Eine Art Extrablatt-Café an der Lenne?

Ein zweistöckiges Cafe in Wurfweite zur Lenneterrasse an der Waterkant – dieses ehrgeizige Projekt verfolgt ein Plettenberger Geschäftsmann, der gerade die Wirtschaftlichkeit einer solchen Bauform von Gastro-Experten prüfen lässt. Die äußere Gestaltung würde sich allerdings deutlich unterscheiden. Viel Holz und Glas sollen dabei zum Einsatz kommen.

Plettenberg - Wer an einem sonnigen Tag nach Langscheid an der Sorpe fährt, wähnt sich in einer anderen Welt. Mehrere Cafés, Restaurants und Eisdielen reihen sich dort aneinander und überall herrscht Hochbetrieb. Dabei kann man dort oftmals noch nicht einmal die Sorpetalsperre sehen, aber das Wasser ist zumindest ganz in der Nähe.

Ganz in der Nähe ist das Wasser auch an der „Waterkant“ in Eiringhausen. Der für rund eine Million Euro fertiggestellte Platz am Kilian-Kirchhoff-Damm wird auch im nächsten Jahr wieder bei drei Veranstaltungen zum beliebten Treffpunkt. Doch was ist an den Tagen dazwischen? Wenn man mit dem Fahrrad oder beim Spaziergang eine Pause machen will, um sich ein kaltes Bier, einen Kaffee oder ein Schnitzel zu gönnen, schaut man bislang in die Röhre, denn ein Café gibt es es dort nicht. Doch das könnte sich möglicherweise schon bald ändern, denn wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle erfuhr, plant ein Plettenberger Geschäftsmann dort den Bau eines Cafés bzw. eines Restaurants, das ganztägig geöffnet hat.

 Dabei hat der Plettenberger schon konkrete Vorstellungen, wie das Café Waterkant- aussehen könnte. „Geplant ist eine 350 Quadratmeter große Gastronomiefläche plus Außenbereich“, sagte der Investor, dem ursprünglich der Standort direkt am Kilian-Kirchhoff-Damm vorschwebte. In dem Fall wäre das Gebäude L-förmig entlang des Radweges platziert worden – auf einem bislang ungenutzten Grundstück des Gertrud-Bäumer-Berufskollegs. Idealer Platz ist nicht verfügbar „Man hätte von dort einen direkten Blick auf die Lenne gehabt und der Veranstaltungsplatz wäre nicht beeinträchtigt worden“, erklärt der Investor, der seitlich zum Platz eine öffentliche Toilettenanlage errichtet hätte.

 „Hätte“ ist allerdings auch das richtige Stichwort, denn trotz intensiver Gespräche mit dem Märkischen Kreis konnte keine Einigung wegen der Grundstücksnutzung erzielt werden. Dazu erklärte Manfred Fischer, Leiter Gebäudemanagement beim Kreis, gestern auf Anfrage folgendes: „Wir wollen handlungsfähig bleiben, deshalb sehen wir keine Möglichkeit, das Grundstück anzugeben.“ Die Schullandschaft sei stark im Umbruch und man müsse auch weiterhin „Entwicklungsmöglichkeiten für die Schule“ im Auge behalten. Zudem habe man bereits größere Flächen im Zuge des Regionale-Projektes an die Stadt Plettenberg abgetreten. Man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber da auch die Schulleitung gegen das Projekt war, habe man einen Grundstücksverkauf ablehnen müssen. „Das hat nichts mit Befindlichkeiten zu tun, aber wir müssen hier unsere eigene Interessen in den Vordergrund stellen“, bat Fischer um Verständnis.

 Für den Investor verschlechtert sich die Ausgangslage damit allerdings deutlich. Übrig bleibt eine Stelzenlösung neben der Lenneplattform, deren Umsetzung aber voraussichtlich den Kostenrahmen sprengt. Deshalb prüft der Projektentwickler nun ein zweistöckiges Gebäude im Übergangsbereich zum Parkplatz. Von der Dachterrasse hätte man dann trotz des stark zurückgesetzten Baukörpers noch einen Blick auf die Lenne. Doch ob eine solche Bauweise wirtschaftlich ist, sei noch fraglich, erklärte der Plettenberger, der bereit ist, rund 700 000 bis 800 000 Euro in das Café zu investieren, das er sich nach dem Vorbild des R-Cafés in Neheim vorstellen kann. Das Gastronomiekonzept ist dabei ähnlich wie im Café Extrablatt. Allerdings, das räumt der Geschäftsmann ein, habe sich die Realisierungschance deutlich verschlechtert, da das gewünschte Grundstück nicht verfügbar sei und man auch nicht den gerade erst fertiggestellten Platz komplett überbauen könne. Bürgermeister Ulrich Schulte unterstützt das Vorhaben und war auch bei den Gesprächen mit dem Kreis dabei. Er hofft ebenso wie der Investor und die in die Pläne eingeweihten Kommunalpolitiker auf eine Realisierung. „Das wäre ein tolle Sache für Plettenberg“, findet Schulte und steht mit dieser Meinung sicher nicht allein da, schließlich ist es ein recht weiter Weg von Plettenberg nach Langscheid...

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