Kleine und große Aktionen im ganzen Kreis geplant

Nach heftiger UEFA-Kritik: Veranstalter plant Aktion - Menschen setzen Zeichen

Die Regenbogen-Debatte beherrscht am Mittwoch auch den Märkischen Kreis. Am späten Mittwochabend wird ein markantes Gebäude in Regenbogen-Farben beleuchtet.

Märkischer Kreis - Es gibt an diesem Mittwoch, an dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im letzten EM-Gruppenspiel auf Ungarn trifft, in den Gesprächen auf der Straße oder in den sozialen Netzwerken fast nur ein Thema: die Regenbogen-Debatte. Nachdem die UEFA am Mittwoch erklärt hatte, dass die Allianz-Arena in München nicht in Regenbogen-Farben beleuchtet werden darf, hagelte es Kritik von vielen Seiten. Viele Städte und ihre Bürger wollen trotzdem ein Zeichen setzen - auch im Märkischen Kreis.

Allen voran in den Städten Menden und Plettenberg wird am Mittwochabend der Regenbogen leuchten. In Menden soll nach Informationen von Radio MK das Rathaus in Regenbogenfarben angestrahlt werden sollen, ebenso soll die Regenbogenflagge gehisst werden.

Regenbogen: Veranstalter setzt Zeichen nach UEFA-Absage - Menschen starten Aktion

In Plettenberg ist ebenfalls etwas Großes geplant. Schon seit dem Mittag wehte eine Regenbogen-Fahne auf dem Rathaus-Platz und am Abend will Veranstaltungstechniker Christian Burghaus aus Lennestadt nach Plettenberg fahren, um das Weidenhof-Kino während des Deutschland-Spiels am Abend in Regenbogenfarben zu hüllen.

Diese Regenbogen-Fahne ist am Mittwoch vor dem Rathaus in Plettenberg gehisst worden.

Die Anfrage dafür erreichte das Kino am Mittwochnachmittag sehr spontan, aber weil die Verantwortlichen die Idee super fanden, konnten die Vorbereitungen sofort beginnen. Mit mehreren Spot-Scheinwerfer wird sich Burghaus nun auf den Weg nach Plettenberg machen, das Gebäude erstrahlen lassen und so ein Zeichen für Homosexualität setzen.

Regenbogen im MK: Auch im Internet tobt die Debatte

Besonders groß ist der Regenbogen-Hype derzeit in den sozialen Medien wie Twitter, Instagram und Facebook. Hier gibt es derzeit kaum ein Profilbild, das nicht in Regenbogenfarben getaucht ist. Nicht jeder Nutzer kann dem ausschließlich Positives abgewinnen. Stefan Langenbach aus Plettenberg zum Beispiel schreibt auf Facebook: „Schon faszinierend, dass jetzt alle die Regenbogenfarben für sich entdecken, weil die UEFA die Regenbogen-Beleuchtung der Allianz-Arena verbietet. Natürlich freue ich mich über so viel Akzeptanz und Toleranz und diesen symbolischen Schulterschluss. Aber lebt ihr diese Akzeptanz und Toleranz auch im Alltag?“

Solange „schwul“ auf dem Schulhof noch als negativer Ausspruch benutzt werde, solange die Diskriminierung beim Blutspenden wortlos hingenommen werde und solange mehr oder weniger auffällig getuschelt, gelacht und gelästert werde, weil jemand nicht „der Norm“ entspricht - „so lange haben wir noch genug vor der eigenen Haustüre zu kehren“, meint Langenbach, „aber darüber spricht nach der EM dann leider keiner mehr...“

Regenbogen: Veranstalter setzt Zeichen nach UEFA-Absage

Andere wiederum argumentieren, dass das Thema durch die Debatte immerhin große Aufmerksamkeit bekommt. Und eben diese Aufmerksamkeit wird das Thema durch die Aktionen in Städten wie Plettenberg und vielen anderen sowie durch die Aktionen der Fußballfans am Mittwochabend auch in ganz Deutschland und darüber hinaus bekommen.

Eine klare Mehrheit der deutschen Fußball-Fans hätte übrigens die Beleuchtung der Allianz-Arena in Regenbogenfarben während des EM-Spiels zwischen Deutschland und Ungarn befürwortet. In einer Blitz-Umfrage der Voting-App FanQ im Auftrag des Sport-Informations-Dienstes kritisierten 69,8 Prozent der Befragten das ausgesprochene Verbot der UEFA.

Rubriklistenbild: © Steinhoff

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare