Polizei ermittelt auch wegen Fahrerflucht / Keine Beschreibung des Radfahrers

Radfahrer-Hund-Unfall: Toter Chihuahua fällt unter "Sachbeschädigung"

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So ähnlich war die Situation kurz vor dem folgenschweren Unfall mit einem Radfahrer und einem Chihuahua am Freitag am Oester-Radweg in Plettenberg in Höhe der Firma Malik.

Plettenberg – Einen Hund zu verlieren, ist für jeden Hundebesitzer schlimm. Wenn der treue Vierbeiner aber durch einen Unfall stirbt, ist es doppelt schlimm.

So geschehen am vergangenen Freitag um 15.30 Uhr auf dem Radweg, der vom Oesterhammer in Richtung Oesterau führt. Eine Plettenbergerin war dort mit ihrem Chihuahua (die kleinste Hunderasse der Welt) unterwegs, als ihr ein Radfahrer aus Richtung Oesterau entgegenkam. 

Aus noch ungeklärter Ursache kam es zum Zusammenstoß zwischen dem kleinen Hund und dem Radfahrer, was diesen aber nicht davon abhielt, seine Fahrt fortzusetzen, ohne sich nach dem Wohl des Hundes zu erkundigen. 

Der Zusammenstoß mit dem Fahrradreifen war dabei wohl so heftig, dass eine zufällig vorbeikommenden Tierärztin nur noch den Tod des kleinen Hundes feststellen konnte, der während der Kollision mit dem Radfahrer vorschriftsmäßig angeleint war.

Weil alles sehr schnell ging, konnte sich die Hundehalterin das Aussehen des Radfahrers nicht merken und deshalb auch keine näheren Angaben machen. Wer etwas zu dem Vorfall sagen kann oder am Freitag gegen 15.30 Uhr einen verdächtigen Radfahrer in dem Bereich rund um die ehemalige Firma Malik gesehen hat, sollte sich unter der Rufnummer (0 23 91) 91 99 0 mit der Polizei in Verbindung setzen. 

Was den Verursacher erwartet, wenn er ausfindig gemacht wird, schilderte Polizei-Pressesprecher Christoph Hüls wie folgt: „Entscheidend ist, ob er einen Führerschein hat, oder nicht. Den kann er bei Fahrerflucht nämlich verlieren.“

Strafmaß bei Fahrerflucht

Bei einer begangenen Fahrerflucht liegt das Strafmaß laut Paragraph 142 StGB bei einer Geldstrafe oder einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. Nach einer Fahrerflucht können die Folgen außerdem aus drei Punkten in Flensburg, einem Fahrverbot von maximal drei Monaten sowie der Entziehung der Fahrerlaubnis bestehen.

Der Radfahrer im oben beschriebenen Fall beging neben der Fahrerflucht auch Sachbeschädigung, da ein Hund eine Sache ist. 

Durch eine Novelle des Tierschutzgesetzes im Jahr 1986 wurde ausdrücklich die „Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf“ anerkannt. Nach Ansicht der Bundesregierung wurden die privatrechtlichen Vorschriften dieser Verpflichtung jedoch nicht gerecht, da Tiere dort formal weiterhin als leblose Gegenstände galten. 

Somit sind auf Tiere weiterhin dieselben Vorschriften anzuwenden, die auch für Sachen gelten.

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