Plettenberger bei Sahara-Rallye: „Der Twingo ist ‘ne Waffe in der Wüste“

Erschöpft lehnt der Plettenberger Andreas "Mauli" Braach mitten in der Sahara an seinem Wüsten-Twingo.

Nouakchott/Plettenberg – „Wow! Was war das denn bitte! Wir haben die Wüste gerockt!“  - Mit diesen Worten meldet sich der Plettenberger Andreas „Mauli“ Braach von der Rallye aus der Westsahara.

Vor der anstrengenden fünftägigen Fahrt durch den Wüstensand bekam der Plettenberger das defekte Antriebslager seines Renault Twingo in den Griff. Auch alle anderen Teams bereiteten ihre geschundenen Fahrzeuge auf die härteste Etappe vor.

Der Grenzübergang von Marokko nach Mauretanien trieb „Mauli“ noch einmal ordentlich die Schweißperlen auf die Stirn, „aber als ich das Visum hatte, gab es kein Halten mehr“, berichtet der Plettenberger, den die Fahrt durch die Wüste sehr beeindruckte: „Überall Sand, Sand und noch mehr Sand. Und es war so unfassbar heiß. Ich bin fast eingegangen und habe Unmengen an Wasser getrunken. Im Auto wurde man regelrecht gebraten und Schatten hatte man gar nicht“, berichtet „Mauli“, der sich für die Wüstenetappe 45 Liter Wasser gekauft hatte. „Und die hab ich auch fast aufgebraucht“, erzählt der Renault-Fahrer, der nun stolze 7.521 Kilometer auf dem schlitzförmigen Twingo-Tacho hat. 

Ein kaltes Krombacher im heißen Wüstensand. Ein bisschen Luxus muss sein und wurde dank eingebauter Spezialkühlung möglich.

„Ich kann es gar nicht glauben, dass es fast vorbei ist. In fünf Tagen müsste ich am Ziel in Banjul sein und ich freue mich auch schon tierisch. Langsam geht es dann doch an die Substanz.“ Heftig war für den Plettenberger auch, fast fünf Tage keinen Kontakt zur Außenwelt zu haben.

"Mauli" Braach bei der Wüstenrallye - alle Artikel hier

„Man konnte in der Wüste viel nachdenken und alles auf sich wirken lassen, aber meine Leute haben mir schon gefehlt – vor allem meine Frau und mein bester Kumpel Stefan Kampmann“, schreibt der Plettenberger, den die Sahara-Durchquerung stark beeindruckt hat: „Was ich in der Wüste erlebt habe, wird noch eine gewisse Zeit dauern, das zu verarbeiten. Das ist halt echt Wildnis. Dort laufen die Dromedare einfach so herum. Es gibt keine Toiletten und kein Wasser, aber dafür eine traumhafte Stille in dieser beeindruckenden Landschaft.“

 

450 Kilometer ging es durch den Wüstensand - kein Problem für Maulis Wüstenflitzer.

Und ein bisschen verliebt ist „Mauli“ auch in seinen Wüstenflitzer, der ganz am Ende der Reise in Banjul für den guten Zweck versteigert wird: „Der Twingo ist echt ‘ne Waffe in der Wüste. Der ist so durch den Sand gezogen – Wahnsinn.

Damit habe ich selber nicht gerechnet“, schreibt unser heimischer Rallye-Teilnehmer, der mittlerweile in Nouakchott, Mauretanien, angekommen ist und den Ruhetag genießt, bevor es durch den Senegal auf die letzten 700 Kilometer geht. „Die Straßen im Senegal sollen die letzte richtige Prüfung sein – vor allem fürs Material“, weiß „Mauli“, der aber auch diese Etappe eisern durchziehen will.

Ein Wüstenbewohner freute sich über einen Fußball.

 „Ich bin gut vorbereitet und jetzt kann kommen, was will. So kurz vorm Ziel und nach über 7 500 Kilometern lasse ich mich nicht mehr aufhalten“, sagt der Plettenberger, der bei der Fahrt durch die Fischerdörfer am Atlantik weitere Geschenke verteilte, um die sich die Kinder dort fast schlugen. Die glücklichen Kinderaugen zu sehen, ging dem Rallyefahrer „extrem ans Herz und die ein oder andere Träne habe ich schon verdrückt“.

In der Wüste wurde der Rallye-Konvoi vom mauretanischen Militär begleitet, die mit AK47 Maschinengewehren bewaffnet waren. Am Zielort angekommen, war der Plettenberger froh, mal ordentlich und frisch geduscht zu sein und ein Lebenszeichen senden zu können. „Jetzt schaue ich mir hier in Mauretanien die Stadt Nouakchott an und werde wie immer voll in die Kultur eintauchen und bei den Einheimischen essen gehen. Ich freue mich so sehr, dass ich es schon bis hierhin geschafft habe. Es ist echt ein Traum“, so der Plettenberger abschließend.

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