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Premiere für neue Blues-Band aus dem gelben Haus

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Von: Dirk Grein

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The Yellow House Bluesband tritt beim Blues-Frühschoppen des SGV auf. Die Band besteht aus (von rechts nach links) Wilfried Brösecke, Kay Langhammer, Ilva Melchior, Florian Schöttler und Michael Melchior.
The Yellow House Bluesband tritt beim Blues-Frühschoppen des SGV auf. Die Band besteht aus (von rechts nach links) Wilfried Brösecke, Kay Langhammer, Ilva Melchior, Florian Schöttler und Michael Melchior. ©  Svea Melchior-Aliu

Ein besonderes musikalisches Ereignis auf dem Vereinsgelände in der Grutmecke verspricht der SGV Eiringhausen. Dort soll am 24. Juli ein Blues-Frühschoppen stattfinden. Dabei wird erstmals die Plettenberger Formation „The Yellow House Bluesband“ auftreten.

Plettenberg - Doch wer steckt hinter dieser Band? Wilfried Brösecke, ehemals Schüler des Plettenberger Gymnasiums und dortselbst Schulsprecher im Schuljahr 1964/65, hatte schon immer großes Interesse an guter Musik. Dies bewies insbesondere seine Sammlung von Klassik-, Jazz- und Bluesplatten.

Entsprechende Konzertveranstaltungen ließ er nur selten aus; sie begeisterten und berührten ihn oft zutiefst. Freilich – je älter er wurde, desto häufiger meldete sich seine für ihn typische kritische Selbstreflexion: Nie hatte er sich bei all seinem Enthusiasmus aufraffen können, ein Musikinstrument zu erlernen. Diese Selbstzweifel quälten ihn sogar noch, als er bereits pensioniert war. Dann aber, im Alter von 70 Jahren, hielt er es nicht mehr aus.

Mit 70 Jahren Instrument erlernt

Voller Energie befreite er sich von seiner seelischen Last: Er kaufte sich ein Hohner Blues Harp System und begann, kräftig zu üben. Seinem alten Freund Michael Melchior, ehemals Schüler und Lehrer an besagtem Gymnasium, erzählte er beiläufig von seiner neuerlichen musikalischen Aktivität. Melchior, Jazzfan und Bassist, war begeistert. Ihm war völlig klar, dass umgehend eine Band gegründet werden musste – und zwar eine waschechte Bluesband.

Gute Musiker für solch ein Projekt zu finden, war allerdings gar nicht so einfach. Glücklicherweise besaß Melchior einschlägige „Connections“. Er entsann sich der Plettenberger Jazzformation „BommeckeBop“, in der ein gewisser Kay Langhammer die Gitarre bediente. Kay spielte zünftig und routiniert alle möglichen Jazz-Standards. Besonders auffällig aber war die Inbrunst, mit der er den Blues zu interpretieren pflegte. Daher war es kein Wunder, dass er sich sofort bereit erklärte, dem Brösecke/Melchior-Projekt beizutreten.

Nun hatte man also eine kleine Blues-Combo zusammen. Ab dem Jahr 2016 traf man sich regelmäßig im Gelben Haus in der Kersmecke, und damit stand dann auch der Bandname fest: „The Yellow House Bluesband“.

Es wurden Titel von Muddy Waters, Eric Clapton, Little Walter und anderen gespielt. Harp-Virtuose Brösecke offenbarte hierbei sein weiteres Talent als Bluessänger. Das alles war sehr schön und machte den Dreien großen Spaß.

Allein – so restlos zufrieden war man nicht. Es fehlte noch etwas sehr Wichtiges: der perkussive Rückhalt. Diesbezüglich hatte Melchior schon oft an Florian Schöttler gedacht, den sympathischen und einfühlsamen BommeckeBop-Drummer. Aber der war damals beruflich stark eingespannt. Außerdem war er dabei, eine Familie zu gründen, ein Haus zu kaufen, ein Kind in die Welt zu setzen und mehr. Erst 2019 fasste Melchior sich ein Herz und fragte ihn. Überraschenderweise sagte Florian zu. Jetzt war die Band komplett.

Frohen Mutes probte man weiter und erarbeitete sich ein facettenreiches Programm und auch ein ordentliches Niveau. Ab und zu fand ein Gastmusiker den Weg ins Gelbe Haus. Einer von ihnen war der bekannte Plettenberger Fotograf und Musiker Wolfgang „De Wolli“ Kairat. Er befeuerte die Band mit Kreativität und kernigem Gitarrensound. Aber De Wolli musste sein musikalisches Engagement bald wieder aufgeben: zu schwer belasteten ihn seine vielen interessanten Hobbies und sonstigen Herausforderungen.

SGV gibt Bluesband eine Bühne

Auch Ilva Melchior, die aufgeweckte, musikalische Tochter des Bassisten, gesellte sich immer wieder mal zu den Sessions. Mitunter gefiel es ihr so gut, dass sie spontan einige Bluestitel mitsang und auch ein paar „eigene“ Songs beisteuerte. Dies kam in der letzten Zeit immer häufiger vor. Es erfreute und inspirierte die vier etwas blassen Mannsbilder sehr – so sehr, dass Ilva bald den Status eines weiteren, „ordentlichen“ Bandmitglieds bekam.

Klar, dass sich die Fünf auch mal der Öffentlichkeit präsentieren wollten. Deshalb nahm man im Frühjahr 2022 Kontakt mit der – für derlei Veranstaltungen stets aufgeschlossenen – SGV-Abteilung Eiringhausen auf. Und so wurde für den Sommer die Durchführung eines Blues-Frühschoppens beschlossen.

Termin: Besagter Blues-Frühschoppen beginnt am Sonntag, 24.Juli, um 10.30 Uhr, auf dem Außengelände des SGV-Vereinsheims in der Grutmecke, Bannewerthstraße 34. Der Eintritt ist frei. Die Bewirtung mit Getränken und einem Imbiss erfolgt durch die Gastgeber des SGV.

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