Schon 25 tote Menschen

Waldbrände in Australien: Junge Frau aus dem MK erlebt Katastrophe hautnah mit

+
Bianca Schwartpaul vor der Harbour Bridge in Sydney.

Sydney/ Märkischer Kreis – Schreckliche Waldbrände plagen Australien. Eine junge Frau aus dem MK erlebt die Katastrophe hautnah mit.

Es sind schreckliche Nachrichten, die uns seit Tagen nicht mehr loslassen. Auch wenn zwischen Deutschland und Australien tausende Kilometer liegen, ist die Betroffenheit auch in unserem Land deutlich spürbar. Die traurige Bilanz der Katastrophe: Mittlerweile gibt es bereits 25 tote Menschen und etwa 500 Millionen Tiere starben in den Flammen. Besonders schlimm ist es im Staat New South Wales, in dem die aus Altenaffeln stammende Bianca Schwartpaul zuhause ist. Sie lebt seit 5 Jahren in der Hafenstadt Sydney und kann das, was aktuell in ihrer Wahlheimat stattfindet, kaum glauben. In einem Gespräch mit Redakteur Felicitas Hochstein berichtet sie von ihren persönlichen Eindrücken.

Wie machen sich die Waldbrände in Sydney bemerkbar? 

Mit Rauch und viel Dreck. Manchmal kann man die Asche vom Himmel fallen sehen. Normalerweise gibt es im Sommer immer viel blauen Himmel, aber diesen Sommer ist es meistens bewölkt und man sieht wenig blau, da eine Rauchwolke die Sicht nach oben bedeckt. Oftmals kann man den Rauch draußen riechen und teilweise kommt er auch durch die Klimaanlage. 

Haben Sie unmittelbar damit zu tun und wie ist die allgemeine Stimmung unter den „Einheimischen”? 

Die Stimmung in Australien ist sehr bedrückt, da man einfach nicht mehr weiß, wann dieser ganze Albtraum aufhört. Die Politik wird stark durch die Bevölkerung kritisiert, wie sehen Sie das? Die Regierung hat sich von Anfang an falsch aufgestellt: In den Urlaub zu fliegen, wenn das Land brennt, macht keinen guten Eindruck und zeigt mangelnde Empathie gegenüber den Betroffenen und den Feuerwehrleuten. (Anm. der Redaktion: Premierminister Scott Morrison reiste trotz der katastrophalen Lage in seinem Land nach Hawaii)

Was sollte Ihrer Meinung nach passieren oder sich ändern? 

Die Regierung sollte einen Notfallplan für ganz Australien aufstellen, nicht jeden Staat allein gegen die Feuer kämpfen lassen. Wir sollten uns gegenseitig mit unseren Ressourcen so gut wie möglich unterstützen. Die Freiwilligen sollten besser ausgerüstet und unterstützt werden. Die Regierung arbeitet jetzt zwar, aber diese Hilfe kommt sehr spät. 

Können Sie als einzelne Person helfen und wie ist die Solidarität allgemein im Land?

 Ja klar, jeder kann volontieren und spenden. Selbst der kleinste Beitrag zählt. Haben Sie das Gefühl, die Menschen rücken stärker zusammen in solchen schwierigen Zeiten? Australier halten in solchen Situationen besonders gut zusammen. Die Solidarität in diesem Land ist ohnehin bereits sehr stark, aber in Katastrophenzeiten zeigen die Aussies noch einmal ganz besonders ihre Größe. Haben Sie selber ein komisches Gefühl oder vielleicht sogar Angst, dass es schlimmer wird und irgendwann unkontrollierbar? Ich habe keine Angst, dass es unmittelbar vor unserem Haus brennt, aber man fragt sich einfach oft, wie es enden soll, da es ja schließlich schon ewig nicht mehr richtig geregnet hat und es auch nicht so aussieht, als ob wir den Regen bekommen, den wir so dringend benötigen. 

Was denken Sie bezüglich des Klimawandels? Haben Sie das Gefühl, dass die Sommer in Australien immer heißer werden? 

Wir müssen auf alle Fälle etwas gegen den Klimawandel tun, aber nicht nur wir Australier, auch alle anderen Länder, wie zum Beispiel China. Es hilft nicht, wenn ein Land alles richtig macht, aber das Nachbarland es alles wieder zunichte mit seinem Verhalten macht. Seitdem ich in Sydney wohne, habe ich keine großen Veränderungen der Temperaturen in Australiens Sommer bemerkt, aber wenn ich weiter im Landesinneren wohnen würde, wo man die Dürre und Trockenheit mehr spüren kann, dann bestimmt ja. 

Sind Sie selbst durch die Brände aktuell eingeschränkt? 

Besucher, die nach Sydney kommen schicke ich immer in die Blue Mountains, aber aktuell ist das zu gefährlich, da die Feuer dort sind. Eine deutsche Freundin von mir hat letzte Woche in Melbourne geheiratet und ihre Gäste aus Deutschland hatten auch schon Flüge nach Sydney gebucht, aber diese dann auf Adelaide umgebucht, da sie Sydney mit dem Smog vermeiden wollten. Mein Freund Mike und ich hatten kurz vor Weihnachten eine Nacht in den Southern Highlands (130 Kilometer südlich von Sydney) gebucht, aber haben die Reise dann gecancelt, da es dort einfach zu rauchig war.


Dschungelcamp in Australien: Kein Lagerfeuer

Die beliebte RTL-Reality-Show „Ich bin ein Star – holt mich heraus“ wird im australischen Dschungel gedreht. Aber was passiert mit der jetzigen Staffel? Kann dort trotz der verheerenden Waldbrände überhaupt gedreht werden? „Wir verfolgen die dramatische Situation in Australien genau“, sagte ein Sprecher des Senders auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Das Areal, auf dem das Dschungelcamp in Australien liege, sei von dem Feuer aber nicht betroffen. Es sei auch nahezu ausgeschlossen, dass die Brände das Gebiet des Dschungelcamps erreichen könnten. Dennoch wolle man anscheinend sensibel mit offenem Feuer im Camp umgehen: Statt eines Lagerfeuers, an dem sich die Camp-Bewohner versammeln, solle es dieses Mal nur gasbetriebenes Feuer geben, teilte RTL mit. Das Feuer spielte bislang eine wichtige Rolle in der Show: Stets musste es nachts von mindestens zwei Campern bewacht werden, damit es nicht erlischt. Doch dann stellt sich die nächste Frage. Wo liegt das Dschungelcamp eigentlich? Auch darauf gab der Sender bereits bei der letzten Staffel eine Antwort. Obwohl der genaue Ort bisher immer noch nicht verraten wurde, gibt es andere Hinweise: Das Camp liegt nahe der Gold Coast, an der Ostküste Australiens, etwa 120 Kilometer südlich der Metropole Brisbane. Also auch im Staat New South Wales – doch der ist mit einer Fläche von 809 444 Quadratmetern ziemlich groß.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare