Teure Zeiten für Biertrinker 

Fast 15 Euro: Rewe-Ihr Kaufpark bietet Krombacher nicht zum Sonderpreis an - aber warum?

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Krombacher gibt es im Kaufpark auch in den nächsten drei Wochen nur zum Normalpreis. Was dahinter steckt, darüber hüllt sich Rewe Dortmund in Schweigen.

Plettenberg – Wer in den letzten Wochen seinen Einkauf im Rewe – Ihr Kaufpark erledigen wollte, der konnte dort bis Anfang September auch regelmäßig auf Aktionsangebote einer Biersorte aus Krombach hoffen. Doch seit sieben Wochen ist es vorbei mit dem vergünstigten Bier der besagten Brauerei.

Fast 15 Euro werden seitdem für eine Kiste fällig. Bei den Angeboten waren es oft nur 10,49 Euro oder 10,99 Euro. Ein Mitarbeiter eines heimischen Rewe – Ihr Kaufpark-Shops erklärte zu dem Thema folgendes: „Zwischen Rewe und Krombacher gibt es derzeit Probleme, deshalb gibt es bei uns vorerst auch keine Angebote mehr.“ Diese Aussage nahm die Heimatzeitung zum Anlass, um der Rewe-Presseabteilung die folgenden Fragen zu schicken. 

Es gibt seit Wochen keine Krombacher-Angebote mehr in den Rewe Ihr Kaufpark-Filialen. Ist das richtig und womit wird dies begründet? 

Was war der Auslöser dafür und wie lange wird dieses Bier nur zum Normalpreis angeboten?

Will Krombacher höhere Preise durchsetzen? 

Die Antwort von Sprecherin Annika Amshove fiel sehr kurz aus. Sie dementierte die Feststellungen nicht, sondern ließ nur folgenden Satz verlauten: „Bitte haben Sie Verständnis, dass wir hierzu keine Auskunft erteilen möchten.“ 

Krombacher-Sprecher Peter Lemm.

Etwas gesprächiger war dagegen Krombacher-Sprecher Peter Lemm, der unsere Fragen wie folgt beantwortete: „Selbstverständlich sind unsere Handelspartner frei in der jeweiligen Aktionsgestaltung. Aus unserer Sicht funktioniert die Zusammenarbeit nach wie vor sehr gut. Wir bitten um Verständnis, dass wir uns zu Details zur Zusammenarbeit mit unseren Partnern grundsätzlich nicht öffentlich äußern.“ Auf konkrete Nachfrage betonte Lemm, dass die Märkte völlig frei seien bei der Preisgestaltung. „Wir geben keine Preise vor.“ Die Handelskette kaufe das Bier allerdings zu einem festgelegten Preis bei der Brauerei. Ob man das Bier unter dem Verkaufspreis anbiete, sei nicht Sache der Brauerei. Ob der Einkaufspreis ein Streitthema sei – dazu äußerte sich Lemm nicht.

 Fakt ist, dass auch in dieser Angebotswoche kein Kisten-Bier aus Krombach vergünstigt in den Rewe-Märkten angeboten wurde. Und auch in den nächsten drei Wochen muss man für die „Perle der Natur“ und das darin enthaltene Felsquellwasser knappe 15 Euro bezahlen. Ein Streit zwischen Hersteller und Handel ist in der Branche nicht ungewöhnlich, meist passiert dies aber eher am Jahresanfang. Über Winter werden die sogenannten Jahresgespräche, also Konditionen- und Rückvergütungsvereinbarungen sowie die jeweiligen Werbemaßnahmen, verhandelt. Dabei kommt es häufiger zu Unstimmigkeiten, die im schlimmsten Fall eine sogenannte Auslistung der Produkte nach sich ziehen. So gab es Krombacher Pils mehr als fünf Jahre nicht bei Kaufland. 

Am Rande des Gesprächs mit unserer Zeitung betonte Peter Lemm, dass die Brauerei in Krombach die Vertriebspartnerschaft mit Nestlé beendet habe. Die Partnerschaft war vielen Kunden sauer aufgestoßen, da Nestlé insbesondere bei der Trinkwassergewinnung in Entwicklungsländern viele Negativschlagzeilen machte. Es handelte sich laut Lemm lediglich um den Vertrieb von Nestea-Produkten. Sein offizielles Statement dazu lautete wie folgt: „Krombacher und Nestea haben zum 1. Juli 2019 die Vertriebspartnerschaft beendet. Die Vertragspartner sind zu dem Entschluss gelangt, dass dies der richtige Schritt ist.“

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