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Polizeischüsse in Plettenberg: Beamter feuert aus Streifenwagen heraus

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Von: Georg Dickopf

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Die Glassplitter neben dem Polizeiwagen deuteten darauf hin, dass aus dem Streifwagen durch die Scheibe auf den Mann aus Halver geschossen wurde.
Die Glassplitter neben dem Polizeiwagen deuteten darauf hin, dass aus dem Streifwagen durch die Scheibe auf den Mann aus Halver geschossen wurde. Dies wurde nun auch offiziell bestätigt. © Markus Klümper

Noch immer laufen die Ermittlungen nach dem Raubüberfall auf eine Dönerbude in Plettenberg-Eiringhausen, bei dem der flüchtende Täter – ein 19-jähriger Halveraner – durch Polizeischüsse schwer verletzt wurde.

Plettenberg/Halver - Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli konnte auf Anfrage unserer Zeitung am Freitag bestätigen, was an dieser Stelle bereits gemutmaßt wurde. „Es ist richtig, dass der Mann aus Halver durch die Scheibe des Polizeiautos angeschossen wurde.“

Zwei Schüsse, die den Körper des flüchtigen Mannes trafen, seien vom Fahrer des Polizeiautos abgegeben worden.

Der Beifahrer habe zu dem Zeitpunkt mit dem auf der Flucht befindlichen Mann gesprochen, der eine Waffe in der Hand hielt und diese trotz mehrmaliger Aufforderung nicht fallen ließ.

Flüchtiger Halveraner hatte Gaspistole

Ob es in dem Moment zu einer Art Bedrohungssituation gekommen sei, wollte Pauli nicht kommentieren. Bei der sichergestellten Waffe des Halveraners habe es sich um eine Gaspistole gehandelt, was aber ohne weiteres nicht erkennbar sei. Von Amts wegen werde gegen den Polizisten wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Mit der Polizeiwaffe Walther P99 (Symbolbild) wurden zwei Schüsse durch die Fahrerscheibe auf den Mann aus Halver abgegeben.
Mit der Polizeiwaffe Walther P99 (Symbolbild) wurden zwei Schüsse durch die Fahrerscheibe auf den Mann aus Halver abgegeben. © dpa

Getroffen wurde der junge Mann aus Halver mit Projektilen aus der Polizeiwaffe Walther P99, die als Standardwaffe bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen im Einsatz ist.

Täter liegt im Justizvollzugskrankenhaus

Im Zuge der Ermittlungen, die wegen Befangenheit über die Kreispolizeibehörde Hagen laufen, wurde laut Pressesprecher Gerhard Pauli auch der mutmaßliche Täter aus Halver vernommen. Dieser wurde mittlerweile in das Justizvollzugskrankenhaus in Fröndenberg verlegt. Lebensgefahr bestehe nicht mehr.

Überfall auch auf Kiosk in Brügge

Während der angeschossene 19-Jährige aus Halver noch im vergitterten Krankenhaus betreut wird, blieb seine Komplizin, eine ebenfalls 19-Jährige ohne festen Wohnsitz, von einer Inhaftierung verschont. Die junge Frau, die ebenso wie der mutmaßliche Täter polizeilich nicht unbekannt ist, war nicht nur an dem Überfall auf die Dönerbude in Eiringhausen beteiligt, sondern stand dem Halveraner auch bei einem am gleichen Abend verübten Raubüberfall auf einen Getränkekiosk in Lüdenscheid-Brügge zur Seite.

Die näheren Umstände der beiden in Bonnie & Clyde-Manier verübten Raubüberfälle werden derzeit noch untersucht.

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