Zocken bis die Daumen glühen

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Aus der digitalen in die analoge Welt: Dennis Schulte hatte das Spiel Mario Kart für das Retronom zum Brettspiel umfunktioniert.

Zocken, daddeln, gamen: Nach einem Jahr auf Tour kehrte das Retronom am Samstag in die Heimat zurück und gastierte im Heim des Schützenvereins Blau-Weiß Sundhelle.

An 13 verschiedenen Konsolen und Computern der 70-er bis 90-er Jahre konnten sich die zahlreichen Gäste nach Herzenslust austoben. „Viele entdecken hier ihre Kindheit und Jugend wieder“, sagte Matthias Igel, der neben Sandra Bürger zum Gründungsduo des Retronoms gehört.

Besonders freue er sich, dass viele ihre Kinder mitgebracht haben, das sei „sehr, sehr schön“. So zeigte manch ein Papa seinem Filius, was er in dessen Alter gespielt hat. Und den Kindern, die heutzutage mit Grafiken und Bildauflösungen aufwachsen, von denen man damals nur hatte träumen können, gefiel es, sich an den Klassikern zu versuchen.

Die jüngsten Konsolen waren der Nintendo 64 und die Playstation 1 aus der Mitte der 90-er Jahre. Beim ältesten Gerät handelte es sich um das Philips Tele-Spiel ES 2201 aus dem Jahr 1975. Das Gerät sei noch „sehr analog“, wie Igel zu berichten wusste. Es gebe keinen Ton und die Punktzahlen würden von Hand auf einem Schiebregler eingestellt.

Dazwischen gab es allerlei Vertrautes wie weniger Bekanntes, beispielsweise Commodore 64, Miragama GMC 802 oder Atari ST. Auch Gameboys und der damalige Konkurrent Game Gear lagen bereit. Für jedes Gerät standen mehrere Spiele zur Verfügung, bei deren Austausch die Retronom-Crew gerne behilflich war, denn mitunter war dies gar nicht so leicht. Auf Infotafeln erhielten die Gamer Daten zum jeweiligen Gerät: Wann kam es auf den Markt? Wer waren die Konkurrenten? Und was war damals das Nonplusultra?

Den Höhepunkt bildete das Turnier auf dem Super Nintendo. „Da sind die Emotionen immer sehr hoch“, erklärte Igel.

Gespielt wurde „Primal Rage“, ein Kampf-/Prügelspiel mit Dinosauriern. Zuvor hatten die Gamer ihr Können bereits an zwei weiteren Geräten unter Beweis stellen können. Die besten drei Top-Scorer konnten sich über kleine Präsente freuen.

Dass es auch gänzlich analog ging, zeigte sich beim Spiel Mario Kart, das Dennis Schulte in eine Brettspielform gebracht hatte.

Ob Ping-Pong, Sport-Spiele oder Mario-Universum: Beim Retronom konnten altgeliebte Spiele wieder- oder neu entdeckt werden.

Obwohl die Veranstalter im Vorfeld Sorge wegen des Wetters hatten, zumal der Weg hinauf zum Schützenheim nicht der angenehmste ist, waren viele gekommen und verlebten eine wunderbar verspielte Zeitreise im Low-Tech-Tempel.

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