Bekenntnis zum Standort Plettenberg

120-Tonnen-Bohrer im Einsatz: Stahlgesellschaft investiert 8 Millionen Euro im MK

Ein 120 Tonnen schwerer Bohrer sorgt derzeit für die Pfahlgründung in dem aufgeschütteten Hanggrundstück.
+
Ein 120 Tonnen schwerer Bohrer sorgt derzeit für die Pfahlgründung in dem aufgeschütteten Hanggrundstück. Bei der Investition kommen ausnahmslos Unternehmen aus dem Raum Südwestfalen zum Einsatz.

Die Corona-Pandemie stellt viele Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Doch weil Stillstand Rückschritt sei, halte das Stahlhandelshaus Westfälische Stahlgesellschaft Plettenberg an ihrer bereits länger geplanten Investition fest

Wir wollen bis Ende 2021 unseren neuen Standort an der Ernst-E.-Fastenrath-Straße in Plettenberg in Betrieb nehmen“, sagt Dr. Markus Krummenerl, Geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe, zu der auch das Ziehwerk Plettenberg zählt.

„Wir wollen mit dieser Investition im Industriegebiet Osterloh-West Platz schaffen an unserem Stammsitz an der Herscheider Straße“, erklärte Krummenerl auf Anfrage unserer Zeitung.

Am Hauptsitz soll unter anderem eine Produktionslinie zum Richten, Prüfen und zur Endenbearbeitung von Blankstahl im Ziehwerk Plettenberg entstehen. Diese Linie ist laut Krummenerl so konzipiert, dass sie mittelfristig um eine dritte Schälmaschine erweitert werden kann, mit der der gewalzte und ansonsten unbearbeitete Stahl zu Blankstahl geschält wird. Damit würde die Produktionskapazität um rund 15 000 Jahrestonnen gesteigert. Derzeit verarbeitet das Ziehwerk Plettenberg pro Jahr rund 100 000 Tonnen Walzstahl zu Blankstahl.

Des Weiteren soll am Standort Herscheider Straße in eine zusätzliche Schleifanlage investiert werden, für die ebenfalls Platz geschaffen werden muss. Alles in allem geht es am Stammsitz um eine Investition im siebenstelligen Bereich.

„Ein wichtiger Punkt bei der Wahl des Standortes Osterloh-West in Plettenberg waren die weiterhin kurzen Anfahrten unserer Mitarbeiter zur Arbeitsstelle. Das wäre bei der Wahl eines Standortes in der Nähe der Autobahn A 45 anders gewesen“, so Krummenerl, der sich gemeinsam mit den beiden weiteren geschäftsführenden Gesellschaftern Thomas Schaumann und Friedrich-Wilhelm Krummenerl auch mögliche Standorte in Rosmart, Olpe und Herscheid ansah.

Bekentnis zu Plettenberg

„Eines ist uns aber besonders wichtig“, sagt Markus Krummenerl: „Die Entscheidung für den neuen Standort Osterloh-West ist ein klares Bekenntnis der Westfälischen Stahlgesellschaft zum Standort Plettenberg.“

Insgesamt steht dem Unternehmen dort unterhalb des Standortes der Firma Junior eine Grundstücksfläche von gut 12 000 Quadratmetern zur Verfügung, von denen in der jetzigen, ersten Ausbaustufe rund die Hälfte genutzt werden. „Uns war es wichtig, noch eine Erweiterungsfläche für die Zukunft zu haben“, sagte Krummenerl, der sich damit das letzte größere Gewerbegrundstück in dem Industriegebiet gesichert hat.

Moderne Logistik

Mit dem Neubau werde insbesondere in die Modernisierung der Lager- und Logistikmöglichkeiten investiert. „Die Investition hat ein Volumen von rund acht Millionen Euro“, erklärt Friedrich-Wilhelm Krummenerl. Es werde dort ein vollautomatisches Hochregal in Wabenlagerausführung mit insgesamt 2 844 Stahlkassettenplätzen und einer Gesamtlagerkapazität von rund 10.000 Tonnen Stahl errichtet. Am Stammsitz an der Herscheider Straße wird bereits seit 2017 ein Hochregallager mit einer Bruttokapazität von 14.000 Tonnen betrieben, das auch bestehen bleibt.

Da sich der neue Standort an einem aufgeschütteten Steilhang befindet, muss für das geplante Hochregallager ebenso wie für die angrenzenden Hallen und den Büro- und Sozialtrakt eine Pfahlgründung vorgenommen werden. Bei dieser Gründung wird Beton bis zu einer Tiefe von 13 Metern eingebracht, um die auftretenden Lasten bis in das tragende Gestein im Untergrund ableiten zu können.

Fast 6 000 Tonnen Schotter- und Erdmaterial wurden zur Anschüttung der Gewerbefläche benötigt.

120-Tonnen-Bohrgerät

Die Auslegung der Pfähle beruht auf einem geologischen Gutachten. Das Bohrgerät zum Erstellen der Pfähle wiegt rund 120 Tonnen und wurde in mehreren Teilen per Schwertransportern angeliefert. Zur Vorbereitung der Bohrtätigkeiten wurden rund 5 800 Tonnen Schotter angeliefert und verdichtet.

Positiv auswirken soll sich die Investition auch auf das Verkehrsaufkommen auf der Herscheider Straße. „Durch den neuen Standort wird kein nennenswerter Verkehr zwischen den Standorten Herscheider Straße und Osterloh-West entstehen“, freut sich Thomas Schaumann. Die Herscheider Straße werde im unteren Teil sogar entlastet, da am neuen Standort vornehmlich Handelsware von externen Lieferanten angeliefert, umgeschlagen, bearbeitet und wieder ausgeliefert werde. „Die Lkw müssen dann nicht mehr bis zum Standort Herscheider Straße fahren, sondern biegen schon vorher am Kreisel Osterloh ab“, betont Schaumann.

Photovoltaik-Anlage geplant

Zudem werden am neuen Standort Maßnahmen zur CO2-Reduzierung vorgenommen. Die dort geplante Photovoltaikanlage soll einen jährlichen Ertrag von über 200 000 Kilowattstunden haben und zum Eigenverbrauch und zur Einspeisung dienen. Zudem wird elektrische Energie vom Regalbediengerät des Hochregallagers mit einer Energierückgewinnung in das Stromnetz eingespeist. Dabei werde die Bremsenergie der Anlage zur Beschleunigung genutzt.

„Wir können damit einen weiteren Schritt unternehmen, um unseren ökologischen Fußabdruck zu verringern“, freut sich Thomas Schaumann abschließend.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare