Die Magie steckt im Detail

Rund 400 Besucher feiern die Uraufführung von Schloss Fabelstein in Plettenberg

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Plettenberg - Als Patrick Tussnat, Matthias Bähr, Christina Patzelt und all die anderen Verantwortlichen der Bühnenshow Schloss Fabelstein am Samstagabend den Applaus in der Menge genießen konnten, fiel ihnen ein Stern vom Herzen. All die Mühen und Anstrengungen, die sie in den vergangenen Monaten in diese Aufführung gesteckt haben – sie hatten sich gelohnt.

„Es ist alles so gelaufen, wie wir uns das erhofft hatten; die Leute sind hellauf begeistert“, freuten sich die sichtlich erleichterten Matthias Bähr und Patrick Tussnat kurz nach der Show im Gespräch.

Egal, ob Kinder im Grundschulalter, junge Erwachsene, Eltern oder Großeltern – unter den rund 400 Gästen, die für eine fast bis auf den letzten Platz gefüllte Böddinghauser Aula sorgten, fanden sich alle Generationen. Sie alle ließen sich ein auf die herzerwärmenden Märchengeschichten aus der Romanvorlage Schloss Fabelstein, die auf der Bühne eine einzigartige Umsetzung fanden.

Vor allem diese Liebe fürs Detail, die überall zu spüren war, begeisterte die Besucher. Allein die Kulissen: Seien es die penibel herausgearbeiteten Ziegelsteine oder Risse in den Mauern von Schloss Fabelstein oder die in Ketten gelegten, dürren Hände über dem Tor der Bösewichte Skrollton und Trill – sie sind Zeugnis eines monatelangen Feinschliffs in der Werkstatt von Patrick Tussnat. Oder die wunderschönen Kleider der Tänzerinnen oder von Prinzessin Auralie, die Christina Patzelt selbst geschneidert hat. Nicht zu vergessen das Zwinkern des liebenswürdigen, rollenden Fellknäuels Daffel oder des mächtigen Baumes Baldur – all diese Kleinigkeiten machten das Stück zu etwas ganz Besonderem.

Gekonnt spielten die Akteure auch mit der lange angekündigten, multimedialen Mischung aus echtem Schauspiel und digitalen Einspielern. Man konnte meinen, dass die Projektion von Hauptfigur Samo Rosensteig live irgendwo hinter den Kulissen eingespielt wurden. Denn wenn die echten Darsteller mit der Samo-Projektion sprachen, war das Timing durchgehend perfekt, wirkten die Dialoge so flüssig – und dass, obwohl es sich bei Samos Auftritten um vorher abgedrehte und nun auf die Bühne geworfene Filmsequenzen handelte, sodass sich Samo-Darsteller Philipp Burkhard Winkler während der Show im Publikum zurücklehnen konnte.

So außergewöhnlich diese Szenen der Show waren, so bewusst altmodisch und entzückend kamen die immer wieder eingespielten Märchenerzählungen daher. Mit Papier, Stiften und dem Fotoapparat haben die Macher die passenden Zeichnungen zu den Märchen angefertigt und digitalisiert und diese per klassischer Stop-Motion-Technik auf die große, runde Schloss-Fabelstein-Bildfläche auf der Bühne geworfen.

Und als wäre das alles in dieser Kombination nicht schon innovativ genug, setzten die Verantwortlichen auch auf klassische Musical-Elemente, in denen die Darstellerin Anja Kintscher wie ein heller Stern auf der Bühne erstrahlte. Denn nicht nur ihre schauspielerische Leistung war herausragend, sondern auch ihr glasklarer Gesang. Darauf und auf die Darbietungen der Tänzerinnen reagierte das Publikum mit Szenenapplaus.

Über die Geschichte selbst wollen wir an dieser Stelle natürlich noch nicht zu viel verraten, schließlich wird es noch einen zweiten Aufführungstermin geben. Nur so viel sei gesagt: Die ruhige, unaufgeregte Handlung über die Märchenwelt in Schloss Fabelstein mündet in einem mitreißenden Finale. Und danach begeistern einmal mehr diese Kleinigkeiten – nämlich dann, wenn die Besucher nach der Show Daffel streicheln und mit den Darstellern noch ein Foto schießen können.

Die Uraufführung ist geschafft, jetzt freuen sich die Veranstalter auf die zweite und vorerst letzte Vorstellung von Schloss Fabelstein, die am Freitag, 3. Januar, stattfindet. Einlass ist um 18.30 Uhr in der Böddinghauser Aula. Karten zum Preis zwischen 21,50 und 28,50 Euro für Erwachsene und 15,50 und 22,50 Euro für Kinder sind im Märcheneis-Café erhältlich.

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