Ab dem 7. Mai beginnt Unterricht für Viertklässler

Grundschulen stellen sich auf Neustart des Unterrichts ein

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Neustart am 7. Mai: An den Grundschulen – hier die Grundschule Herscheid – beginnt der Unterricht zunächst für die Viertklässler.

Plettenberg/Herscheid – Für den schrittweisen Neustart des Unterrichts in den Grundschulen ab dem 7. Mai sind die hiesigen Schulen vorbereitet, auch wenn sie eigentlich mit einem anderen Konzept gerechnet hatten.

Vorbehaltlich abschließender Beschlüsse, die für den 6. Mai angekündigt sind, soll in der kommenden Woche am Donnerstag und Freitag zunächst der Unterricht in den vierten Jahrgängen beginnen. Laut den Plänen, die vom NRW-Schulministerium am Donnerstagnachmittag in einer Schulmail an die Schulen geschickt wurden, sollen dann ab dem 11. Mai die anderen Grundschuljahrgänge in einem sogenannten „rollierenden System“ wieder in die Schule kommen dürfen, immer ein Jahrgang pro Tag. Die Schulmail wurde am Donnerstagabend noch einmal dahingehend präzisiert, dass das dort beschriebene Vorgehen noch nicht beschlossen ist. Laut Schulministerium sei es ein für NRW denkbarer Plan, sofern ein solcher Öffnungsbeschluss von Bund und Ländern am 6. Mai 2020 getroffen werde.

Coronavirus: Nach Schulschließungen hatten Schulen mit anderem Neustart gerechnet

„Wir waren davon ausgegangen, dass wir die vierten Klassen für einen längeren Zeitraum – also ein oder zwei Wochen – allein in der Schule haben würden“, sagt Heike Zilinski, Leiterin der Herscheider Grundschulen, zu dem in der Schulmail vorgestellten Plan. So habe man die Vorabinformation verstanden, dass der Unterricht mit den Viertklässlern starten solle. „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass auch die Kleinen schneller an den Start gehen sollen.“

Auch Gerhard Haas, Leiter der Hallenschule, hatte erwartet, dass zunächst nur die Viertklässler über einen längeren Zeitraum unterrichtet werden sollten. Danach sollte überlegt werden, wie auch die anderen Jahrgänge wieder in der Schule unterrichtet werden könnten.

Das wäre aus Haas’ Sicht aber schwierig geworden: „Dann hätten wir nicht alle unterrichten können.“ Mit dem rollierenden System sei es dagegen so, dass man pro Tag nur einen Jahrgang in der Schule habe. „Ich kann mir vorstellen, dass das ein umsetzbarer Kompromiss ist“, meint Haas. Er hält seine und auch die anderen Plettenberger Schulen für gut vorbereitet. „Wir hätten auch am 4. Mai anfangen können.“

Auch wenn man sich auf ein etwas anderes Vorgehen beim Neustart eingestellt hatte, könne man vieles von den schon ausgearbeiteten Planungen übernehmen. Noch im Detail ausgearbeitet werden muss allerdings, welcher Jahrgang dann tatsächlich ab dem 11. Mai an welchem Tag in die Schule kommt. „Das werden wir am Montag festlegen“, sagt Haas.

Die bisherigen Planungen werde man nun entsprechend anpassen, sagt auch Zilinski: „Wir werden im Laufe der nächsten Woche einen Plan erstellen, der dann an die Eltern geht, damit sie sich darauf einstellen können.“

Die Voraussetzungen, die hygienischen Vorgaben einzuhalten, sind in den Schulen geschaffen. „Das wird auf jeden Fall klappen“, sagt Zilinski. Dadurch, dass man nur einen Jahrgang pro Tag habe, könne man die Kinder in kleinere Lerngruppen aufteilen, die dann in entsprechenden Räumen unterrichtet werden.

In der Regel können die Grundschulklassen in zwei Lerngruppen aufgeteilt werden. „Wenn wir es mit der Aufteilung in zwei Lerngruppen nicht schaffen, zum Beispiel bei einer Klasse mit mehr als 30 Schülern, könnte man auch dritteln“, meint Hallenschulleiter Haas.

Natürlich könne man auch in dem rollierenden System nicht den ganzen Unterrichtsstoff durchnehmen können, der bei durchgängigem Regelunterricht behandelt würde, sagt Haas. Man müsse den Unterricht so gestalten, dass dann für die nächsten Tage genug Stoff übrig bleibe, der von den Schülern zuhause bearbeitet wird.

Kleinere Lernpakete für zuhause

Die Lernpakete werden aber kleiner und wechseln sich mit dem Präsenzunterricht ab. „Es gibt immer wieder Möglichkeiten, etwas neu zu machen und so den Stoff zu portionieren“, sagt der Leiter der Hallenschule. Man sehe sich mindestens einmal pro Woche, manche in einer Fünf-Tage-Woche auch zweimal. „Ich denke, dass das für die Kinder angenehmer ist“, meint er. Auch Zilinski ist der Meinung, dass der Lernaufwand zuhause durch die kleineren Aufgabenpakete zwischen den Präsenztagen für Eltern und Kinder deutlich überschaubarer wird.

Der regelmäßige Unterricht sei aber nicht nur im Hinblick auf den Lernfortschritt wichtig, sondern auch wegen der sozialen Kontakte der Kinder, sagt Zilinski: „Auch wenn sie nicht so miteinander spielen können wie vorher, können wir die Freundschaftskontakte auf Distanz so wieder ermöglichen – das ist für die Kinder sehr wichtig.“

Für die Lehrer sei es aber ebenfalls wichtig, wieder regelmäßig persönlichen Kontakt zu den Kindern zu haben und sie „live und in Farbe“ erleben zu können, sagt die Schulleiterin: „Es bleibt etwas anderes, ob ich jemandem ins Gesicht blicken kann oder nicht.“ Trotz des Neustarts und der Mischung aus Präsenzunterricht und Arbeiten zuhause könne es aber nicht der Anspruch sein, den gleichen Stoff vermitteln zu können, betont Zilinski.

„Es wird die Aufgabe im nächsten Schuljahr sein, zu sehen, wo man Dinge streichen kann, und das Wichtige vor dem Unwichtigen zu vermitteln“, sagt Haas. Dazu bedürfe es aber Vorgaben von oben, welche Inhalte verzichtbar sind, damit die Grundschüler verpasste Grundlagen aufholen können. Dennoch gibt sich Haas zuversichtlich: „Die heutigen Erstklässler werden drei Jahre Zeit haben, um das aufzuholen.“

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