht erfüllen, erklärt Rudsinski. Doch bis zum Breitbandausbau auch dort wird es noch ein wenig dauern. „Nach Bewilligung durch Bund und Land wird die europaweite Ausschreibung gestartet. Der Ausbaubeginn kann nicht vor 2021 erwartet werden“, sagt der Breitbandkoordinator.

Was für Glasfaserkabel werden verlegt?

Für alle geförderten Glasfaseranschlüsse werden sogenannte FTTH-Anschlüsse umgesetzt. FTTH steht für „Fibre to the home“ – übersetzt „Glasfaser bis ins Haus“ – und bedeutet die Verlegung von Glasfaserkabeln bis in die Wohnung. „Je nach Bedarf sind für jeden Anschluss symmetrische Bandbreiten bis zu 1 000 Mbit (sowohl im Download und im Upload) möglich“, sagt Rudsinski. Auch beim selbstfinanzierten Ausbau der Telekom namens „Gigabitcity“, der gerade in großen Teilen Plettenbergs erfolgt, handelt es sich um FTTH-Anschlüsse.

Wo baut die Telekom aktuell?

Die Telekom baut derzeit im Innenstadtbereich, an der Ebbetalstraße sowie in Ohle und Eiringhausen. Baubeginn für die dortigen Maßnahmen war laut George-Stephen McKinney, Pressesprecher bei der Deutschen Telekom, bereits im März 2019. „Weiterhin läuft unser selbstfinanziertes Bauvorhaben für ,FTTH-Anschlüsse’ in folgenden Ortsteilen: Böddinghausen, Eschen, Kersmecke, Hechmecke, Sundhelle, Bracht sowie im Stadtkern von Plettenberg“, sagt der Telekomsprecher. Mit öffentlichen Mitteln geförderter Ausbau findet seitens der Telekom außerdem im Gewerbegebiet Siesel („Am Wasserwerk“), in Ohle („Alter Weg“) sowie an der Mittelstraße und Reichsstraße in Eiringhausen statt. In den genannten Stadtteilen gebe es sowohl Adressen im geförderten Ausbau. als auch welche, die mittels des selbstfinanzierten Ausbaus erschlossen werden. Die Leitungsverlegung soll noch in diesem Jahr weitestgehend abgeschlossen werden. Genauere Angaben möchte McKinney gegenwärtig nicht machen, da sich einige Punkte noch in der Abstimmungsphase befänden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare