Investor bezahlt den Kanal-Ausbau

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So könnten die projektierten Brachtvillen einmal aussehen. Bei der Gestaltung hätten die Architekten allerdings relativ freie Hand.

Für die Anwohner der projektierten Stadtvillen auf der Bracht heißt es Aufatmen: Die nötige Erweiterung des Kanalnetzes wird durch den Investor bezahlt. Dieser sei allerdings nicht so begeistert vom Antrag der SPD-Fraktion, eine der Villen rund zwei Meter weiter nach hinten in den Hang zu versetzen.

Durch den Bau der insgesamt fünf kleinen Villen am Kirchlöh Ost dürfte sich auch die Menge an Abwasser deutlich erhöhen. Anwohner und auch das Bürgerforum hatten daher befürchtet, dass der Ausbau des Kanalnetzes in diesem Bereich zu ihren finanziellen Lasten erfolgen könnte. Denn auch in der Vorlage des Planungs- und Umweltausschusses, der sich mit diesem Thema befasst hatte, heißt es, der Kanal in der Eichendorffstraße müsse „angepasst“ werden.

Martina Reinhold (SPD) konnte Entwarnung geben: Demnach habe sich der Investor bereit erklärt, nicht nur die Erschließung der fünf Bauplätze zu übernehmen, sondern auch für die Kosten des Kanalaus- oder -neubaus aufzukommen.

Gleichzeitig plädierte Reinhold dafür, den äußeren Bauplatz, der an das Grundstück Rilkeweg 20 grenzt, rund zwei Meter nach hinten in den Hang zu versetzen. Michael Schulte (FDP) unterstützte den Antrag Reinholds: „Wir müssen auch Rücksicht auf die Bewohner des Hauses Rilkeweg 20 nehmen.“ Reinhold erklärte, dass diese Änderung auch mit in die Änderung des Bebauungsplans aufgenommen werden sollte. „Das könnte man sich durchaus vorstellen“, antwortete Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier. Der Investor sei allerdings von dieser Idee nicht so begeistert.

Dies könne Uwe Meister (CDU) durchaus verstehen. „Wir können das Verfahren nicht zu sehr beschränken“, forderte Meister. Außerdem habe der Investor erklärt, die Grundstücke seien wie im aktuellen Plan festgesetzt. „Und der Investor ist bereits viele Kompromisse eingegangen“, sagte Meister. Eine Versetzung von zwei Metern im Bebauungsplan festzulegen halte Meister für „übertrieben“. Vielmehr sollte man das Gespräch mit dem Investor suchen, um absprechen zu können, was vielleicht machbar sei. Grundsätzlich aber, so erklärten Reinhold und Schulte, würden die jeweiligen Fraktionen dieser Form der Bebauung zustimmen.

Planungsamtsleiter Engelkemeier, der die Änderungen im Entwurf des neuen Bebauungsplans im Rahmen des Ausschusses kurz vorstellte, erklärte, dass die Verwaltung eine „sehr sorgfältige Planung“ vom Investor vorgelegt bekommen habe. Die Änderungen im Plan seien im Einvernehmen mit dem Investor durchgeführt worden. So sei unter anderem eine Begrenzung der Höhen der projektierten Gebäude vorgenommen worden, sodass diese nicht über der Höhe der heutigen Villa liegen würden. Auch eine Reduzierung der Gelände-Aufschüttung sei vorgenommen worden. „Außerdem haben wir die Baugrenze zum Grundstücksende um weitere drei Meter auf insgesamt sechs Meter zurückgenommen“, erklärte Engelkemeier.

Bevor nun ein städtebaulicher Vertrag zwischen Stadt und Investor geschlossen werden kann und bevor der Entwurf des Bebauungsplanes gebilligt wird, soll nun noch einmal das Gespräch mit dem Investor gesucht werden – vor allem aufgrund der möglichen Zurückversetzung der einen Villa um rund zwei Meter. Ausschussvorsitzender Klaus Ising erklärte, dass die Bebauung definitiv „ansehnlich“ sein wird. Dabei erinnerte Reinhold jedoch daran, dass die Gebäude am Ende nicht so aussehen müssten, wie in den Planungsideen. „Die Architekten haben noch die freie Wahl und das ist auch gewollt so“, sagte Reinhold.

Das insgesamt rund 0,55 Hektar große Gebiet, auf dem fünf Bauplätze vorgesehen sind, erfordert eine Änderung des nicht mehr ‘zeitgemäßen’ Bebauungsplanes von 1977. Dieser soll noch in diesem Jahr aufgestellt werden; gleiches gilt für den Abschluss des städtebaulichen Vertrages. Die Erschließung des Baugrunds soll dann im Frühjahr kommenden Jahres erfolgen.

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