Der älteste, bekannte Gruß aus der Vier-Täler-Stadt

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Ist das die älteste Plettenberger Postkarte? Sie wurde zu Silvester 1895 geschrieben und 1896 versandt.

In Zeiten von Messengern, Emails und Co. besitzen Postkarten kaum noch eine Bedeutung. Das war einmal anders: Einst waren Ansichtskarten ein wichtiges Mittel der Kommunikation und zur Übermittlung von Glückwünschen. Der Heimatkreis Plettenberg fragt nun: Gibt es Karten aus der Vier-Täler-Stadt, die noch älter als 120 Jahre sind?

Am 31. Dezember 1895 wurde sie geschrieben, 1896 versandt: Der älteste, bisher bekannte Gruß aus der Vier-Täler-Stadt per Postkarte ging nach Lingen an der Ems. Es handelt sich um Neujahrsgrüße verbunden mit besonderen Impressionen aus Plettenberg: Zu sehen sind das Kriegerdenkmal, der Bahnhof, die Burgruine Schwarzenberg sowie eine Stadtansicht. Viel ältere Ansichtskarten aus Plettenberg könnten zwar existieren, allerdings erlebten die Postkarten erst in jenen Jahren ihren Durchbruch.

Die älteste bekannte Postkarte wurde 1871 in Österreich-Ungarn verschickt. Bis zum Durchbruch der neuen Kommunikationsmethode sollten aber noch 25 Jahre vergehen: Im deutschsprachigen Raum erlebten Postkarten ab 1896 ihren „Boom“, außerhalb davon erst einige Jahre später. Dank des beginnenden Tourismus erfuhr das Verschicken von Karten eine große Beliebtheit; die durch die Schnellpresse ermöglichte Massenproduktion ließ die Herstellung wirtschaftlicher werden. Bei der zuvor verwendeten Lithografie hatte es sich um eine relativ aufwendige Drucktechnik gehandelt.

Da Reisen ins Ausland damals noch die große Ausnahme waren, wurden die meisten Postkarten innerhalb der deutschen Reichsgrenzen verschickt.

Frühe Karten waren oft in bräunlich-gelblichem Karton gehalten und waren fast immer einfarbig. Die Bildaufdrucke waren in der Regel sehr klein.

Daher lässt sich vermuten, dass die von der Plettenberger Buchhandlung Ernst Span hergestellte Karte – obwohl erst 1899 mit einem Poststempel versehen – älter sein könnte, als der Neujahrsgruß von 1895 / 96. Diese Karte ist als einfacher Gruß ohne Text nach Hagen geschickt worden.

Dies könnte ebenfalls die älteste Postkarte aus Plettenberg sein: Sie wurde zwar erst 1899 verschickt, könnte aufgrund der Aufmachung aber bereits früher entstanden sein. Hergestellt wurde sie vom heimischen Buchhändler Ernst Span.


Bis zum Ersten Weltkrieg wurden Postkarten hauptsächlich für Grüße von Reisen oder Glückwünsche zu Geburtstagen benutzt. Während der beiden Weltkriege waren Ansichtskarten in erster Linie ein Mittel zur Propaganda. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg und mit Einsetzen des „Wirtschaftswunders“ wurden die Karten auch für Grüße von Auslandsreisen genutzt.

Die vielleicht älteste Plettenberger Karte, zu Neujahr von Hedwig an Helene Kloosterhuis versandt, kann auch im Heimathaus am Kirchplatz in Augenschein genommen werden. Doch der Heimatkreis denkt, dass es vielleicht noch ältere Karten aus der Vier-Täler-Stadt geben könnte. Jeder, der eine vor 1896 gestempelte Plettenberger Ansichtskarte besitzt, kann sich gerne mit dem Heimatkreis oder dem ST in Verbindung setzen.

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