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„Eine Gewöhnungssache“: Apotheken auf E-Rezepte vorbereitet

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Von: Johannes Opfermann

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Die Plettenberger Apotheken sind nach eigener Aussage auf die Einführung des E-Rezeptes vorbereitet. Die heimischen Apotheker sind jedoch skeptisch, wie groß die Nachfrage sein wird.
Die Plettenberger Apotheken sind nach eigener Aussage auf die Einführung des E-Rezeptes vorbereitet. Die heimischen Apotheker sind jedoch skeptisch, wie groß die Nachfrage sein wird. © Symbolfoto: dpa

Im neuen Jahr wird das E-Rezept eingeführt, eine Umstellung nicht nur für Ärzte und Patienten, sondern auch für die Apotheken. Die sehen sich auf die Neuerung allerdings gut vorbereitet.

Plettenberg - Eigentlich sollte das E-Rezept schon am 1. Januar 2022 eingeführt werden, doch das Gesundheitsministerium hat die Umstellung auf unbestimmte Zeit verschoben, da die nötige Technik noch nicht flächendeckend zur Verfügung. An den Apotheken liegt es allerdings nicht, wie eine Nachfrage in Plettenberger Apotheken zeigt.

„Die Apotheken sind flächendeckend vorbereitet“, sagt Claudia Sielermann, Inhaberin der Märkischen Apotheke. Die Vorgabe, die technischen Voraussetzungen für die Einführung des E-Rezepts zu schaffen, hätten die Apotheken bereits im September 2020 gehabt. Theoretisch könne man sofort loslegen, da die technische Umstellung erfolgt sei.

Dazu gehört auch, dass die angestellten Apotheker einen Heilberufeausweis erhalten haben – sonst hatte den nur der Inhaber einer Apotheke. Er wird benötigt, um sich auf dem Server auszuweisen, auf dem ein Arzt das E-Rezept hinterlegt hat, und es dann über den QR-Code, den die Patienten erhalten haben, abzurufen.

„Für uns ist es eine technische Raffinesse, aber keine Schwierigkeit, für die Kunden ist es Gewöhnungssache“, gibt sich Sielermann gelassen. Die jüngeren Kunden würden vermutlich auch die entsprechende App nutzen, auf die der QR-Code geladen wird. „Die Älteren werden froh sein, dass sie noch Papier in die Hand bekommen, denn auch das E-Rezept funktioniert noch nicht sofort papierlos“, erklärt Sielermann. Das Papierrezept ist also noch da, sieht mit dem QR-Code allerdings anders aus.

Aus Sielermanns Sicht werden sich mit dem E-Rezept einige Dinge verbessern. Sie rechnet mit weniger Fehlern, wie sie bei einem handschriftlich ausgestellten Rezept passieren können, etwa dass falsche Packungsgrößen aufgeschrieben werden. Allerdings müssten Fehler, die nun immer noch passieren könnten, künftig auch auf digitalem Weg und nicht per Anruf in einer Praxis gelöst werden.

Praktisch sei allerdings, dass künftig mit dem E-Rezept auch die teilweise Einlösung eines Rezepts in einer Apotheke – ein Teil sofort, der Rest zu einem späteren Zeitpunkt – möglich sei.

Wie hoch die Nachfrage zu Beginn sein werde, sei unsicher, sagt Sielermann, denn die Einführung des E-Rezepts – nun ohnehin verschoben – solle etappenweise erfolgen. So sollen verschreibungspflichtige Schmerzmittel nicht gleich zu Beginn dabei sein. Aber es hängt auch davon ab, wie die Umsetzung in den Arztpraxen gelänge. Gegebenenfalls könne es also schon eine hohe Nachfrage geben.

„Ich erwarte erst einmal eine relativ geringe Inanspruchnahme“, sagt Kathrin Klewer-Scherer von der Apotheke Am Nocken. Dies liege zum Teil an der eher älteren Klientel, sei aber auch davon abhängig, dass die E-Rezepte von den Arztpraxen ausgestellt werden. Sie erwartet, dass es bis zur Jahresmitte dauert, bis die Umstellung vollzogen sei.

Vorbereitet sei man auch in der Holthauser Apotheke. „Bei uns steht die Telematik, wo alles eingespeist wird“, erklärt Kathrin Klewer-Scherer, die die Einführung des E-Rezepts als Fortschritt bei der Arzneimitteltherapiesicherheit ansieht. „Bei handschriftlichen Rezepten können immer Fehler passieren“, sagt sie.

Vor allem lassen sich dank des E-Rezepts schnell mögliche Probleme in der Medikation erkennen. Auf dem E-Rezept stehe zwar nur das verschriebene Medikament, aber mittels entsprechender Funktionen können Medikamentenpläne erstellt und auf der Gesundheitsdatei des Patienten gesammelt werden. „Es ist insgesamt übersichtlicher.“

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