Bei einem Rundgang erleben Viertklässler Experimente und legen selbst Hand an

Realschüler zeigen spannende Einblicke in ihren Schulalltag

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SV-Schüler Dennis half den Viertklässlerinnen Aimée (vorne links) und Kim (vorne rechts) beim Experimentieren im Chemieraum. Hier wird die Farbe Schwarz mit Hilfe eines Filterpapiers in ihre Bestandteile zerlegt.

PLETTENBERG - Dass auf Gemeinschaft an der heimischen Geschwister-Scholl-Realschule großen Wert gelegt wird, erlebten die Besucher des Tages der offenen Tür am Samstag.

Alle Lehrer waren im Einsatz, um sich den Fragen der Eltern zu stellen oder die Vorführungen in den Klassenräumen zu begleiten. Doch damit nicht genug: Auch die Schüler brachten sich auf vielfältige Weise mit ein und sorgten für ein abwechslungsreiches Programm. 

„Es ist total wichtig, dass die Schule neue Schüler bekommt“, meinte die 13-jährige Lena. Die Achtklässlerin gehört der Schüler-Vertretung an, die bei dem Aktionstag die Betreuung der Kinder übernahm, die die Realschule kennenlernen wollten. Unterstützung erhielt sie von Zehntklässler Dennis, der auch am Samstagmorgen freiwillig an die Schule gekommen war. „Ich bin ohnehin kein Langschläfer und finde es cool, der Schule zu helfen“, sagte der SV-Schüler. 

Gemeinsam führten Lena und Dennis eine Gruppe Viertklässler durch das Gebäude, ihr erster Halt: der Informatik-Raum. Nicht etwa der betreuende Lehrer, sondern die Schüler zeigten den Besuchern, was sie dort lernen können – nämlich die Nutzung sämtlicher Office-Programme, Bildbearbeitung und auch technisches Zeichen. Computerkenntnisse sind für das spätere Berufsleben unerlässlich, lernten die Viertklässler, die zudem erfuhren, dass an der Realschule ab der siebten Klasse ein Schwerpunktkurs Informatik angeboten wird. 

Nach etwa zehn Minuten trommelten Lena und Dennis ihre Gruppe wieder zusammen und es ging weiter in den nächsten Unterrichtsraum: Mathematik. „Oh nein“, stöhnte ein Mädchen beim Betreten des Raumes. Doch sie wurde überrascht: Denn Mathe kann richtig viel Spaß machen, etwa beim Schokolinsen-Schätzwettbewerb, beim dreidimensionalen Zeichnen oder aber am Geobrett, wo mit gewöhnlichen Gummis Figuren erstellt und gespiegelt wurden. 

„Hier gibt es etwas auf die Ohren“, begrüßte Ingo Reich die Gruppe im Musikraum. Dort konnten sich die Schüler musikalisch austoben. In Dauerbenutzung waren E-Bass, E-Gitarre und Schlagzeug – eben alles, was ordentlich Krach macht. Aber auch Schlagzeug und Percussions konnten getestet werden. 

Explosiv ging es wenige Türen nebenan zu. Hier zeigten die Chemieschüler ein Zauberexperiment, bei dem ein mit Wasserstoffgas gefüllter Ballon plötzlich in Flammen aufging. Die Besucher wurden aber auch selbst aktiv: Mit Hilfe eines Filterpapiers trennten sie schwarze Farbe in ihre Bestandteile. 

Handwerkliches Geschick war im Technik-Raum gefragt, wo Holzwürfel gefeilt wurden. „Das nennt man das Trennverfahren“, erläuterte Neuntklässler Nick. Er konnte sich noch gut daran erinnern, wie er damals als Grundschüler den Tag der offenen Tür besucht hatte. Die Vorführungen der Realschüler sind ihm in bester Erinnerung geblieben. „Deswegen macht es mir echt Spaß, jetzt den Jüngeren Einblicke in den Schulalltag zu ermöglichen“, sagte der 15-Jährige. 

Zwei ganz unterschiedliche Sprachen lernten die Grundschüler zum Abschluss ihres Rundgangs kennen. Zunächst gestalteten sie ihr eigenes Englisch-Zertifikat mit viel Farbe, neuen Begriffen und Stickern. Auf die Spuren der Ägypter begaben sie sich im Fach Geschichte, wo sie ihre Namen in Hieroglyphenschrift malten. 

Die Begeisterung war den jungen Besuchern anzumerken. „Mir haben die Chemie-Experimente am Besten gefallen“, jubelte Aimée. Ihre Freundin Kim schwärmte hingegen von den Musikinstrumenten. Und Patrick gefiel der Besuch im Technik-Raum, weil „ich dort richtig arbeiten konnte“. Die Eltern lernten derweil in einem Vortrag das Leitbild und die Arbeitsweise der Schule kennen und tauschten sich in der Mensa mit den Lehrern und Eltern der Schulpflegschaft aus. Das Konzept kam gut an. 

So viel Lob hörte Jochen Weber gern. Seit 41 Jahren arbeitet er Lehrer an der Realschule, seit nunmehr 19 Jahren in leitender Funktion. Im Sommer 2018 geht Weber in Rente, dann will er unbedingt eine intakte Schule an seine Nachfolger übergeben. „Wir sind auf einem guten Weg“, ist sich der Schulleiter sicher, dieses Ziel gemeinsam mit seinen Kollegen, den Schülern, Betreuern und Eltern erreichen zu können.

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