Plettenberger nimmt an Stipendium des Bundestages teil

Rasenmäher statt Schreibtisch - Léon Eilrichs Jahr in Amerika 

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Am Ende seines Auslandsjahres in Amerika besuchte Léon Eilrich auch Hawaii. Im Hintergrund ist der Stand von Honolulu zu sehen.

Plettenberg/Oregon - Nicht nur ein neuer Beruf und ein anderes Lebensgefühl erwarteten den Plettenberger während seines Aufenthalts in Amerika – auch der Wahlkampf war etwas gewöhnungsbedürftig... Léon Eilrich verbrachte ein Jahr in den USA und nahm am  Austausch-Programm „Congress-Bundestag Youth Exchange for Young Professionals“ des Bundestages teil.

Vor einem Jahr ging die Reise für Léon Eilrich aus Plettenberg nach Amerika. Er kündigte, nachdem er seine Ausbildung beendet hatte, seinen Job bei der Gesenkschmiede Wilhelm-Schulte-Wiese und machte sich auf den Weg zu einem einjährigen Abenteuer. Er hatte sich dafür ein Jahr ausgesucht, in dem sich mit der Präsidentenwahl politisch viel in Amerika veränderte.

Gemeinsam mit 75 anderen jungen Menschen, die auch an dem Stipendium des deutschen Bundestages und des US-Außenministeriums teilnahmen, startete er in Frankfurt seine Reise. Der erste Stopp war New York. Dort erfuhr er, was in seinem Austauschjahr auf ihn zukommen würde. Nach ein paar Tagen, ging es dann auch schon weiter über New Jersey zu seiner Gastfamilie in Oregon, in die Stadt Lake Oswego. Léon lebte bei einer 75-jährigen Dame, die ursprünglich aus Deutschland kommt und mit 28 Jahren von Berlin nach Amerika auswandert war. Doch auch die Gastfamilie von seinem Freund Felix betrachtete er als seine Gastfamilie, da er viel Zeit mit ihr verbrachte.

Der Columbia River trennt Oregon von Washington.

Der Staat Oregon, in dem Léon für ein Jahr lebte, ist demokratisch. In Portland, das etwa zwanzig Minuten entfernt von Lake Oswego ist, habe er die Wahl daher extrem mitbekommen. „Die Bürger waren alle relativ unzufrieden mit dem Ergebnis der Wahl“, beschreibt er. Zudem würde der Vorwahlkampf durch die Medien stark gehypt. „Das war alles schon zu viel Show – too much“, sagt Léon. Mit dem Wahlkampf in Deutschland sei das gar nicht zu vergleichen und das sei auch gut so. Vom Regierungswechsel selbst bezüglich Gesetzen habe man in den letzten Monaten als Bürger jedoch noch nicht viel mitbekommen. Dafür habe es jedoch viele Ausschreitungen gegeben.

Trotzdem hat Léon sein Jahr in Amerika gefallen. „Besonders zugesagt hat mir die Mentalität der Menschen. Sie waren so offen und freundlich. Wenn man in ein Geschäft herein kam, wurde man immer mit einem Guten Tag begrüßt“, beschreibt der 20-Jährige. Das Leben habe sich frei und locker angefühlt. „Ich könnte mir schon vorstellen, irgendwann einmal dort zu leben“, überlegt Léon. Doch auch schwierige Situationen musste Léon meistern. Neben dem Besuch einer Sprachschule sah das Programm für die Hälfte des Aufenthaltes ein Praktikum vor. Einen geeigneten Platz zu finden, war jedoch gar nicht so einfach. „In der Gegend, in der ich lebte, gab es nur wenig Industrie, weshalb ich in meinem erlernten Beruf als Industriekaufmann nichts fand“, sagt Léon. Daher übte er in der Zeit drei verschiedene Jobs aus, die alle nichts mit seinem eigentlichen Beruf zu tun hatten.

Der Crater Lake ist ein Kratersee des Vulkans Mount Mazama im Süden von Oregon. Bei seinem Roadtrip durch den Bundesstaat konnte Léon sich den See in voller Winterpracht ansehen

Zuerst war er Betreuer an der Sprachenschule, die er zuvor besucht hatte, dann arbeitete er als Landschaftsgärtner und zum Schluss war er in einer Übersetzungsfirma tätig. Vor allem der Job als Landschaftsgärtner war eine totale Umstellung für den Plettenberger. Als Industriekaufmann war er schließlich eher daran gewöhnt, am Schreibtisch zu sitzen und auch privat war er nicht über das Rasenmähen hinausgekommen. „Mir wurde in meinem Praktikum viel gezeigt, das ich auch für das spätere Leben noch gebrauchen kann“, sagt er. Rasenmähen gehörte zwar auch zu seinem Job, aber er half auch Sprinkleranlagen zu installieren, musste einen Zaun errichten oder andere tägliche Aufgaben erledigen, die zur Grundstückspflege gehören. „Fast jedes zweite Haus hatte einen Landschaftsgärtner. Es ist ein häufiger Beruf dort“, erklärt Léon.

Wovon er jedoch gerne mehr kennengelernt hätte, war das Studentenleben. „An der Sprachenschule, die ich besucht hatte, waren viele internationale Studenten. Es gab jedoch keine Auswahl an Sportarten und wenige Angebote, um Leute kennezulernen“, bedauert er. Dadurch, dass er jedoch lediglich Englisch lernen musste, was ihm wirklich gutgetan habe, wie er zugibt, hatte er viel Freizeit. Mit seinem Freund Felix konnte er so im Anschluss an die Sprachenschule einen Roadtrip durch den Bundesstaat Oregon machen. Dabei wanderten die beiden durch einige Nationalparks, sahen sich den Crater Lake an, den Columbia River, der Oregon von Washington trennt und die Mult Normah Falls, die höchsten ganzjährigen Wasserfälle in Amerika.

Am Ende seines Aufenthaltes machte Léon noch einmal eine weitere Reise und sah sich Hawaii, Los Angeles, Las Vegas und Miami an. Ein besonderes Erlebnis war für ihn dabei ein Flug mit einem Helikopter über Hawaii. Das Leben hat ihm jedoch am besten in Californien gefallen. Vielleicht verschlägt es ihn eines Tages wieder dort hin...

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