Ponyhof von Sabine Klinger wird zum Privatstall umgerüstet / Reitverein bleibt bestehen

„Die Pferde und mein Stall sind mein Lebenswerk!“

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Sabine Klinger mit ihrem Pony Erdbeere. Sie ist positiv gestimmt – trotz ständiger Schmerzen und Überempfindlichkeiten. 

PLETTENBERG - Vor einigen Tagen ging die Nachricht durchs Netz, dass der Ponyhof Klinger aufgegeben wird. Im ersten Moment ein Schock für alle Pferdefreunde und Reiter – besonders für die Kinder- und Jugendlichen. „Es bleibt fast alles so wie es ist!“, verkündet jetzt Inhaberin Sabine Klinger, die die negativen Gerüchte ein für allemal aus dem Weg räumen möchte.

Es stimme, dass das Geschäft Ponyhof Klinger als solches nicht mehr weiterhin existieren würde. Dennoch müssen weder Pferde verkauft werden, noch gibt es keine Reitstunden mehr. Der Unterschied ist einzig und allein, dass diese Angebote jetzt nur noch über den Verein „Freizeitreitschule Ponyhof Klinger“ laufen werden. 

„Ich bliebe Reitlehrerin und werde ehrenamtlich über den Verein Stunden geben. Auch die Pferde bleiben hier stehen – alle, auch die privaten Einsteller sind weiterhin meine Mieter!“, erklärt Sabine Klinger. Der Grund, warum sie selbst vor einigen Tagen diesen Text mit den Änderungen im Netz gepostet hat, sei folgender gewesen. „Es ist so, dass ich das alles hier nicht mehr hauptberuflich stemmen kann. Ich bin krank, deshalb muss ich mich ein wenig aus dem Geschäft zurückziehen, was mir sehr schwer fällt!“, erklärt die leidenschaftliche Reiterin im Gespräch mit der Heimatzeitung. 

Sabine Klinger leidet an einer Fibromyalgie, also an chronischen Muskelfaserschmerzen. „Besonders an kalten Tagen fällt es mir unheimlich schwer, mich zu bewegen. Ich kann mich kaum alleine anziehen, immer muss mich jemand begleiten. Viele alltägliche Dinge kann ich nicht mehr alleine bewältigen. „Einkaufen gehen geht gar nicht mehr alleine. ich kann weder Gegenstände greifen, noch bekomme ich meine Arme richtig hoch“, so die Reitlehrerin. 

Therapien helfen ihr nur bedingt und Medikamente, die den Schmerz ganz stoppen, gibt es nicht. „Ich könnte legal Cannabis rauchen, doch das vertrage ich nicht. Dann bin ich so beduselt, dass ich kaum noch arbeiten kann – und das will ich nicht, schließlich sind die Pferde und der Stall mein Lebenswerk!“, so Klinger. 

Mit dem neuen Geschäftsmodell würde ihr, so hoffe sie zumindest, etwas Druck genommen. Ihr Geld verdient sie mit einem Versandhandel, der zur Heilpraktiker-Praxis ihrer Mutter, Heidi Klinger, gehört. Das Büro dazu ist im angrenzenden Hotel Klinger integriert und wird von ihrer ältesten Tochter Sophia geleitet. Die soll auch zukünftig den Reiterladen auf dem Ponyhof betreiben. 

Sabine Klinger bleibte weiterhin Vorsitzende des Reitvereins. Die 20 Pferde sollen „geleast“ werden, damit die laufenden Kosten wie Hufschmied, Futter und Tierarzt bezahlt werden können. Dafür kann man dann reiten, spazieren gehen etc. „Wie eine Reitbeteiligung“, erklärt Klinger das Geschäftsmodell. Sabine Klinger hofft, dass sich viele Pferdefreunde finden, die ein Pferd als Reitbeteiligung übernehmen wollen, damit die Kosten gestemmt werden können.

 „Das ist mein Plan A und ich hoffe, dass er funktioniert und ich mich ein bisschen zurückziehen kann. Ich wünschte, ich könnte alles so wie vorher – nur leider geht das nicht!“, sagt sie traurig. Mit diesem Plan A könne sie sich halbwegs abfinden. Wenn es jedoch nicht klappen sollte – darüber will sie noch nicht nachdenken. „Es wäre natürlich das Schlimmste, was passieren könnte, sollte ich Pferde abgeben müssen. Es ist schließlich mein Lebenswerk“, sagt sie hoffnungsvoll. Erst einmal will Sabine Klinger jedoch positiv denken, denn sie habe zum Glück auch schon einige Anfragen und Zusagen.

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