Personalnot bei der Polizei

Polizeiwache auch in Plettenberg nachts nicht mehr besetzt?

+
Polizei-Hauptkommissarin Claudia Scheuermann und Wachenleiter Wolfgang Klein von der Polizei in Plettenberg: Für diese Wache wird sich erstmal nichts ändern.

Plettenberg – Personalmangel bei der Polizei – so lautete die Nachricht der Kreispolizeibehörde, die uns gestern erreichte und viele Fragen aufgeworfen hatte. In einer Mitteilung von der Polizei hieß es, dass in den Nachbarstädten Werdohl und Altena die Wachen ab dem 1. Mai nicht mehr nachts besetzt sein werden. Was ist mit Plettenberg?

Wolfgang Klein, Leiter der heimischen Wache sagt dazu auf ST-Nachfrage: „In Werdohl und Altena gibt es Veränderungen wegen des Personalmangels. Bei uns bleibt zum Glück erst einmal alles so, wie es ist. Die Wache wird nachts besetzt bleiben“, beruhigt er die Bürger. Man sei im Kreis allgemein personell „am Ende der Fahnenstange angekommen“ und müsse sich jetzt erst einmal neu sortieren.

 Nach weiteren Nachfragen verwies Klein jedoch auf Pressesprecher Marcel Dilling, der die Aussage Kleins stützen konnte: „Ich kann zwar nicht in die Zukunft schauen, aber es gibt noch keine Überlegungen dazu, ob sich in Plettenberg in den nächsten Jahren diesbezüglich auch etwas ändern soll.“ 

Seit 2017 wurden die Einstellungszahlen aufgrund der fehlenden Einsatzkräfte deutlich erhöht. Dilling hofft deshalb, dass sich die Situation in den Nachbarstädten spätestens im kommenden Jahr ändern wird, denn dann sind die jetzigen Auszubildenden fertig mit der Lehrzeit und gehen in den regulären Dienst über. Aber es sei dennoch nicht klar, wie die Beamten dann auf die MK-Städte verteilt würden, so Dilling. 

Ist der Beruf des Polizisten in den letzten Jahren unattraktiver geworden? Generell glaubt Dilling nicht, dass ein Interesse an dem Polizeiberuf in den vergangenen Jahren nachgelassen habe. „Es ist ein sehr anspruchsvoller und abwechslungsreicher Job, das ist klar. Generell ist der Beruf bei uns im Kreis aber nicht uninteressant für junge Bewerber, das zeigen die Zahlen, die im Vergleich eine gute Quote zu anderen Kreisen darstellt“, so der Pressesprecher auf die Fragen der Redaktion. 

In Werdohl und Altena bedeute die Änderung zum 1. Mai aber nicht, dass der Schutz der Bürger gefährdet sei. „Die Streife bleibt auch nachts mit zwei Beamten vor Ort. Die Anzahl der Wagen und die zu den Wachstandorten zugehörigen Streifenbezirke bleiben unverändert“, erklärt Marcel Dilling, dass nur der Innendienst betroffen sei. 

Bei Großveranstaltungen soll die Wache auch nachts besetzt werden. „Über den Notruf ist die Polizei jederzeit erreichbar. Suchen Bürger die Wache etwa zur Anzeigenerstattung auf, wird die im Dienst befindliche Streifenwagenbesatzung Hilfe bieten“, verspricht Marcel Dilling. Die Kontaktaufnahme erfolgt zukünftig über eine Gegensprechanlage am Eingang der jeweiligen Polizeiwache in Werdohl und Altena, über den die Bürger mit der Einsatzleitstelle verbunden werden.

Zum Hintergrund:

Im Jahresvergleich hat die Kreispolizeibehörde Märkischer Kreis statistisch immer weniger Personal zur Verfügung. Standen im Jahr 2000 noch 674 Planstellen zur Verfügung, so verringerte sich dieser Wert bis heute auf rund 613 Stellen. „Auch für das laufende Jahr muss mit einer weiteren Personalreduktion gerechnet werden. Dies erfordert fortlaufend organisatorische Umstrukturierungen und die Optimierung von Arbeitsprozessen“, heißt es in der Mitteilung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare