Bauern und Tiere wünschen sich nur eines: Regen

Landwirte und Tiere ächzen unter der extremen Hitze  

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Plettenberg - Es ist ein Sommer, wie er im Buche steht. Sonnenschein und Wärme von morgens bis abends – und das sieben Tage die Woche. Worauf viele Plettenberger einige Jahre gehofft hatten, ist 2018 eingetreten. Aber nicht jeden erfreuen die schweißtreibenden Temperaturen.

„Für uns persönlich ist es noch nicht ganz so schlimm, aber diejenigen Landwirte, die Getreide und Gemüse anbauen, haben natürlich aktuell mit der Hitze zu kämpfen“, sagt Landwirt Thomas Gülicher zur aktuellen Hitzewelle. Er bewirtschaftet seinen Hof in der Almecke, zu dem neun Kühe und 18 Jungtiere gehören. Ackerbau betreibt er nur noch nebenbei zur Versorgung der Milchkühe. „Einen Sommer wie dieses Jahr habe ich das letzte Mal 1976 erlebt. Daran kann ich mich aber nur noch sehr vage erinnern, da ich noch ein Kind war. Aber auch das Jahr kam mir nicht so extrem vor, wie dieses“, erinnert sich der Plettenberger.

Seine Kühe kämen momentan morgens in den Stall, da es tagsüber zu heiß draußen auf der Weide sei. Er spricht von „sehr extremen Bedingungen, nicht nur für die Tiere.“ Zum Glück hätte es ja in den vergangenen Wochen zwischendurch mal den ein oder anderen Schauer bei uns gegeben. „Das sieht in anderen Teilen Deutschlands ganz anders aus“, weiß Gülicher. Gerade in Norddeutschland würden die Bauen leiden, denn dort fiele die Ernte dieses Jahr vermutlich sehr schlecht aus. „Es muss in den nächsten Tagen nachhaltig regnen, sonst müssen wir uns auch Sorgen machen. Bis jetzt ist noch alles gut gegangen, aber wir brauchen unbedingt Regen!“, hofft der Landwirt auf den Rückgang der Hitze, um nicht sein ganzes Futter, das eigentlich für den Winter vorgesehen ist, schon jetzt verfüttern zu müssen.

Tiere leiden unter extremer Hitze

Auch Kreislandwirt Dirk Voss, der einen Milchviehbetrieb in Herscheid bewirtschaftet, macht sich Sorgen wegen der Dürre. Er weiß, dass seine 200 Kühe unter den extrem hohen Temperaturen leiden, denn laut Voss liegt die Wohlfühltemperatur der Tiere bei rund zehn Grad Celsius. „Mit minus zehn Grad würden sie besser klarkommen, als mit dieser Hitze“, erklärt der Landwirt. Die Milchleistung lasse immer mehr nach – eine Folge des heißen Sommers. Außerdem seien seine Wiesen kahl gefressen. „Wir müssen die Kühe jetzt nach und nach reinholen und zufüttern – auf der Wiese ist nicht mehr genug Futter“, so Voss. Es ginge schon bald an die Vorräte für den Winter was zur Folge hätte, im Winter Futter zukaufen zu müssen.

Um es den Kühen so angenehm wie möglich zu machen, hat Dirk Voss einige Ventilatoren im Stall angebracht und bespritzt die Vierbeiner regelmäßig mit Hilfe einer Sprinkleranlage zur Abkühlung.

„Die erste positive Nachricht heute war für mich, dass es nächste Woche endlich regnen soll“, hofft Landwirt Voss auf einen Wetterumschwung. Er setze alles auf jene Prognose. „Bis jetzt geht es noch in unserer Region, wenn man bedenkt, dass es andere Teile unseres Landes noch härter getroffen hat“, ist er optimistisch, dass sich alles doch noch zum Guten wenden wird. Dennoch spricht er von einer „dramatischen Lage“, die er so auch noch nie erlebt hätte.

Der Plettenberger Förster Thomas Kroll-Bothe sorgt sich ebenfalls wie auch die Landwirte um die Natur – vor allem um sein Revier, das sich grob unterteilt über den westlichen Teil von Plettenberg erstreckt. „Zum Glück hatten wir noch keinen Waldbrand diesen Sommer. Dennoch gibt es sehr, sehr trockene Lagen – auch bei uns“, weiß er. Auch die Bäche würden langsam austrocknen, was die Tierwelt in eine bedrohliche Lage bringen würde.

Blätter verfärben sich teilweise schon 

„Man kann auch beobachten, wie die Laubbäume teilweise schon ihre Blätter verlieren. Das ist ein ganz einfacher Schutzmechanismus, wenn es an Wasser fehlt“, erklärt der Förster des Regionalforstamtes Kurkölnisches Sauerland. Bis jetzt sei noch alles „im grünen Bereich“, dennoch müsse es bald unbedingt regnen. „Solange es noch so trocken ist, wie aktuell, kann ich nur alle Bürger warnen, weder im Wald zu rauchen, noch zu grillen oder Feuer zu machen. Die Waldbrandgefahr ist wirklich erhöht“, warnt der Förster.

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